Stuttgart - Schlangen im Schlafzimmer und ein Waran im Wohnzimmer: Nach einem Hinweis aus der Bevölkerung haben Behörden ein illegales Reptilien-Lager in einer Privatwohnung in Stuttgart geräumt.
Mitarbeitende der Stadtverwaltung staunten nicht schlecht, als sie die Räumlichkeiten betraten. Insgesamt sechs Schlangen, ein Waran und eine Skorpion-Krustenechse lebten bei einem Privathalter.
Laut Stadt handelt es sich bei einer Kobra und der Krustenechse um giftige Arten.
Der Einsatz wurde durch einen Tipp aufmerksamer Bürger ausgelöst. Da der Halter keinerlei Herkunftsnachweise wie Zuchtbelege oder Einfuhrgenehmigungen vorlegen konnte, griff die Untere Naturschutzbehörde hart durch.
"Die Beweislast liegt beim Halter. Fehlen die Unterlagen, können Tiere beschlagnahmt und Bußgeld‐ oder Strafverfahren eingeleitet werden", betont Renate Kübler, Leiterin der Naturschutzbehörde.
Da es in Baden-Württemberg aktuell an Unterbringungsmöglichkeiten für solche gefährlichen Exoten mangelt, mussten die Tiere eine weite Reise antreten. Der Tiernotdienst brachte die Schlangen und Echsen in die Reptilienauffangstation nach München.
Solche Beschlagnahmungen sind keine Seltenheit. Wie die Stadt erinnert, wurden erst vor vier Wochen über 30 Schlangen aus einer katastrophalen Privathaltung gerettet.
Exoten müssen angemeldet werden
Andreas Neft, Leiter des Amts für Umweltschutz, sieht hier dringenden Handlungsbedarf: "Es wird deutlich, dass Baden‐Württemberg dringend zusätzliche Unterbringungsmöglichkeiten für solche exotischen Tiere braucht." Er danke der Reptilienauffangstation in München, die die Aufnahme der Reptilien ermöglicht habe.
Die Behörden warnen davor, geschützte Arten ohne vollständige Dokumente zu übernehmen. Wer sich einen Exoten zulegen möchte, muss diesen zudem beim zuständigen Regierungspräsidium anmelden, was bequem online unter melba-bw.de erledigt werden kann.
Weitere Informationen zur Anmeldung sowie zu geschützten Arten stellt das Land online zur Verfügung.