Halbblinder Hund kämpft gegen Bär und erleidet schwere Verletzungen
New Mexico (USA) - Diese Heldentat könnte fast aus einem Hollywood-Film stammen: Im US-Bundesstaat New Mexico wuchs die zwölf Jahre alte Hündin Honey bei ihrer nächtlichen Patrouille über sich hinaus. Damit riskierte sie ihr Leben, rettete aber wohl viele andere.
Die betagte Fellnase ist längst nicht mehr aus dem Leben der Familie Martinez wegzudenken. Ob am Tag oder in der Nacht, die halbblinde Herdenschutzhündin wacht ununterbrochen über den Bauernhof ihrer Herrchen und deren tierische Bewohner.
Wie jeden Abend drehte Honey ihre gewohnte Runde, als sich plötzlich ein Bär vor der Hündin aufstellte.
Anstatt die Flucht zu ergreifen, ging Honey auf das Raubtier los und verteidigte über 60 Hühner und zwei Pferde, berichtete Española Humane in einem Facebook-Beitrag.
Besitzerin Denise Martinez bekam von alledem nichts mit. Erst als ihre Tochter Leanna die blutüberströmte Hündin am nächsten Morgen auf dem Hof liegen sah, eilten sie ihr zu Hilfe.
"Ihr Gesicht war auf der linken Seite geschwollen, also drehte ich ihren Kopf nach rechts, und da sah ich, dass ihr ganzer Hals von hinten bis ganz nach unten aufgerissen war", erklärte Denise gegenüber KOB4.
Den Tränen nahe und unter Schock sahen sich die Hofbesitzer die Aufnahmen einer Überwachungskamera an - die später den Beweis für den Bärenangriff lieferte.
"Wir werden nie genau erfahren, wie sich das in der Dunkelheit jener Nacht zugetragen hat, aber eines wissen wir: Honey hielt Stand gegen etwas, mit dem sie sich eigentlich nicht hätte anlegen dürfen", betonte ihr Herrchen.
Nach schweren Verletzungen: Hündin kämpft ums Überleben
Die Familie befürchtete, ihr langjähriges Familienmitglied infolge der Verletzungen zu verlieren. Sofort brachten sie die Hunde-Dame in eine Tierklinik, wo die Mediziner ihre Blutergüsse, Hautablösungen und Schwellungen umgehend versorgten.
Nach mehreren Tagen der Angst folgte dann die Erleichterung: "Honey hat es geschafft … und kein einziges Huhn wurde verletzt, beide Pferde waren vollständig geschützt". Die vierbeinige Heldin erholt sich derzeit von einer aufwendigen Rückenoperation.
"Sie ist unsere kleine Retterin. Sie trägt den Spitznamen Bärentöterin, und wir haben gerade herausgefunden, dass die Bärentöterin Angst vor dem Staubsauger hat", witzelte Denise.
Alle zwei Tage müsse die betagte Fellnase nun zum Verbandswechsel - auch für Honeys Besitzerin kein leichter Akt. "Unter Tränen bedankt sie sich immer wieder", schrieb die Tierarztklinik unter ihrem Beitrag.
Das tapfere Eingreifen der Herdenschutzhündin begeisterte nicht nur ihre Familie und das Praxis-Personal. "Was für eine tolle Seniorin Honey doch ist", kommentierte ein Nutzer auf Facebook.
Titelfoto: Fotomontage/Screenshots/Facebook/Española Humane

