Labrador soll nach herzlosem Gerichtsbeschluss unter den Hammer: Frauchen kämpft um Sorgerecht für ihren "Boon"

Bornheim (Rhein-Sieg-Kreis) - Ein Frauchen aus Nordrhein-Westfalen kann es nicht fassen: Nach ihrer Scheidung von ihrem Ex-Mann ordnete ein Richter an, dass ihr gemeinsamer Hund "Boon" an den Höchstbietenden versteigert werden soll. Jetzt kämpft sie um das "Sorgerecht" für den Labrador, von dem sie sich keinesfalls trennen will.

Susanne und ihr Labrador "Boon" sind seit circa fünf Jahren unzertrennlich. Doch ein Gerichtsbeschluss droht ihr den Hund zu entreißen.  © gofundme

Susanne Stieger will nicht akzeptieren, dass ihr vierbeiniger Lebensbegleiter "wie ein Gegenstand" unter den Hammer kommt: "Wer mehr Geld zahlt, bekommt ihn. Es zählt nicht, wer sich gekümmert hat, wer Zeit investiert und ihn versorgt hat, Tag für Tag. Für mich ist Boon kein Besitz. Er ist Familie. Mein Begleiter, mein Herzenshund", schrieb sie in ihrem Spendenaufruf auf der Plattform "GoFundMe".

Mit der fünfjährigen Fellnase an ihrer Seite sei die in einem Kinderheim tätige Erzieherin bereits durch dick und dünn gegangen, habe mit ihm die Hundeschule gemeistert, jeden Gang zum Tierarzt übernommen und Boon inzwischen sogar zu einem Therapiebegleithund ausgebildet.

Somit sei Boon nicht nur ein Haustier, sondern auch Arbeitskollege: "Wir arbeiten als Team in einem Kinderheim. Boon ist dort viel mehr als ein Hund - er ist für viele Kinder und Jugendliche ein sicherer Halt, ein Trostspender und verlässlicher Begleiter."

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All das könne sie von ihrem Ex-Mann nicht behaupten, den Susanne bloß als "Miteigentümer" bezeichnete, da er "kaum" in Boons Alltag präsent gewesen sei. Dass ihr Ex dennoch die Möglichkeit bekommen soll, den Hund allein wegen eines höheren Gebots zu bekommen, wurmt sie - und mit ihr fühlen bereits Hunderte Spender.

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Stolz, wie Frauchen: Boon ist heute sogar ein ausgebildeter Therapiehund.  © gofundme

Von dem ausgerufenen Spendenziel von 11.000 Euro hat Susanne (Stand Freitag, 15. Mai, 21 Uhr) bereits 8139 Euro gesammelt.

In einem Update vom vergangenen Sonntag zeigte sie sich vom Zuspruch überwältigt: "Ich habe das Gefühl, jeder einzelne hier ist an meiner Seite und ich stelle mich dem nicht allein. Vielen Dank!"

Dennoch befürchte sie das Schlimmste: "Leider ist davon auszugehen, dass die Gegenseite sehr viel bieten wird. Daher wurde auch von Beginn an auf Versteigerung geklagt - weil die Gegenseite eines hat: Geld!"

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Ob die gesammelten Spenden ausreichen, um das Höchstgebot für Boon abzugeben, wird sich noch zeigen müssen. Susanne kündigte bereits an, die gesammelten Spenden zurückzuerstatten, falls Boon an ihren Ex gehen sollte.

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