Haben Hunde echt ein Zeitgefühl oder bilden wir uns das nur ein?

Während Frauchen oder Herrchen ihrer Arbeit nachgehen, müssen Hunde daheim oft lang warten, bis ihre gemeinsame Zeit wieder gekommen ist.

Wer hat an der Uhr gedreht, was wissen Hunde über Zeit?
Wer hat an der Uhr gedreht, was wissen Hunde über Zeit?  © 123rf.com/reddogs

Doch haben Hunde wirklich ein Gefühl dafür, was Zeit bedeutet?

Besonders wenn die Frage ansteht, ob ich meinen Hund längere Zeit alleine zu Hause lassen kann, stellt sich jeder Besitzer eine Handvoll Fragen. 

Schläft das Tier am Tage einfach ein, kommt ihm die Zeit endlos vor oder ahnt der Vierbeiner sogar, wann die Warterei ein Ende hat und die Tür sich öffnet?

Was bedeutet der Begriff Zeit für unseren Hund?

Hunde orientieren sich auch am Tagesablauf des Menschen.
Hunde orientieren sich auch am Tagesablauf des Menschen.  © 123rf.com/Ирина Мещерякова

Wie lang dauert eine Stunde? Klar: 60 Minuten möchte man meinen. Doch ob ich eine Stunde in der Warteschlange stehe, konzentriert arbeite oder intensiv Sport treibe: 1 Stunde wird von jedem Menschen ganz unterschiedlich wahrgenommen.

Selbst wir Menschen können ohne Uhr keine genaue Einschätzung der Zeit vornehmen. Das Gefühl für Zeit ist eben doch ganz stark nur ein Gefühl. 

Für Hunde spielt Zeit an sich keine übergeordnete Rolle. Der Hund ist ein Gewohnheitstier. Der Tagesablauf des Menschen macht die Dinge für unsere Tiere etwas vorhersehbarer.

Immer wiederkehrende Handlungen und Geräusche leiten unser Haustier durch den Tag. Auch Gerüche spielen dabei eine ganz entscheidende Rolle. 

Klare Strukturen geben dem Hund Halt und Orientierung

Düfte und Geräusche vermitteln Hunden ein Gefühl von Zeit.
Düfte und Geräusche vermitteln Hunden ein Gefühl von Zeit.  © 123rf.com/Iurii Sokolov

Wer sich jeden Morgen einen frischen Kaffee kocht und dazu noch Musik aufdreht, gibt damit auch seinem Hund ein eindeutiges Zeichen, dass der nächste Tag begonnen hat.

Lange Zeit führte Alexandra Horowitz die Bestsellerlisten mit ihrem Buch "Was denkt der Hund?" bzw. im Original "Inside of a Dog: What Dogs See, Smell and Know" an. Die Forscherin beschreibt darin genau, wie Hunde unsere Welt eigentlich wahrnehmen. Dabei spielt eben unter anderem der Duft des Raumes eine entscheidende Rolle. 

Kehrt der Besitzer etwa jeden Tag zur selben Zeit von der Arbeit heim, entwickelt der Hund ein Gefühl für diese Zeit und wird manchmal sogar schon vor Eintreffen von Herrchen oder Frauchen ganz unruhig.

Auch wenn Hunde keine genaue Vorstellung von der menschlichen Uhrzeit haben, lernen sie jedoch schnell Routinen kennen. Und wissen genau, welche Handlung auf welches Geschehen folgt. 

Sobald der Hundebesitzer die eigenen vier Wände verlassen hat, ändert laut Alexandra Horowitz der Raum mit der Zeit seinen Geruch. Herrchens/Frauchens Duft verblasst langsam und das gibt Hunden ein gewisses Gefühl für Zeit. 

Titelfoto: Bildmontage: 123rf.com/reddogs

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