Nächster großer Streik in NRW: Busse und Bahnen stehen heute still
Von Volker Danisch, Josefine Kaukemüller
Düsseldorf - Keine Stadtbahnen und nur wenige Busse: In diversen Städten von Nordrhein-Westfalen ist der Nahverkehr weitgehend lahmgelegt.
Die Gewerkschaft Verdi hat in allen Regionen des Bundeslandes Fahrerinnen und Fahrer von kommunalen Verkehrsbetrieben zum Warnstreik aufgerufen.
Busse und Stadtbahnen stehen in den bestreikten Betrieben von der frühesten Frühschicht bis zur spätesten Spätschicht still, teilte die Gewerkschaft mit.
Unter den Nahverkehrsbetrieben nicht betroffen sind am Dienstag laut Verdi-Angaben Wupsi in Leverkusen, die Bahnen der Stadt Monheim, Stadtbus Gütersloh, die Stadtwerke Münster und die Stadtwerke Hamm. Die Aseag in Aachen ist ohnehin nicht Bestandteil der laufenden Tarifverhandlungen.
Verdi hat die Warnstreiks ausgeweitet. Am Donnerstag (19. März) ist ebenfalls damit zu rechnen, dass Busse und Bahnen vielerorts in den Depots bleiben.
Welche Verkehrsalternativen gibt es?
Erfahrungsgemäß fahren einige Busse privater Subunternehmer. Außerdem sind S-Bahnen und Regionalzüge nicht von dem Tarifkonflikt im kommunalen Nahverkehr von NRW betroffen und können etwa innerhalb der Großstädte genutzt werden, um ein großes Stück voranzukommen.
Der ADAC rät in solchen Fällen zu Fahrgemeinschaften und für kurze Strecken zum eigenen Fahrrad oder zu Sharing-Angeboten, etwa Leihräder oder Elektroscooter.
Das NRW-Schulministerium hatte bei vorangegangenen Warnstreiks im Nahverkehr darauf hingewiesen, dass Schulpflicht besteht: "Bei im Vorfeld angekündigten Ereignissen wie einem Streik des öffentlichen Nahverkehrs besteht die Verpflichtung zur Teilnahme am Unterricht auch weiterhin."
Der Tarifkonflikt dreht sich um die Arbeitsbedingungen der etwa 30.000 Beschäftigten in rund 30 kommunalen Verkehrsbetrieben in NRW.
In den bislang zwei Verhandlungsrunden ist keine Einigung erzielt worden. Die Tarifverhandlungen werden ab dem 24. März in dritter Runde fortgesetzt.
Arbeitgeber halten Forderungen für überzogen
Verdi NRW will die wöchentliche Arbeitszeit von 39 auf 37 Stunden bei vollem Lohnausgleich verkürzen. Die Ruhezeit zwischen zwei Schichten soll außerdem von 10 auf 11 Stunden erhöht werden. Der Zuschlag für Sonntagsarbeit soll von 25 Prozent des Stundenentgelts auf mindestens 40 Prozent steigen.
Der Kommunale Arbeitgeberverband Nordrhein-Westfalen wirft Verdi seit Wochen vor, die Augen vor der desolaten Finanzlage der Verkehrsbetriebe zu verschließen. Die Tarif- und Entgeltbedingungen hätten sich schon deutlich verbessert, der Nahverkehr biete bereits jetzt attraktive Arbeitsplätze.
Warnstreiks legten in den vergangenen Wochen große Teile des kommunalen Nahverkehrs lahm - mehrmals landesweit, zuletzt regional.
Titelfoto: Benjamin Westhoff/dpa

