52 Stunden lang zwei Meter über dem Hochwasser: Polizei entdeckt vermisste Frau in Baumkrone

Neu-Ulm - Man darf die Hoffnung niemals aufgeben: In Schwaben ist eine vermisste Frau nach 52 Stunden in einer Baumkrone im Hochwassergebiet gefunden worden.

Eine als vermisst gemeldete Frau ist nach 52 Stunden in einer Baumkrone in Schwaben unverletzt aber geschwächt aus dem Hochwasserbereich gerettet worden. (Symbolbild)
Eine als vermisst gemeldete Frau ist nach 52 Stunden in einer Baumkrone in Schwaben unverletzt aber geschwächt aus dem Hochwasserbereich gerettet worden. (Symbolbild)  © Sven Hoppe/dpa

Wie die Polizei am Dienstag bekannt gab, verharrte die seit Sonntag gegen Mitternacht im Bereich Silberwald als vermisst gemeldete Frau etwa zwei Meter über den Fluten.

"Unter ihr stand das Hochwasser zum Zeitpunkt der Rettung noch immer etwa brusthoch", teilte das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West mit.

"In den vergangenen Tagen liefen bereits umfangreiche Suchmaßnahmen, welche nun zum Auffinden der Vermissten führten. Neben mehreren Streifenbesatzungen waren auch Hubschrauber, mehrere Drohnen, Boote und auch Polizeihunde im Einsatz."

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Und so war es auch in diesem Fall eine Drohne, mit der die Beamten die Vermisste "weitestgehend unverletzt" entdeckten und schließlich aus der Krone des umgekippten Baumes bergen konnten.

"Aufgrund des hohen Wasserstandes retteten Einsatzkräfte die Frau mittels Rettungshubschrauber", so die Polizei in Kempten weiter. "Die 32-Jährige, welche sichtlich geschwächt und dehydriert war, kam zur weiteren Abklärung in ein Krankenhaus, ist aber den ersten Untersuchungen nach körperlich unversehrt.

Happy End in Kempten, schwindende Hoffnung in Günzburg

Derzeit gelten noch weitere Personen in den Überschwemmungsgebieten in Bayern vermisst. Eine konkrete Zahl, wie viele Menschen verschwunden sein könnten, gibt es derzeit nicht. Man geht jedoch von einer Zahl im einstelligen Bereich aus.

Aufgrund der entsprechenden geänderten Prioritäten in den betroffenen Teilen kann es vorkommen, dass Fälle von entdeckten Personen nicht immer sofort an das Lagezentrum in München weitergegeben werden können. "Die genauen Zahlen sind daher nicht sehr valide", teilte ein Sprecher des Ministeriums mit.

In diesem Fall hatte die Suche ein Happy End. Anders sieht es bei dem Fall eines 22 Jahre alten Feuerwehrmannes aus, der am Sonntagmorgen gegen 2.50 Uhr im Landkreis Günzburg mit einem Boot gekentert ist. Hier besteht nur wenig Hoffnung, dass er noch lebend geborgen werden kann.

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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