Darum solltet ihr euren Rüden niemals am Po eines anderen Hundes schnüffeln lassen

Cambridge - Jeder Hundebesitzer kennt diese Situation nur zu gut: Man trifft im Park auf andere Hunde und schon geht das große Geschnüffel los. Teilweise an Stellen, die auf uns Menschen mitunter intim und vor allem etwas unhygienisch wirken. "Hunde müssen das machen, sie lernen sich so kennen" - Stopp! Tatsächlich lauert hier eine Gefahr, vor allem für Rüden.

Zur Begrüßung schnuppern Hunde gerne am After ihrer Artgenossen.
Zur Begrüßung schnuppern Hunde gerne am After ihrer Artgenossen.  © 123RF/xelinda2000

Denn wie nun in einer wissenschaftlichen Studie festgestellt wurde, kann sich bei männlichen Hunden durch das Schnüffeln am Hinterteil eines Artgenossen das Risiko, einen bestimmten Krebs zu bekommen, erheblich vergrößern.

Die Studie, die nun im Veterinary Record veröffentlicht wurde, belegt, dass bei männlichen Hunden, die am After anderer Hunde schnüffeln und lecken, die Wahrscheinlichkeit, ein Sticker-Sarkom (auch "venerischer Hunde-Tumor") abzubekommen, viermal so hoch ist, wie bei Hunden, die das nicht tun.

Für die Untersuchung wurden 2000 Fälle von Hunden auf der ganzen Welt analysiert. "Wir fanden heraus, dass ein sehr signifikanter Anteil des venerischen Hunde-Tumors in der Mund- und Nasenregion bei männlichen Hunden auftrat", sagte Dr. Andrea Strakova von der Universität Cambridge in einem Statement.

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"Wir denken, dass dies daran liegt, dass männliche Hunde eine Vorliebe für das Schnüffeln oder Lecken der weiblichen Genitalien haben, verglichen mit der umgekehrten Situation", so die Studien-Autorin.

"Die weiblichen Genitaltumore können im Vergleich zu den männlichen Genitaltumoren auch leichter für das Schnüffeln und Lecken zugänglich sein."

Leichte Entwarnung für europäische Hunde

Dieser Hundekrebs entstand demnach bereits vor tausenden Jahren und wurde seitdem auf der ganzen Welt verbreitet. Das Gute: In Europa ist die Krankheit nicht besonders weit verbreitet. Allerdings steigen die Fallzahlen seit einigen Jahren, vermutlich durch den Import von Tieren aus Problem-Regionen.

"Obwohl ein Sticker-Sarkom bei Hunden ziemlich leicht diagnostiziert und behandelt werden kann, sind Tierärzte in Großbritannien möglicherweise nicht mit den Symptomen der Krankheit vertraut, da sie hier sehr selten ist", sagte Strakova. In Deutschland dürfte es sich ähnlich verhalten.

Also gilt: sicher ist sicher! Wenn ihr einen Rüden habt, lasst ihn in Zukunft besser nicht ganz so intensiv das Hinterteil anderer Hunde erkunden. Ein kleiner Schnüffler sollte allerdings keine allzu große Gefahr darstellen.

Titelfoto: 123RF/xelinda2000

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