Von Titanic geworfene Flaschenpost angespült? Das steht in dem Brief!

Quebec (Kanada) - Ist das möglich? Am Strand von Kanada wurde 105 Jahre nach dem Untergang der RMS Titanic eine Flaschenpost gefunden, die vom Schiff geworfen worden sein soll.

Der Luxusdampfer Titanic (undatiertes Archivfoto).
Der Luxusdampfer Titanic (undatiertes Archivfoto).  © epa/dpa

Seit Jahren versuchen Forscher und Forscherinnen herauszufinden, ob es sich bei dem mutmaßlichen Sensationsfund um einen Scherz oder doch um ein echtes Artefakt handelt, berichtet aktuell die Sun.

Eine kanadische Familie hatte die Flaschenpost bei einem Strandspaziergang in New Brunswick im Juni 2017 entdeckt. Noch immer versuchen Wissenschaftler der staatlich französischsprachigen Universität "Université du Québec à Rimouski" (UQAR) die Wahrheit herauszufinden.

Sollte der Brief sich als echt erweisen, dann wäre er vom 13. April 1912 - zwei Tage bevor das Schiff sank. Verfasst wurde das Schriftstück demnach von der erst zwölf Jahre alten Mathilde Lefebvre. Das Mädchen war seinerzeit ein Passagier der dritten Klasse.

Und das steht in dem faszinierenden Brief:

"Ich werfe diese Flasche mitten im Atlantik ins Meer. Wir werden in ein paar Tagen in New York ankommen. Wenn jemand sie findet, sagen Sie es der Familie Lefebvre in Liévin."

Am 15. April 1912 sank das riesige Passagierschiff, nachdem es einen Eisblock gerammt hatte. Mathilde Lefebvre, drei ihrer Geschwister und ihre Mutter Marie wurden nach dem Unglück nie wieder gesehen. Ihre anderen Geschwister und ihr Vater warteten in New York vergebens auf die Familie.

Viele Fragen noch offen

Dieser Brief wurde im Juni 2017 von Nacera Bellila und El Hadi Cherfouh aus Dieppe, New Brunswick und ihren Kindern Koceila und Dihia gefunden.
Dieser Brief wurde im Juni 2017 von Nacera Bellila und El Hadi Cherfouh aus Dieppe, New Brunswick und ihren Kindern Koceila und Dihia gefunden.  © Twitter/Screenshot/@UQAR

"Die Flasche könnte das erste Titanic-Artefakt sein, das an der amerikanischen Küste gefunden wurde", bestätigte der Historiker Maxime Gohier.

Nicolas Beaudry von der UQAR sagte, dass der Brief durchaus echt sein könnte und erklärte: "Die Form- und Werkzeugspuren auf der Flasche und die chemische Zusammensetzung des Glases stimmen mit den Technologien überein, die bei der Herstellung dieser Art von Flasche im frühen 20. Jahrhundert verwendet wurden."

Er gab jedoch zu bedenken: "Altes Papier ist leicht zu finden - zum Beispiel durch Herausreißen einer leeren Seite aus einem alten Buch, während alte Flaschen und sogar Korken keine Seltenheit sind."

Aus diesem Grund versuchen die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen herauszufinden, ob die Flasche überhaupt eine Chance gehabt hätte, so weit zu treiben.

Dr. Beaudry erklärte: "Eine Computersimulation zeigte, dass die überwiegende Mehrheit der am 13. April 1912 im Nordatlantik gestarteten Drifter dem Golfstrom zu europäischen Ufern gefolgt wären."

Der Forscher hält es für unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich, dass es die Flasche bis zum kanadischen Strand geschafft hat.

Die Handschrift in dem Brief macht das Rätsel um die Flaschenpost noch mysteriöser, da französische Schulkinder damals eine andere Schreibschrift lernten. Es könnte möglich sein, dass ein älterer Mensch den Brief im Namen des Kindes verfasst hatte.

Weitere Forschungen sind also notwendig - und werden auch durchgeführt.

Titelfoto: Epa/dpa/Twitter/Screenshot/@UQAR

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