Ampel beschließt große Rentenreform! Das soll sich ändern

Berlin - Die Ampel-Regierung hat sich am Mittwoch auf eine richtungsweisende Reform der Rente verständigt. Mit dem Rentenpaket II soll "die gesetzliche Rente für alle Generationen stabil und verlässlich bleiben", so Arbeitsminister Hubertus Heil (51, SPD). Damit das gelingen kann, müssen Bürger aber wohl künftig tiefer in die Tasche greifen.

Arbeitsminister Hubertus Heil (51, SPD) verantwortet die Gesetzesänderung.
Arbeitsminister Hubertus Heil (51, SPD) verantwortet die Gesetzesänderung.  © dpa/Michael Kappeler

Mit dem Paket "setzt die Koalition ein klares Zeichen für Leistungsgerechtigkeit. Fleißige Menschen bekommen auch in Zukunft nach einem Leben voller Arbeit eine stabile Rente", freut sich Heil weiter über die Einigung der drei Koalitionspartner.

Die sieht konkret vor, das Rentenniveau (Entwicklung der Renten im Verhältnis zu den Einkommen) auch künftig stabil bei 48 Prozent zu halten.

"Ohne diese gesetzliche Maßnahme würde das Rentenniveau in den Jahren nach 2025 von der Lohnentwicklung abgekoppelt und langfristig auf unter 45 Prozent sinken. Durch die Stabilisierung fällt eine Rente im Jahr 2040 von beispielsweise 1500 Euro um nahezu 100 Euro pro Monat höher aus. Das sind gut 6 Prozent mehr", betont Heils Arbeitsministerium.

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Weiter möchte die Ampel die Rente mit dem sogenannten Generationenkapital stabilisieren. "Dazu wird aus öffentlichen Mitteln ein Kapitalstock aufgebaut und am Kapitalmarkt investiert. Die Erträge sollen ab Mitte der 2030er-Jahre jährlich im Volumen von 10 Milliarden Euro streng zweckgebunden an die Rentenversicherung ausgeschüttet werden", erklärt die FDP.

Deutsche Arbeitgeber sprechen vom "teuersten Sozialgesetz dieses Jahrhunderts"

Bei der gesetzlichen Altersvorsorge wird sich einiges ändern.
Bei der gesetzlichen Altersvorsorge wird sich einiges ändern.  © dpa/dpa/Frank Rumpenhorst

Klingt kompliziert, sorgt am Ende aber dafür, dass die Rentenbeiträge nicht so stark steigen werden. Steigen werden sie aber, vor allem wegen der demografischen Entwicklung.

Liegen die aktuell bei 18,6 Prozent, ist ab 2028 und bis 2035 von einem Anstieg auf 22,3 Prozent auszugehen. Dieses Niveau soll dann durch das Generationenkapital bis 2045 stabil bleiben.

Besonders die deutschen Arbeitgeber sind von diesem Paket aber alles andere als begeistert, schimpfen schon jetzt über das "teuerste Sozialgesetz dieses Jahrhunderts".

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"Nachdem die Koalition bereits eine Anhebung des Rentenalters ausgeschlossen hat, gehen damit künftig alle Lasten aus der Alterung auf Kosten der Beitragszahler", so Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger."Erneut werden Leistungen versprochen, die langfristig nicht finanzierbar sein werden."

Finanzminister Christian Lindner spricht schon von den nächsten Reformen

Kaum ist das eine Rentenpaket beschlossen, spricht Finanzminister Christian Lindner (45, FDP) schon von den nächsten. "Die Beiträge in der gesetzlichen Rente werden aufgrund der Alterung der Gesellschaft voraussichtlich bis in die 30er-Jahre steigen, wenn sich nichts ändert", so Lindner.

"Und deshalb ist das Rentenpaket II von heute der Vorläufer des Rentenpakets III und des Rentenpakets IV, des Rentenpakets V, jedenfalls weiterer Anstrengungen, die Beiträge für die Bürgerinnen und Bürger in den 30er-Jahren zu begrenzen."

Titelfoto: dpa/Frank Rumpenhorst

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