"Plus-Size-Reisende" fühlt sich beim Fliegen diskriminiert: Petition fordert gratis Sitze, wenn nötig auch drei

Vancouver (Washington/USA) - Jaelynn Chaney reicht es. Die selbsterklärte "Plus-Size-Reisende" aus den USA fühlt sich beim Fliegen häufig diskriminiert und fiesen Blicken ausgesetzt. Airlines sollen mehr Rücksicht auf ihre Bedürfnisse nehmen, verlangt die Aktivistin. Nun will sie mit einer Petition ihrem Anliegen Nachdruck verleihen - Fast 5000 Menschen haben bereits unterschrieben.

Fühlt sich von den Airlines schlecht behandelt: Jaelynn Chaney.
Fühlt sich von den Airlines schlecht behandelt: Jaelynn Chaney.  © LinkedIn/Jae’lynn Chaney

Die Welt erkunden, exotische Orte sehen - Das ist Jaelynn Chaneys große Leidenschaft. Doch eine Sache stößt ihr sauer auf: Als Plus-Size-Person ist Fliegen wahrlich kein Vergnügen.

Wiederholt habe sie und ihr Verlobter "Diskriminierung und Unbehagen beim Fliegen erfahren", beklagt die Reise-Influencerin.

Jaelynn erzählt: "Auf einem Flug von Pasco nach Denver musste mein Verlobter hasserfüllte Kommentare und missbilligende Blicke über sich ergehen lassen. Man weigerte sich sogar, sich neben ihn zu setzen, was einer Diskriminierung gleichkommt."

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Ihr selber sei es kürzlich nicht viel besser ergangen, berichtet die Betroffene. "Ich war gezwungen, auf einem einzigen Sitz mit unbeweglichen Armlehnen Platz zu nehmen, was mir Schmerzen und blaue Flecken verursachte."

Das Gebaren der Fluggesellschaften im Umgang mit "Plus-Size-Reisenden" wie ihr ist "Misshandlung", konstatiert die "Body-Positivy-Aktivistin". Das sei "inakzeptabel und muss behoben werden".

Jaelynn und ihr Verlobter gönnen sich einen romantischen Urlaub zum Jahrestag.
Jaelynn und ihr Verlobter gönnen sich einen romantischen Urlaub zum Jahrestag.  © Montage: Instagram/jaebaeproductions

Bei den Sozialen Netzwerken trommelt Jaelynn Chaney für ihre Petition

Passagieren wie ihr sollen kostenlose Sitze zur Verfügung gestellt werden, wenn notwendig auch zwei oder drei

Jaelynn Chaney reicht es. Die Reise-Bloggerin und "Body-Positivy-Aktivistin" hat eine Petition gestartet, um gegen die aus ihrer Sicht unsägliche Diskriminierung übergewichtiger Menschen beim Fliegen vorzugehen.
Jaelynn Chaney reicht es. Die Reise-Bloggerin und "Body-Positivy-Aktivistin" hat eine Petition gestartet, um gegen die aus ihrer Sicht unsägliche Diskriminierung übergewichtiger Menschen beim Fliegen vorzugehen.  © Montage: Instagram/jaebaeproductions

Eine change.org-Petition an die US-Luftfahrtbehörde FAA soll es nun richten. "Die Airlines sollen Stellung beziehen", mahnt die Aktivistin. "Sie sollen sich verpflichten eine inklusive und entgegenkommende Umgebung für alle Passagiere zu schaffen."

Wie das aussehen könnte, weiß Jaelynn ganz genau: "Allen übergroßen Fluggästen sollte ein zusätzlicher freier Sitzplatz zur Verfügung gestellt werden, oder sogar zwei oder drei Sitze, je nach Größe, um ihren Bedürfnissen gerecht zu werden und ihren Komfort während des Fluges zu gewährleisten", fordert die Plus-Size-Reisende. Das müsse natürlich kostenlos sein.

Darüber hinaus sollen die Airlines Passagieren wie ihr "zusätzliche Unterstützung" am Flughafen anbieten. Konkret geht es Jaelynn um Rollstühle, größere Toiletten, alternative Sitzplatz-Anordnungen sowie Priority-Boarding, also das Recht, als erster ins Flugzeug steigen zu dürfen.

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Außerdem wünscht sich die junge Frau, dass Airline-Angestellte künftig obligatorische Schulungen seitens der Behörden durchlaufen müssen. So soll sichergestellt werden, dass alle Beteiligten wissen, worauf es im Umgang mit Übergewichtigen ankommt - besonders in "sensiblen Situationen" und beim Kundendienst.

Was Jaelynn Chaneys und ihr Verlobter beim Fliegen erlebt haben, wollen sie anderen Plus-Size-Reisenden ersparen. Fast 5000 Mal wurde die Petition bislang unterschrieben. Die Reaktionen im Netz fielen gemischt aus.

Titelfoto: Montage: LinkedIn/Jae’lynn Chaney, Instagram/jaebaeproductions

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