Abschied in Rom: Dresdens Alt-Bischof dankt Leo XIV.

Rom - Der Alt-Bischof vom Bistum Dresden-Meißen, Heinrich Timmerevers (74), dankte in Rom nach der Generalaudienz auf dem Petersplatz Papst Leo XIV. persönlich für seine Entlassung. Er sagte ihm: "'Ich bin dank Ihrer Entscheidung seit drei Wochen Bischof emeritus.' Da lachte er", berichtete Timmerevers im Anschluss.

Alt-Bischof Heinrich Timmerevers (74, r.) bei der Generalaudienz in Rom. Dort stellte er dem Papst Andreas Kutschke (52) vor. Er ist Diözesanadministrator und steht als Übergangsverwalter jetzt dem Bistum vor bis zum Amtsantritt eines neuen Bischofs.  © Bistum Dresden-Meißen

Timmerevers leitete zehn Jahre das Bistum. In Rom ist er jetzt auf "Abschiedstour". Sein Herz läuft dabei über - voll inniger Dankbarkeit.

Die Ewige Stadt ist ihm eine Vertraute. Ungezählt oft war er hier. Er kennt den Heiligen Stuhl als Insider. Dreimal insgesamt traf er den amtierenden Papst Leo XIV.

Seine Audienz im Februar blieb ihm in besonderer Erinnerung. Damals bot er seinen Rücktritt an. Timmerevers: "Der Papst beobachtet aufmerksam, hört genau zu und fragt sachlich nach. Ich kann es mir nicht einfacher und normaler vorstellen als in der Prüfung mit ihm."

Religion "SXTN", "K.I.Z." und "Black Eyed Peas" auf der Kirchenorgel: 27-Jähriger mischt Messe auf

Timmerevers ist froh, nach über 25 Jahren in geistlichen Leitungsfunktionen Verantwortung abzugeben. "Es hat etwas Befreiendes", sagt er. Der Alt-Bischof spricht aber auch von einer Herausforderung: "Macht macht immer etwas mit einem Menschen. Ich bin im Kopf klar. Das Gefühl muss nachkommen."

Anzeige
Heinrich Timmerevers (2.v.l.) leitete in Rom den Festgottesdienst in der Kirche Santa Maria dell'Anima anlässlich 30 Jahren Staatskirchenvertrag. Ministerpräsident Michael Kretschmer und zwei Delegationen nahmen daran teil.  © Pawel Sosnowski
"In Rom muss man immer mit Überraschungen rechnen", sagt der Alt-Bischof.  © imago/imagebroker

Er plant zeitnah einen einwöchigen Rückzug in Stille in die Benediktinerabtei Münsterschwarzach bei Würzburg. Danach kehrt er nach Dresden zurück, um dort zukünftig seelsorgerisch zu wirken. "Ich bin dankbar, dass mich die Wege nach Dresden geführt haben. Als Westdeutscher war das nie mein Plan."

Mehr zum Thema Religion: