Kreis Nordfriesland - Es besteht der Verdacht der massiven Tierquälerei: Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln gegen fünf Männer, die im Kreis Nordfriesland (Schleswig-Holstein) wiederholt Schafe ohne Betäubung geschlachtet haben sollen.
Wie die Behörden am Mittwoch mitteilten, war bereits am 27. Mai dieses Jahres ein landwirtschaftlicher Betrieb durchsucht und durch das zuständige Veterinäramt kontrolliert worden, nachdem es einen Hinweis aus der Bevölkerung gegeben hatte.
Dabei wurden in einem Stalltrakt mehrere Männer angetroffen, die gerade dabei waren, ein Schaf zu enthäuten. Ein weiteres Tier blutete zu diesem Zeitpunkt durch einen Kehlenschnitt aus.
Die Schlachtung wurde umgehend unterbrochen und die Tierkörper wurden zur Untersuchung ins Landeslabor gebracht. Laut den nun vorliegenden Ergebnissen wurden die Tiere vor der Schlachtung nicht betäubt, wie es in Deutschland nach dem Tierschutzgesetz eigentlich vorgeschrieben ist.
Ermittelt wird gegen fünf Männer, insbesondere gegen zwei Libyer sowie einen Syrer. Zudem stehen der Leiter des landwirtschaftlichen Betriebes und sein Sohn in Verdacht, von den illegalen Schlachtungen gewusst und diese ermöglicht zu haben.
Polizei und Staatsanwaltschaft wiesen in diesem Zuge darauf hin, dass die Beschuldigten bis zu einer eventuellen rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig gelten.