Stillstand in sieben Städten: Verdi legt Nahverkehr im Südwesten lahm

Von Oliver Schmale, Julian Weber

Stuttgart - Hunderttausende betroffen: Pendler und Schüler in Baden-Württemberg müssen sich am Montag eine Alternative für ihren Weg zur Arbeit oder Schule suchen.

Zahlreiche Bahnen stehen am Montag still. (Archivfoto)  © Uli Deck/dpa

Verdi ruft bei Bussen und Bahnen im kommunalen Nahverkehr zum ganztägigen Warnstreik auf, wie die Gewerkschaft mitteilte. Betroffen von dem Ausstand sind Stuttgart, Karlsruhe, Heilbronn, Freiburg, Baden-Baden, Esslingen und Konstanz, so der Verdi-Landesbezirk.

Mit dem Arbeitskampf erhöhen die Beschäftigten den Druck in den laufenden Tarifverhandlungen.

In den sieben Städten dürften die Fahrzeuge also weitgehend im Depot bleiben: Verdi rechnet damit, dass keine Busse und Bahnen fahren werden. Am besten ist es, sich vorsichtshalber noch einmal kurz vor dem geplanten Gang aus dem Haus zu informieren.

Block-Prozess Angeklagter gesteht Falsch-Aussage im Block-Prozess: "Wenn ich das erwähne, werde ich diese Frau verbrennen"

Sicher ist aber: Von dem Ausstand dürften Hunderttausende Menschen betroffen sein. In der baden-württembergischen Landeshauptstadt wird die SSB bestreikt. Die S-Bahn in Stuttgart fährt, weil sie von der Deutschen Bahn betrieben wird.

In allen Bundesländern stehen in diesem Frühjahr Verhandlungen über neue Manteltarifverträge für die kommunalen Nahverkehrsbetriebe an. In Baden-Württemberg arbeiten dort rund 6700 Menschen. Für sie verhandelt Verdi mit dem hiesigen Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV).

Anzeige

Verdi fordert höhere Zuschläge

Auf den Straßen in Baden-Württemberg könnte es am Montag voll werden. (Symbolfoto)  © Rolf Vennenbernd/dpa

Die erste Verhandlungsrunde verlief ergebnislos. Dieses Mal streiten die Tarifparteien nicht über das Gehalt. Neu ausgehandelt wird stattdessen der Manteltarifvertrag, in dem die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten festgelegt sind.

Verdi fordert unter anderem höhere Zuschläge für Überstunden, Nachtarbeit sowie Arbeit am Wochenende. Außerdem wolle man Zulagen entsprechend der individuellen Entgeltstufe durchsetzen.

Die Arbeitgeber reagierten mit Unverständnis auf die Ankündigung der Warnstreiks und verwiesen auf die prekäre Finanzlage. Die Warnstreiks seien unverantwortlich gegenüber den Fahrgästen.

Hunde Retter prüfen Mikrochip von neuem Hund: Kurz darauf halten sie den Atem an

Der Verband verwies zudem auf bereits vereinbarte tarifliche Verbesserungen. Seit 2023 seien die Entgelte einschließlich Zuschlägen um mehr als ein Fünftel gestiegen.

Mehr zum Thema Streik & Gewerkschaften: