Gräfendorf - In der Nacht von Montag auf Dienstag wurden im Landkreis Elbe-Elster 74 Rinder von einer Stallanlage gestohlen. Der Betriebsleiter hat mit dem Verlust seither schwer zu kämpfen.
"Sie müssen das alles sehr gut ausgekundschaftet haben. Der ist da rückwärts rein – die wussten genau, was ist, und dann haben die das relativ flott aufgeladen", erklärte Betriebsleiter Michael Jänsch gegenüber 7aktuell.
Laut Spurenlage fuhren die Täter mit mindestens einem Lkw rückwärts durch das von der Straße aus nicht einsehbare Tor auf das gesicherte Gelände. "70 Tiere zu stehlen – da kann man davon ausgehen, dass da eine gewisse Planung stattgefunden hat. Das passiert nicht spontan", sagte eine Pressesprecherin der Polizeidirektion Süd.
Aus züchterischer Sicht sei der Verlust besonders gravierend, denn: Bei den gestohlenen Tieren handelt es sich ausschließlich um weibliche Deutsche Schwarzbunte Niederungsrinder, eine vom Aussterben bedrohte Nutztierrasse. Dem Betrieb fehlt damit auf einen Schlag eine komplette Nachzucht von drei Monaten.
Der Betriebsleiter geht davon aus, dass die Rinder gewinnbringend in andere EU-Länder verkauft worden sein könnten.
Nach Angaben der Polizei handelt es sich um einen der größten Fälle von Viehdiebstahl in Brandenburg seit Jahren. Der entstandene Schaden dürfte dabei deutlich über den zunächst geschätzten 50.000 Euro liegen.
Die Kriminalpolizei ermittelt dennoch weiter zu den Tätern und möglichen Aufenthaltsorten der Tiere. Konkrete Hinweise gibt es bislang nicht.