Adidas sorgt mit LGBTQ-Kollektion für Kritik: "Einfach nur ekelhaft!"

Herzogenaurach - Der deutsche Sportartikelhersteller "Adidas" will sich mit seiner neuen "Pride-Kollektion" für die Gleichberechtigung der "LGBTQIA+ Community" einsetzen. Ein bestimmter Bikini und das Model sorgen für Aufregung.

Die neue Pride-Kollektion von Adidas kommt bei einigen nicht so gut an.
Die neue Pride-Kollektion von Adidas kommt bei einigen nicht so gut an.  © Screenshot/Adidas/adidas x Rich Mnisi Pride Kollektion

Bezüglich seiner eigenen Sport-Kollektion schreibt Adidas auf seiner Website, dass es keine Rolle spiele, wer man sei und wen man liebe. "Liebe zur Gleichberechtigung ist Liebe zum Sport."

Zu diesem Anlass entwickelte das Unternehmen mit Sitz in Herzogenaurach nun 28 Kleidungsstücke, die diese Unterstützung ausdrücken sollen.

Davon wirken 27 Produkte auf den ersten Blick eher unauffällig. Hier und da eine Regenbogenfahne oder mal ein kurvigeres Model: nichts, was die Welt noch nicht gesehen hätte.

Vorbereitungen für CSD in Sachsen-Anhalt laufen - Doch die Polizei sieht Probleme
LGBTQ Vorbereitungen für CSD in Sachsen-Anhalt laufen - Doch die Polizei sieht Probleme

Doch ein Artikel, ein bunter Badeanzug für 60 Euro, sticht schließlich besonders hervor.

Es ist nicht die Optik, die in den Rezensionen und den sozialen Medien für Kritik sorgt, sondern das Model.

Adidas für Pride-Kleidungsstück in der Kritik

Einen Badeanzug mit Brusthaar zu bewerben, stößt auf Kritik.
Einen Badeanzug mit Brusthaar zu bewerben, stößt auf Kritik.  © Screenshot/Adidas/adidas x Rich Mnisi Pride Kollektion

"Einfach nur ekelhaft!", "Nie wieder Adidas." oder "geht gar nicht!" kann man in den Bewertungen unter dem Schwimmanzug lesen, der von einem dunkelhäutigen Trans-Model samt einer Wölbung im Intimbereich vorgestellt wird.

In mehreren Bildkacheln posiert das Model aus unterschiedlichen Perspektiven, dazu wird das Outfit in einem Video eingespielt, in dem ein weiteres alternatives Model den Badeanzug inklusive Brusthaar in Bewegung präsentiert.

Zunächst zoomt die Kamera sehr nah auf die Brustbehaarung der Person, ehe sie eine Pirouette hinlegt und ihr Hinterteil in dem Outfit zum Vorschein kommt.

CSD-Saison in Sachsen-Anhalt friedlich gestartet!
LGBTQ CSD-Saison in Sachsen-Anhalt friedlich gestartet!

Auch die Einordnung der Pride-Kollektion auf der Website, auf der bloß in Mann, Frau und Kind unterteilt wird, sorgt für Fragezeichen.

Pride-Kleidungsstück: Beleidigungen anstatt "positive Vibes"

Adidas will sich mit den 28 neuen Modeartikeln für die Gleichberechtigung stark machen.
Adidas will sich mit den 28 neuen Modeartikeln für die Gleichberechtigung stark machen.  © Daniel Karmann/dpa

Während das Pride-Kleidungsstück auf der deutschen Website unter der neutralen Kategorie "Sportswear" zu finden ist, wurde es in der amerikanischen Version unter der Rubrik "Frauen" geschaltet und musste sich dafür in den Rezensionen ebenfalls einige Beleidigungen, wie "woker Müll", anhören.

Dabei wollte Adidas doch nach eigenen Angaben damit eigentlich nur für "positive Vibes" sorgen.

Fürsprecher, welche die mutige Aktion von Adidas gutheißen, sind im Internet bisher Fehlanzeige - ebenso wie "positive Vibes".

Titelfoto: Bildmontage: Screenshot/Adidas/adidas x Rich Mnisi Pride Kollektion

Mehr zum Thema LGBTQ: