Von Christian Ebner
Frankfurt am Main - Bei der Lufthansa haben die angekündigten Streiks der Piloten und Flugbegleiter begonnen. Das bestätigte eine Sprecherin der Gewerkschaft Ufo in der Nacht.
Wegen der ganztägigen Arbeitsniederlegungen können hunderte Jets der größten Airline am Donnerstag nicht starten. Eine genaue Zahl der gestrichenen Verbindungen nannte das Unternehmen zunächst nicht, es wurden aber "umfangreiche Flugstreichungen" angekündigt.
Auf den Abflugplänen größerer Flughäfen wie Frankfurt und Berlin finden sich nur ganz vereinzelte Lufthansa-Verbindungen, die aufrechterhalten werden sollen. Fluggäste sollten vor allem auf digitalen Wegen informiert werden und möglichst nicht auf eigene Faust zum Flughafen kommen.
Lufthansa hat angekündigt, im großen Umfang elektronische Umbuchungen anzubieten. Erst für den Freitag rechnet die Airline wieder mit der Rückkehr zum normalen Flugplan.
Die rund 4800 Piloten der Lufthansa und der Lufthansa Cargo streiken für höhere Arbeitgeberbeiträge zu den Betriebs- und Übergangsrenten. Hierzu liegt schon seit dem Herbst eine Urabstimmung der Mitglieder vor, die mit deutlicher Mehrheit für Arbeitskampfmaßnahmen gestimmt haben. Von einem Streik hatte die Gewerkschaft in den letzten Monaten abgesehen.
Größte Airline des Lufthansa-Konzerns in Verlustzone gestürzt
Die Kabinengewerkschaft Ufo will ohne Urabstimmung der knapp 20.000 Beschäftigten mit einem Warnstreik Verhandlungen erzwingen zu Tarifverträgen bei der Kerngesellschaft Lufthansa und der Regionaltochter Cityline.
Allein dort seien wegen der Konzernstrategie rund 800 Jobs bedroht, heißt es. Ufo will für die Beschäftigten einen tariflichen Sozialplan aushandeln, der bislang vom Management verweigert werde.
Der Lufthansa-Vorstand kritisierte die Crew-Streiks als "völlig unnötige Eskalation". Die Forderungen der Gewerkschaften würden weitere starke Kostensteigerungen bei der Lufthansa-Kerngesellschaft bedeuten, sagte Personalvorstand und Arbeitsdirektor Michael Niggemann in Berlin. Dort gebe es aber keinerlei Spielraum.
Die mit Abstand größte Airline des Konzerns war 2024 in die Verlustzone gestürzt und soll mit einem Sanierungsprogramm namens "Turnaround" wieder auf Kurs gebracht werden. Am 6. März legt der MDax-Konzern auch dazu neue Zahlen vor.