Auch Kitas wieder betroffen: AWO kündigt neue Streiks in der kommenden Woche an

Von Volker Danisch

Düsseldorf - Neue Warnstreiks in Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt (AWO) wie Kitas und der Nachmittagsbetreuung an Grundschulen kündigt die Gewerkschaft ver.di für die kommenden Wochen an. "Ab nächster Woche geht es weiter", sagte die ver.di-Verhandlungsführerin Susanne Hille der dpa.

In der kommenden Woche sollen erneut Kitas in Nordrhein-Westfalen bestreikt werden.
In der kommenden Woche sollen erneut Kitas in Nordrhein-Westfalen bestreikt werden.  © Caroline Seidel/dpa

Wie in den vergangenen Wochen werde es sich zunächst um Warnstreikaufrufe in bestimmten NRW-Regionen handeln. Geplant sei aber auch ein landesweiter Warnstreik bei der AWO NRW vor der dritten Verhandlungsrunde am 4. März. Die Termine für die nächsten Warnstreiks will ver.di jeweils noch bekannt geben.

Zu möglichen Auswirkungen der Arbeitsniederlegungen sagte Hille, es könnte in Kitas zu Gruppenzusammenlegungen oder auch zu zeitweisen Schließungen kommen.

Das sei auch bei betroffenen Ganztags- und Betreuungsangeboten an Grundschulen in der Offenen Ganztagsschule (OGS) der AWO möglich. In den betroffenen Pflegeeinrichtungen der AWO werde ein Notdienst eingerichtet.

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Die zweite Verhandlungsrunde blieb laut ver.di am Dienstag ohne Ergebnis.

Eltern sollten Mitteilungen aufmerksam verfolgen, ob das Kita-Angebot des Kindes von angekündigten Streiks betroffen ist. Träger informierten auch über das Angebot von Notgruppen, um die Betreuung für Kinder, deren Eltern zwingend darauf angewiesen sind, sicherzustellen.

Hierzu sollten Familien dann möglichst rasch Kontakt mit der Kindertageseinrichtung aufnehmen oder sich an das Jugendamt für alternative Betreuungsmöglichkeiten wenden.

Was rät das Schulministerium zur OGS?

Ver.di verlangt im Tarifkonflikt 500 Euro brutto mehr monatlich für alle Beschäftigten sowie 300 Euro brutto mehr für Auszubildende.
Ver.di verlangt im Tarifkonflikt 500 Euro brutto mehr monatlich für alle Beschäftigten sowie 300 Euro brutto mehr für Auszubildende.  © Christoph Reichwein/dpa

Eltern werden gebeten, die aktuellen Informationen der jeweiligen OGS zu beachten.

"Für die Beschäftigten der Träger der außerunterrichtlichen Angebote, etwa in der OGS, sind die jeweiligen Träger vor Ort verantwortlich", heißt es aus dem Ministerium. In den Betreuungsverträgen fänden sich häufig Regelungen zu unvorhergesehenen Ausfällen, wie etwa Notbetreuungen.

Im Tarifkonflikt bei der AWO in NRW fordert ver.di 500 Euro brutto mehr monatlich für alle Beschäftigten sowie 300 Euro brutto mehr für Auszubildende.

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Außerdem erwartet die Gewerkschaft drei zusätzliche freie Tage für ver.di-Mitglieder in der AWO NRW.

Als völlig überzogen kritisierten die Arbeitgeber nach Verhandlungsbeginn die Forderungen. Im Durchschnitt entsprächen die Wünsche einer Lohnsteigerung von rund 13 Prozent. In Trägerschaft der AWO befinden sich in NRW aktuell 519 OGS und 840 Kitas.

Titelfoto: Caroline Seidel/dpa

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