Menschen tragen für Ernies Schicksal Verantwortung, doch Bert sind Handicaps egal
Gießen - Dieses Duo sehnt sich einfach nur nach einem Für-immer-Zuhause voller Liebe und Geborgenheit! Die Hunde Ernie und Bert verbindet eine unzertrennliche Freundschaft, auch wenn die Vierbeiner mitunter ungleich sind.
Wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Tierschutzvereins aus Gießen berichten, wurden die nach Charakteren aus der Sesamstraße benannten Yorkshire Terrier aus Überforderung und Zeitmangel in dem Tierheim abgegeben.
Die beiden Hunde können nicht ohne einander, sind aufeinander angewiesen - und das, obwohl sie eigentlich sehr unterschiedlich sind. Sie werden deshalb nur gemeinsam ein neues Heim vermittelt.
Bei ihrer Ankunft war ihr Pflegezustand demnach leider erschreckend: viel zu lange Krallen, verfilztes Fell am ganzen Körper, voller Flöhe und teils Kot.
Anstatt auf ihren Ballen liefen Ernie und Bert, die aus einer "unseriösen Vermehrerzucht" stammen und einiges mitmachen mussten, auf Filzmatten.
Laut den Tierfreunden ist Ernie "ein trauriges Beispiel, was eine willkürliche, unseriöse und verantwortungslose Vermehrung von Hunden anrichten kann".
Der zwei Jahre alte Rüde ist das Ergebnis einer sogenannten "merle + merle" Verpaarung. Das Gen an sich führt zu einem besonderen Farbschlag, den viele optisch schön finden, es handelt sich dabei allerdings um einen Genfehler.
Hunde Ernie und Bert suchen Für-immer-Zuhause bei verantwortungsbewussten Menschen mit viel Zeit
Werden zwei Vierbeiner mit diesem Gen verpaart, sind deren Welpen schwer krank und teils nicht einmal lebensfähig. Die Tiere sind häufig weiß, können außerdem blind und/oder taub sein.
Ernie ist blind, laut dem Tierheim kann er wohl nur noch Lichtunterschiede wahrnehmen. Er scheint taub zu sein, hat leider auch Schwierigkeiten mit seinem Gleichgewichtssinn, was sich darin äußert, dass er den Kopf schräg hält, viel im Kreis läuft.
Aufhalten lässt sich der Kämpfer davon aber nicht!
Er kompensiert vieles mit seinem Geruchssinn - und der Hilfe von Bert, an dem er sich orientieren kann. Nimmt der Rüde einen Menschen in seiner Umgebung war, freut er sich sehr, agiert sofort unfassbar freundlich und ebenso aufgeschlossen.
Bert zeigt sich eher ruhig, aber aufgeschlossen. Er ist sechs Jahre alt, hat ein sehr freundliches Wesen und alle Behandlungen - wie auch Ernie - ruhig über sich ergehen lassen.
Gesucht werden Tierfreunde, die sich über Verantwortung und pflegerischen Aufwand bewusst sind und Ernie sowie Bert ein ruhiges und stabiles Umfeld bieten können. Auch über Paten, die würden sich das liebenswerte Duo zwischenzeitlich freuen.
Wer Platz in Haus und Herz hat, darf gerne montags bis freitags zwischen 10 und 12 Uhr sowie montags bis samstags zwischen 15 und 17 Uhr unter der Telefonnummer 064152251 oder per E-Mail Kontakt mit dem Tierheim aufnehmen.
Titelfoto: Montage: Tierschutzverein Gießen (2)

