Nachbarn leben in Angst: Hundehalter und sein Amstaff terrorisieren ganze Siedlung

Łódź - Die Bewohner einer Siedlung in der polnischen Stadt Łódź, rund 130 Kilometer südwestlich von Warschau gelegen, leben seit Jahren in Angst! Grund ist ein Nachbar, der die Leute mit seinem Hund terrorisiert.

Sie haben Gründe dafür, denn kranke Hunde überleben den Angriff eines aggressiven Amstaffs möglicherweise nicht.ihr unwesen treiben
Sie haben Gründe dafür, denn kranke Hunde überleben den Angriff eines aggressiven Amstaffs möglicherweise nicht.ihr unwesen treiben  © 123rf.com/Viorel Sima

Dieser American Staffordshire Terrier, kurz Amstaff, ist der Schrecken der Straße! Seit zehn Jahren schon würde sein Besitzer sich über Gesetze und Urteile hinwegsetzen.

Das Tier an die Leine nehmen? Scherte ihn bislang nicht! Trotz einer gültigen Gerichtsentscheidung gegen den Hundebesitzer weigerte der sich, eine Leine zu benutzen.

Laut dem polnischen Nachrichtenportal "Polsat News" gebe es auch noch ein weiteres Problem: Der aggressive Vierbeiner greift immer wieder andere Haustiere an, wenn ihre Halter mit ihnen spazieren gehen.

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Und inzwischen fragen sich die Anwohner, wann sie den Attacken von Hund und Herrchen selbst zum Opfer fallen werden.

Genau das passierte vor zwei Jahren Agnieszka Lesiak, die in derselben Siedlung lebt. Als der Amstaff eines Tages wieder einmal sein Unwesen trieb, fiel er ihren schon älteren, herzkranken Hund an.

"Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich nach dem Angriff erheblich und er hörte auf, zu laufen", sagte Lesiak. Drei Monate später sei ihr kleiner Liebling gestorben. Nun habe sie Angst, mit ihrem neuen Hund raus zu gehen.

"Ich nehme Pfefferspray mit und gehe eine andere Strecke", gab sie zu.

Der Fall landete schon acht Mal vor Gericht

Eine andere Nachbarin machte zudem darauf aufmerksam, dass es "nicht nur um die Hunde" betreffe. "Es geht auch um Kinder, die spielen. Dieser Hund ist ist nie angeleint und trägt auch keinen Maulkorb".

Wegen mangelnder Aufsicht über das Tier hat die Polizei den Fall bereits acht Mal ans Gericht verwiesen. Siebenmal wurde der Besitzer zu einer Geldstrafe verdonnert. Das achte Urteil wurde vor zwei Monaten gesprochen und ist noch nicht rechtskräftig: Der Verurteilte muss dann wahrscheinlich für 20 Tage ins Gefängnis. Doch der behauptete frech, dass sein Hund nie zuerst angreifen würde.

Inzwischen hat der Tierschutzverein Łódź auf Bitte der Anwohner den Fall übernommen. Der Verein will Anzeige erstatten. Denn der Hundehalter ist seinem Amstaff gegenüber selbst aggressiv. So habe er das Tier wiederholt geschlagen, mit einem elektronischen Halsband gequält und gegen dessen Hoden getreten.

Für Tiermissbrauch droht ihm dann eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren. Das Gericht kann den Hund seinem Besitzer auch wegnehmen.

Titelfoto: 123rf.com/Viorel Sima

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