Von Christian Ebner
Frankfurt am Main - Teures Kerosin und Streiks der eigenen Crews haben der Lufthansa den Frühsommer verhagelt. Trotz höherer Ticketpreise sackte der bereinigte operative Gewinn im zweiten Quartal um 56 Prozent auf 383 Millionen Euro ab, wie der Konzern berichtet. In der zweiten Jahreshälfte müssen Passagiere mit noch teureren Tickets rechnen.
Die höheren Kerosin-Kosten infolge des Iran-Krieges habe man zu etwa 60 Prozent durch höhere Ticketpreise kompensieren können, sagte Finanzchef Till Streichert (52). Auch im zweiten Halbjahr sollen demnach die Preise steigen, wenn auch die Kunden immer kurzfristiger buchten.
Das Unternehmen beziffert die Mehrausgaben für teureres Kerosin auf 750 Millionen Euro im zweiten Quartal, obwohl es mehr als 80 Prozent des Bedarfs mit Finanzprodukten abgesichert hatte.
Die Streiks der Spartengewerkschaften am Frankfurter Flughafen und an anderen Airports rund um die 100-Jahr-Feier im April belasteten das Ergebnis mit rund 150 Millionen Euro.
Positive Ergebnisbeiträge lieferten hingegen erneut die Töchter für Technik und Fracht. Die europäischen Konkurrenten Air France-KLM und IAG mit British Airways haben geringere Gewinneinbußen berichtet.
Lufthansa-Vorstandschef hält 2026 Gewinnrückgang für möglich
Für das Gesamtjahr hält Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr (59) auch einen Gewinnrückgang für möglich. Der MDax-Konzern nennt in seiner runderneuerten Prognose eine Spanne zwischen 1,7 Milliarden bis 2,2 Milliarden Euro für den um Sondereffekte bereinigten Betriebsgewinn.
Zuvor hatte es geheißen, dass der Konzern den Vorjahreswert von 1,96 Milliarden Euro "deutlich" übertreffen werde. An den Börsen sackte die Lufthansa-Aktie nach den Zahlen zunächst stark ab.