Großbrand im Müritz-Nationalpark wütet weiter: Munition explodiert, Seen geräumt

Von Helmut Reuter, Thorsten Meiritz

Kratzeburg (Mecklenburgische Seenplatte) - Im Müritz-Nationalpark stemmen sich die Einsatzkräfte auch am Donnerstag gegen eine weitere Ausbreitung des Flächenbrandes auf dem Gebiet eines früheren Truppenübungsplatzes.

Der Waldbrand hat sich inzwischen auf eine Fläche von 318 Hektar ausgeweitet.  © Jens Büttner/dpa

Auf dem Gelände sind immer wieder starke Detonationen zu hören. Inzwischen sind rund 400 Einsatzkräfte bei der Brandbekämpfung im Einsatz. Am Freitag besteht zumindest eine Chance auf Gewitterregen.

Der Waldbrand auf einem ehemaligen Truppenübungsgelände im Müritz-Nationalpark breitet sich weiter aus. Nach Angaben des Landkreises sind inzwischen 318 Hektar betroffen, was in etwa der Fläche von 445 Fußballfeldern entspricht.

Der starke Wind hatte die Ausbreitung des Feuers beschleunigt. Die Flammen breiten sich vor allem nach Süden und Osten aus. Der Ortsteil Granzin wurde vorsorglich evakuiert. Krienke sei derzeit nicht betroffen, hieß es.

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Bundeswehr-Hubschrauber helfen bei der Vernässung von Flächen, um das Feuer einzudämmen. Feuerwehren anderer Bundesländer schickten Einsatzkräfte und Ausrüstung an die Müritz.

Die beiden großen Helikopter vom Typ CH-53 können jeweils bis zu 5000 Liter Wasser transportieren. Auch ein kleinerer Hubschrauber ist nach Angaben des Landkreises vor Ort. Inwieweit die Hubschrauber das Löschwasser direkt über den Brandorten ablassen können, war noch fraglich.

Denn es gilt wegen der Munitionsbelastung ein Sicherheitsabstand von mindestens 1000 Metern am Boden und auch in der Luft. Für die Betankung mit Löschwasser werden der Granziner See, der Käbelicksee und der Pagelsee genutzt.

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Hubschrauber der Bundeswehr werfen Wasser über dem Brandort ab.  © Jens Büttner/dpa
Zur Wasserentnahme für die Löschhubschrauber mussten sämtliche Seen im Umkreis des betroffenen Gebietes geräumt werden.  © Screenshot/warnung.bund.de
Die Feuerwehr hat Kreisregner zur Eindämmung der Flammen aufgestellt.  © Jens Büttner/dpa

Ab Freitagnachmittag könnte Regen die Löscharbeiten unterstützen

Aufgrund der starken Munitionsbelastung darf das Gebiet nicht betreten werden.  © Jens Büttner/dpa

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz gab am Donnerstag eine dementsprechende Warnung via NINA heraus. Darin hieß es, dass sämtliche Seen im Umkreis der Brandstelle wegen der möglichen Betankung mit Löschwasser der Hubschrauber beräumt werden müssen. Die Müritz sei davon aber nicht betroffen.

Für das Brandgebiet besteht ab Freitagnachmittag die "berechtigte Hoffnung" auf Niederschlag, wie der Meteorologe Florian Engelmann vom Deutschen Wetterdienst (DWD) sagte. "Es sieht recht gut aus."

Er könne aber auch nicht ausschließen, dass die Gewitter- und Schauerfront komplett an dem Gebiet vorbeiziehe. Schwierig wird es, wenn die Gewitterfront nur donnernd zu hören ist, aber ansonsten regenlos vorbeigeht. Denn in Gewitternähe gebe es immer auch eine Zunahme von Wind, so Engelmann.

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"Solange die Windverhältnisse stabil bleiben und keine starken Böen auftreten, verbessert das unsere Einsatzmöglichkeiten. Problematisch wird es immer dann, wenn böiger Wind Funkenflug verursacht und neue Brandherde entstehen", erklärte der Leiter des Müritz-Nationalparks, Ulf Zimmermann.

Nach Angaben des Munitionsbergungsdienstes gelten in Mecklenburg-Vorpommern rund 60.000 Hektar Wald - etwa zehn Prozent der gesamten Waldfläche - als munitionsbelastet. Davon entfallen rund 28.400 Hektar auf die höchste Gefährdungskategorie 4.

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