Schon wieder Stillstand in Bayern! Verdi legt Nahverkehr nach Ostern erneut lahm
Von Sabine Dobel
Nürnberg - Die Gewerkschaft Verdi setzt nach Ostern die Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr fort. In Nürnberg und Augsburg soll der Verkehr ganztägig lahmgelegt werden.
In Augsburg soll am Dienstag gestreikt werden. Betroffen seien sowohl Straßenbahn- als auch Stadtbuslinien im gesamten Stadtgebiet.
Fahrgäste müssten an diesem Tag mit erheblichen Einschränkungen rechnen. Die Stadtwerke Augsburg baten ihre Fahrgäste, vorsorglich auf andere Anbieter wie die Buslinien des AVV oder Regionalbahnen umzusteigen.
"Anders als in manchen anderen Städten, wie etwa München, sind in Augsburg nur wenige Buslinien an externe Busunternehmen vergeben, die nicht bestreikt werden", hieß es.
In Nürnberg sind die Beschäftigten der Verkehrsgesellschaft VAG am Dienstag und Mittwoch aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen. Nach Angaben der Gewerkschaft sollen am Dienstag zunächst nur Wartungsarbeiten in Nürnberg betroffen sein, Mittwoch werde es dann größere Auswirkungen geben. Betroffen sind laut Verdi vor allem die U-Bahn, die Straßenbahn und der Busverkehr im gesamten Stadtgebiet, nicht aber die S-Bahn.
Der Streik dürfte sich auch auf das Nürnberger Volksfest auswirken, das am Osterwochenende startete und bis zum 26. April dauern soll. Besucherinnen und Besucher müssten mit Problemen bei der An- und Abreise rechnen.
Weitere Aktionen von Verdi geplant
Nach Angaben von Verdi soll in der kommenden Woche auch in anderen bayerischen Städten die Arbeit niedergelegt werden. Wo genau, war zunächst unklar.
Zudem gebe es Planungen für eine landesweite Aktion, aber noch kein genaues Datum, sagte ein Gewerkschaftsvertreter der Deutschen Presse-Agentur.
Die Gewerkschaft will mit den Arbeitsniederlegungen vor der nächsten Verhandlungsrunde am 15. April den Druck auf die Arbeitgeber erneut erhöhen. Vor gut einer Woche war die vierte Runde der Tarifverhandlungen ohne Durchbruch geendet.
Die Gewerkschaft fordert für die etwa 9000 Beschäftigten in mehr als 20 Unternehmen deutliche Lohnerhöhungen.
Streiks zeigen bereits Wirkung
In den Verhandlungen gab es zuletzt Bewegung: Die Arbeitgeber boten je nach Laufzeit über 6 % (24 Monate) bzw. rund 9 % (48 Monate) mehr Lohn sowie eine Stunde weniger Arbeitszeit an.
Die Gewerkschaft kam ebenfalls entgegen und fordert nun 550 Euro mehr in zwei Stufen bei 24 Monaten (zuvor ca. 670 Euro für ein Jahr). Zudem hält sie an der Arbeitszeitverkürzung fest, vor allem zur Entlastung und für die Sicherheit im Fahrdienst.
Verdi verweist auf andere Bundesländer mit besseren Regelungen zu Schichtlängen und Ruhezeiten und fordert vergleichbare Lösungen auch in Bayern.
Titelfoto: Tom Weller/dpa (Archivfoto)

