Reichsbürgerszene in Sachsen stagniert

Dresden - Erst Ende Januar war wieder das Spezialeinsatzkommando (SEK) gefragt: In Lauta unterstützten die Beamten die Festnahme von Reichsbürger Ralf L. (64). Bis 2024 wuchs die Zahl dieser Staatsleugner auf einen Höchststand. Dort stagniert sie jetzt erstmals wieder. Wohl eine Folge der Razzien der Vergangenheit.

Erst Ende Januar gab es wieder eine Razzia bei Reichsbürger Ralf L. (64) in Lauta.
Erst Ende Januar gab es wieder eine Razzia bei Reichsbürger Ralf L. (64) in Lauta.  © Vivian Opitz/xcitePress

3000 Reichsbürger zählte Innenminister Armin Schuster (64, CDU) auf Anfrage der Linken-Abgeordneten Juliane Nagel (47).

Im Jahr 2024 waren es noch 3100 Sachsen, die die Bundesrepublik Deutschland infrage stellten. "Der Zustand der Szene lässt sich auch ablesen an ihren Aktivitäten, wie eine Detailauswertung meiner monatlichen Anfragen zeigt", erklärt Nagel.

"Demnach gab es 2025 zwar 81 Szene-Veranstaltungen - doch das waren weniger als 2024 mit damals über 100.

Zuletzt war der Trend klar rückläufig. Entscheidender Faktor: das bundesweite Verbot des 'Königreichs Deutschland' im Mai, das zuletzt vor allem von Sachsen aus operiert hatte." Öffentlich tauchen fast nur noch die Gruppen "Vaterländischer Hilfsdienst" und "Königlich Sächsischer Gemeindeverband" auf.

Allerdings ist ein Großteil der Szene außerhalb fester Gruppen unterwegs. Und so mussten auch im vergangenen Jahr wieder 70-mal besondere Sicherheitsmaßnahmen angeordnet werden, um Gerichtsprozesse ungestört durchführen zu können.

Titelfoto: Vivian Opitz/xcitePress

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