Nach tödlicher Attacke auf einsamen Wildschwein-Frischling "Hinrich": Frau zeigt sich selbst an

Neustadt am Rübenberge - Mitte Mai wurde der Wildschwein-Frischling "Hinrich", der sich zuvor monatelang allein durchgekämpft hatte, in Neustadt am Rübenberge tot aufgefunden. Nun hat sich eine Frau selbst angezeigt.

Frischling "Hinrich" verzückte viele Spaziergänger und fand ein brutales Ende.  © privat

Das Schicksal von "Hinrich" hat viele Menschen in Neustadt am Rübenberge bewegt. Das Jungtier war von seiner Mutter verlassen worden und überlebte wider Erwarten ganz ohne Rotte im Wald.

"Hinrich hatte durch das fehlende Sozialgefüge seiner Familie kaum Scheu vor Menschen entwickelt. Man konnte sich ihm oft bis auf wenige Meter nähern", erzählte Hundetrainerin Lena Pickert im Gespräch mit TAG24.

Am 12. Mai wurde "Hinrich" diese Zutraulichkeit wohl zum Verhängnis - ein Hund tötete den Frischling durch einen Biss ins Genick.

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Der Tod des tapferen Tieres sorgte für einen Aufschrei in den sozialen Medien. Die Halterin habe sich laut Pickert in der Folge selbst angezeigt und meldete sich anschließend auch bei der Hundetrainerin, die den Fall publik gemacht hatte.

"Sie war sehr aufgelöst und hat immer wieder betont, wie leid es ihr tut und wie geschockt sie vom Verhalten des Hundes selbst war und dass sie damit überhaupt nicht gerechnet hat", so die 33-Jährige.

Die Halterin habe zugegeben, dass der Hund einen relativ ausgeprägten Jagdtrieb besitze, und sie auch wisse, dass es durchaus problematisch mit dem Hund sei.

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Jägerin hofft auf ein friedliches Miteinander

Lena Pickert (33) möchte Hundehalter zugunsten der Sicherheit von Wildtieren sensibilisieren.  © privat

"Sie stand wohl so unter Schock, dass sie erst mal einfach nur mit dem Hund nach Hause ist und den Vorfall verdrängt hat, weil sie überhaupt nicht wusste, wie sie mit der Situation umgehen soll", berichtet die Hundetrainerin.

Bei dem Hund handele es sich um einen großen Jagdhund-Mischling. Dass der Täter nun bekannt ist, bringt "Hinrich" zwar nicht zurück, verschafft Pickert aber trotzdem Genugtuung.

"Ich bin erst mal froh, dass die Person den Mut hatte, sich zu stellen. Ganz klar, es hat wahnsinnig viel gebracht, dass es sehr öffentlich geworden ist. Ansonsten glaube ich nicht, dass sie den Gang zur Polizei gewagt hätte", meint sie.

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"Mein Resümee daraus ist, dass es viele gab, die sehr betroffen waren, viele, die auch sehr einsichtig waren und schockiert, wie dicht Wildtiere sich auch an Wegen befinden können", so die 33-Jährige.

Pickert betont, dass es ihr und den anderen Jägern nicht darum gehe, den Hunden den Spaß zu verderben. "Es geht einfach um ein friedliches Miteinander, wo der Naturschutz einfach an vorderster Stelle steht", stellt sie klar.

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