Erdbeben erschüttert Leipzig und Umgebung: Deshalb war es so deutlich spürbar

Leipzig - Das war kein vorbeifahrender Lkw, der am Dienstagabend in der sächsischen Großstadt für Unruhe sorgte: Als in den Wohnzimmern vieler Leipziger plötzlich das Geschirr klirrte, registrierte die zuständige Erdbebenüberwachung eine Erschütterung der Magnitude 3,2 zwischen Neukieritzsch und Groitzsch.

Am Dienstagabend kam es etwa 25 Kilometer entfernt von Leipzig zu einem Erdbeben. (Archivfoto)  © Jan Woitas/dpa/ZB

Gegen 18.22 Uhr zeichnete das sächsische Seismologie-Netz ein Beben rund 25 Kilometer südlich der Messestadt auf. Obwohl Experten die Stärke als gering einstuften, waren die Erschütterungen selbst bis ins Erzgebirge deutlich spürbar.

"Bislang wurden uns keine Schäden gemeldet", berichtete Karin Bernhardt, Sprecherin des Sächsischen Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Entwarnung also - zumindest vorerst.

Dass ein vergleichsweise schwaches Erdbeben so deutlich wahrgenommen wurde, hat einen einfachen Grund: "Die Intensität eines Erdbebens hängt sehr häufig von den lokalen Gegebenheiten ab. Leipzig liegt flach, daher ist schon eine niedrige Stärke spürbar", erklärte der Geophysiker Lutz Sonnabend (35) gegenüber TAG24.

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Während in anderen Regionen stärkere Beben nötig sind, reichen hier bereits kleinere Erschütterungen aus. "Die Region zwischen Leipzig und dem Vogtland gilt als Risikogebiet für Erdbeben", betont der Experte.

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Mit einer Stärke von 3,2 auf der Richterskala und einer Tiefe von etwa 22 Kilometern verlief das Erdbeben glimpflich. (Symbolfoto)  © Oliver Berg/dpa
2015 und 2017 bebte die Erde rund um Leipzig mit ähnlicher Intensität. (Archivfoto)  © Ralf Seegers

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Zahlreiche Messstationen, verteilt von Sachsen über Thüringen bis nach Sachsen-Anhalt, zeichnen selbst kleinste Bewegungen im Untergrund auf. (Symbolfoto)  © Philipp von Ditfurth/dpa

Ganz überraschend kam das aktuelle Ereignis also nicht. Tatsächlich ist es bereits das dritte Beben dieser Stärke innerhalb von elf Jahren. Anders als im Vogtland, wo sogenannte "Schwarmbeben" mit Tausenden kleinen Erschütterungen auftreten, handelte es sich diesmal jedoch um ein "Einzelereignis".

Dass es in dieser Region auch anders geht, bewies eines der bislang schwersten Erdbeben im Raum Gera/Posterstein 1872. "Damals sind Gebäude eingestürzt und Menschen wurden verletzt." Heute seien Bauwerke jedoch deutlich stabiler.

Auch wenn die Erschütterungen am Dienstag weitaus glimpflicher verliefen, gibt der Geophysiker einen wichtigen Tipp: "Es ist entscheidend, in solchen Fällen Ruhe zu bewahren."

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Eine der bekanntesten Schutzmaßnahmen sei das Unterstellen in einem Türrahmen - dieser biete zusätzliche Stabilität.

Vor weiteren Erdbeben braucht Leipzig vorerst keine Angst zu haben. "Zwar treten in der Risikoregion Erschütterungen auf, allerdings in größeren Abständen." Und sollte es erneut zu einem Erdbeben kommen, stünden die zuständigen Messstellen umgehend bereit, so Sonnabend.

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