Chemnitz - Das Tierheim Chemnitz ist am Limit. In den 44 Zwingern leben derzeit 47 Hunde - viele mit traurigen Schicksalen. Einer der Hunde, die auf ein neues Zuhause hoffen, ist Schäferhund Cooper.
Der achtjährige Rüde wartet seit April im Tierheim. Sein früheres Frauchen ließ ihn wochenlang allein in einer Wohnung zurück. Erst Nachbarn wurden durch sein Jaulen aufmerksam und alarmierten das Veterinäramt.
Die Folgen dieser Vernachlässigung sind bis heute spürbar. Cooper leidet unter einer chronischen Ohrenentzündung, die regelmäßig mit Salben behandelt werden muss.
Zudem hat er eine leichte Hüftarthrose und eine degenerative Veränderung der Wirbelsäule, durch die Nerven eingeengt werden.
Wegen der Schmerzen ist er dauerhaft auf Medikamente angewiesen mit möglichen Folgen für seine Organe.
Cooper ist ein freundlicher und menschenbezogener Hund
"Die Tierärztin geht davon aus, dass ihm vielleicht noch etwa ein Jahr bleibt", sagt Tierpflegerin Vanessa Haasper (32). Deshalb wünschen sich die Mitarbeiter für Cooper kein langes Warten im Tierheim, sondern einen letzten schönen Lebensabschnitt in einem liebevollen Zuhause. "Wir wollten ihm noch ein Zuhause ermöglichen, in dem er eine schöne Zeit hat, bevor es irgendwann nicht mehr geht", sagt Haasper.
Trotz seiner gesundheitlichen Probleme ist Cooper ein freundlicher und menschenbezogener Hund. Mit anderen Hunden, Katzen oder anderen Tieren kommt er allerdings nicht gut zurecht. In der Öffentlichkeit trägt er deshalb einen Beißschutz.
Seine größte Leidenschaft sind Beißseile. "Da geht er vollkommen auf. Man merkt richtig: Da strahlt der ganze Hund", sagt Weißbach.
Für Cooper sucht das Tierheim Menschen, die seine Geschichte kennen und ihm trotzdem eine Chance geben: "Er müsste zu jemandem, der sagt: Ich bin mir bewusst, dass er nicht mehr lange hat. Aber die Zeit, die mache ich ihm noch schön. Und es geht so lange, wie es geht. Jeder Tag ist ein Bonus-Tag, den nutzen wir."