"Wie soll ich das bezahlen?": ver.di ruft zum Streik im Berliner Einzelhandel auf

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Berlin - Ausgerechnet vor den Toren des Luxuskaufhauses KaDeWe protestierten am Freitag zahlreiche Beschäftigte des Einzelhandels für mehr Geld. TAG24 war vor Ort, als die Gewerkschaft ver.di zum Warnstreik aufrief.

Lagermitarbeiter eines Lebensmitteldiscounters streiken für höheren Lohn.
Lagermitarbeiter eines Lebensmitteldiscounters streiken für höheren Lohn.  © Marlen Rothenburg/TAG24

Hintergrund sind gescheiterte Tarifverhandlungen in Berlin und Brandenburg. Die Gespräche waren am Montag ohne Ergebnis geblieben.

Trotz der kämpferischen Stimmung unter den Streikenden schilderte eine Mitarbeiterin im Wareneingang eines Penny-Großmarkts gegenüber TAG24 ihre Sorgen: "Strompreise werden immer höher, Benzinpreise werden immer höher. Wie soll ich das alles bezahlen, wenn mein Gehalt immer gleich bleibt?"

Die Lagermitarbeiterin kritisierte zudem, dass ihre Bezahlung nicht dem Umfang ihrer Arbeit entspreche. "Diese Arbeit, die ich leiste, müsste viel besser bezahlt werden", sagte sie.

Die Gewerkschaft fordert mindestens 222 Euro mehr Lohn

Unter dem Motto "Zusammen handeln" kamen am Wittenbergplatz Hunderte Beschäftigte aus dem Einzelhandel zusammen.
Unter dem Motto "Zusammen handeln" kamen am Wittenbergplatz Hunderte Beschäftigte aus dem Einzelhandel zusammen.  © Marlen Rothenburg/TAG24

Die Arbeitgeberseite hatte aus Sicht der Gewerkschaft ein Angebot vorgelegt, das für viele Beschäftigte reale Reallohnverluste bedeuten würde.

Als Reaktion darauf legte ver.di am Freitag Teile des Einzel- und Großhandels in Berlin und Brandenburg lahm. In Brandenburg gilt der Streik allerdings nur eingeschränkt, da dort noch Friedenspflicht besteht.

"Die großen Handelskonzerne machen Jahr für Jahr Milliarden Gewinne – während die Beschäftigten kaum noch wissen, wie sie über die Runden kommen", kritisierte ver.di-Verhandlungsführerin Conny Weißbach. Das Arbeitgeberangebot sei ein "Schlag ins Gesicht".

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Die Gewerkschaft fordert unter anderem 7 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 222 Euro monatlich sowie einen rentenfesten Mindeststundenlohn von 14,90 Euro.

Die Arbeitgeber bieten dagegen zunächst eine monatelange Nullrunde, gefolgt von moderaten Erhöhungen, die nach Gewerkschaftsangaben nicht einmal die Inflation ausgleichen würden.

Ver.di kündigte an, den Druck in den kommenden Verhandlungen weiter erhöhen zu wollen.

Titelfoto: Marlen Rothenburg/TAG24

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