Mehr als 440 Tote: Totales Chaos nach Erdrutschen und Überschwemmungen

Von Naveena Kottoor, Ismira Lutfia Tisnadibrata

Jakarta (Indonesien) - Auf der indonesischen Insel Sumatra sind durch verheerende Erdrutsche und Überschwemmungen mindestens 442 Menschen ums Leben gekommen.

Hilfskräfte suchen mit einem Schlauchboot nach Vermissten in einem überfluteten Gebiet in Bireun.  © Reza Saifullah/AP/dpa

Laut Informationen der Katastrophenschutzbehörde werden mehr als 400 Menschen weiterhin vermisst, rund 290.000 sind in den Provinzen Aceh, Nordsumatra und Westsumatra obdachlos geworden.

Seit Tagen regnet es ununterbrochen. Der Starkregen hat zu Sturzfluten und massiven Erdrutschen geführt. Mehr als eine Million Menschen sind allein in Indonesien betroffen.

Auch andere Teile Südostasiens stehen unter Wasser. Betroffen sind vor allem Thailand und Malaysia.

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Im Süden Thailands seien 170 Menschen gestorben, berichtet die "Bangkok Post" unter Berufung auf die Behörden. Besonders schlimm von dem Hochwasser betroffen ist die Stadt Hat Yai, eine wichtige Handelsmetropole.

Ganze Regionen auf Sumatra seien von der Außenwelt abgeschnitten, teilten die Behörden mit. Um zu überleben, waren in Nordsumatra Bewohner in den betroffenen Gebieten gezwungen, Lebensmittel und Trinkwasser aus Supermärkten zu plündern, so die Behörden. Hilfslieferungen kämen wegen der Wetterlage und zerstörter Straßen nur schleppend voran.

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Viele Gebiete nur schwer zugänglich

Rettungskräfte tragen die Leiche eines Opfers in einem überschwemmten Dorf in Malalak, Westsumatra.  © Nazar Chaniago/AP/dpa

Einige der am stärksten betroffenen Gebiete seien nur noch per Luft- oder Seeweg erreichbar, sagte Suharyanto, Leiter der Katastrophenschutzbehörde, auf einer Pressekonferenz am Sonntag. "Wir haben Lebensmittel und Hilfsgüter aus der Luft abgeworfen und Soldaten entsandt", sagte er.

Unaufhörliche starke Regenfälle hatten zuvor Flüsse zum Überlaufen gebracht und Sturzfluten sowie Schlammlawinen ausgelöst, die durch ganze Dörfer fegten. Viele Häuser, Straßen und Brücken auf der sechstgrößten Insel der Welt wurden beschädigt.

In einigen Regionen seien die Überschwemmungen bereits zurückgegangen, so Suharyanto. In Westsumatra hätten die Menschen begonnen, ihre Häuser zu reinigen, würden aber weiterhin nachts in Notunterkünften schlafen.

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"Die Lage verbessert sich. Telekommunikationsanbieter und der staatliche Energieversorger haben Personal entsandt, um Netze und Infrastruktur wiederherzustellen", sagte Suharyanto.

Extreme Wettereignisse werden häufiger

Indonesien erlebt regelmäßig extreme Monsunregen. Wissenschaftler warnen, dass der Klimawandel die Häufigkeit und Intensität solcher Wetterereignisse weiter erhöhen dürfte.

Sumatra ist fast so groß wie Deutschland, Österreich und die Schweiz zusammen und liegt ganz im Westen des südostasiatischen Inselstaates auf dem Äquator. Südöstlich von Sumatra liegt die indonesische Hauptinsel Java mit der Hauptstadt Jakarta.

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