Vorfall bei Betriebsratssitzung: IG Metall schlägt gegen Tesla zurück

Von Marc-Oliver von Riegen

Frankfurt (Oder) - Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach einer Strafanzeige der IG Metall jetzt auch gegen den Werksleiter des US-Elektroautobauers Tesla in Grünheide bei Berlin, André Thierig.

Nach seinen Vorwürfen gegen ein IG-Metall-Mitglied ist jetzt auch Tesla-Werksleiter André Thierig ins Fadenkreuz der Justiz geraten.
Nach seinen Vorwürfen gegen ein IG-Metall-Mitglied ist jetzt auch Tesla-Werksleiter André Thierig ins Fadenkreuz der Justiz geraten.  © Sebastian Gollnow/dpa

"Es wurde ein Ermittlungsverfahren wegen übler Nachrede eingeleitet", teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Strafanzeige sei bereits am Freitag vergangener Woche eingegangen. Darüber hatten mehrere Medien berichtet.

Zuvor hatte Tesla Strafanzeige gestellt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen Gewerkschaftssekretär der IG Metall wegen des Vorwurfs eines unerlaubten Mitschnitts der Betriebsratssitzung.

Die Behörde leitete ein Ermittlungsverfahren wegen Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes sowie Verstoßes gegen das Betriebsverfassungsgesetz ein.

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Die Gewerkschaft hatte den Vorwurf gegen den Mann zurückgewiesen. Ihm wird vorgeworfen, in einer Betriebsratssitzung am 10. Februar in dem Werk in Brandenburg mit einem Laptop heimlich eine Tonaufnahme angefertigt zu haben.

IG Metall wirft Tesla Schmutzkampagne vor

Der Konflikt zwischen IG Metall und Tesla spitzt sich zu. (Symbolfoto)
Der Konflikt zwischen IG Metall und Tesla spitzt sich zu. (Symbolfoto)  © Marijan Murat/dpa

Ein eingeladener Gewerkschaftssekretär wurde nach Angaben der IG Metall von einem Betriebsrat der Arbeitgeberfraktion beschuldigt, die Sitzung mit dem Laptop aufzuzeichnen.

Der Gewerkschafter hatte laut IG Metall keine Möglichkeit, das zu entkräften. Tesla alarmierte die Polizei und stellte laut Werksleiter Thierig Strafanzeige.

Der Werksleiter hatte gesagt, es gebe "mehrere Dutzend Zeugen, vor denen der IG-Metall-Vertreter geäußert hat, dass er angeblich vergessen habe, sein Mikrofon abzustellen". Die IG Metall sprach dagegen von einer Schmutzkampagne des Autobauers.

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Der Konflikt zwischen Tesla und der IG Metall besteht schon länger. Er hat sich kurz vor der Betriebsratswahl zugespitzt.

Die Gewerkschaft dringt auf Einführung eines Tarifvertrags, was das Unternehmen nicht für notwendig hält. Im einzigen europäischen Tesla-Werk von Firmenchef Elon Musk (54) arbeiten rund 11.000 Beschäftigte.

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa, Marijan Murat/dpa (Bildmontage)

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