Angeführt von einem Corgi! Vermisste Hunde laufen mehrere Tage am Stück, um wieder nach Hause zu kommen
Changchun (China) - Eine Story aus China, die sich um sieben Hunde dreht, klingt wie aus einem Kinofilm entsprungen: Die Tiere sollen zunächst entführt worden sein, hätten sich anschließend selbst befreit und dann noch einen tagelangen Heimmarsch auf sich genommen. Während die Aufnahmen der zusammengewürfelten Gruppe, darunter ein Golden Retriever, ein Labrador und ein Schäferhund, wohl echt sind, steckt hinter dem Vorfall eine ganz andere Wahrheit.
Ein Autofahrer staunte nicht schlecht, als er gleich sieben Hunde auf einen Streich nachts an einer Autobahn in Changchun, der Hauptstadt der nordostchinesischen Provinz Jilin, sichtete. In seinem Video sieht man die Fellnasen am Rand der Fahrbahn entlang trotten. Ihr Anführer scheint dabei ein kleiner Welsh Corgi Pembroke zu sein.
Nach der eisigen Nacht auf der Autobahn entdeckte ein anderer Augenzeuge die Gruppe später auf einem Feld.
Im Internet gingen die Aufnahmen rasch viral, wurden teilweise mehrere Hundert Millionen Mal angeklickt. Es sollte auch nicht lange dauern, bis sich um die sieben Vierbeiner erste Geschichten rankten. Dabei verbreitete sich vor allem die Version der Entführung und anschließenden Flucht wie ein Lauffeuer.
Es gab beispielsweise Gerüchte, dass man die Tiere wegen ihres Fleisches - was für eine Minderheit in China noch immer als Delikatesse gilt - gekidnappt hatte.
Schließlich räumte das Kultur- und Tourismusbüro der Provinz Jilin laut "The Guardian" mit den Unwahrheiten auf: Die Hunde waren tatsächlich aus eigener Motivation von zu Hause ausgebüxt. Angelockt waren sie von der Schäferhündin der Gruppe, die aktuell läufig war und deshalb eh häufiger durch die Gegend zog.
Corgi führt Hundegruppe in die richtige Richtung
Trotz der Wendung kann man die Leistung der Hunde sicherlich würdigen: Schließlich waren die Tiere rund vier Tage unterwegs und kamen letztendlich alle heile bei ihren verschiedenen Familien nahe Changchun an. Ihr Leittier, der kleine Corgi, wurde von Medien als "Dapang", was übersetzt so etwas wie "dicker Fetter" bedeutet, identifiziert.
Er hatte seine tierischen Begleiter zumindest in die richtige Richtung geführt.
Eine Dorfbewohnerin, der drei der Fellnasen gehören, berichtet gegenüber lokalen Medien, dass sie vier Tage lang nach ihren Hunden gesucht hätte und beinahe schon die Hoffnung aufgegeben hatte, als einer von ihnen - Dapang - plötzlich in ihr Haus lief.
Bei ihrer anschließenden Suche in nahegelegenen Dörfern stieß sie dann auf die anderen beiden Hunde. Sie waren dort von Fremden aufgenommen worden.
Im Netz rührte der Vorfall viele Herzen: "Das hat mich zu Tränen gerührt", schreibt ein User.
Titelfoto: Bildmontage/Screenshot/Instagram/lan.lan.2024

