Tierquälerei-Vorwurf gegen Pferdeshow: Neue Videos zu "CAVALLUNA" veröffentlicht

Stuttgart - Kurz vor dem Start der Pferdeshow "CAVALLUNA – Tor zur Anderswelt" in Stuttgart am kommenden Samstag steht die Produktion erneut in der Kritik. Gegenüber TAG24 nahmen die Verantwortlichen Stellung zu den Vorwürfen.

Bei der Show "Cavalluna" sollen tierschutzwidrig Praxen eingesetzt werden.
Bei der Show "Cavalluna" sollen tierschutzwidrig Praxen eingesetzt werden.  © Bildmontage: PETA Deutschland e.V.

Die Tierrechtsorganisation PETA veröffentlichte am 4. März 2026 neues Videomaterial, das Verstöße gegen das Tierwohl belegen soll. Die Organisation fordert ein generelles Verbot von Pferden in Unterhaltungsshows.

Laut PETA zeigen aktuelle Aufnahmen aus dem Programm die Anwendung der sogenannten "Rollkur". Dabei werden die Köpfe der Pferde durch Zügelgewalt extrem eng an die Brust gezogen. Diese Praxis gilt laut offiziellen Leitlinien für den Pferdesport als tierschutzwidrig, da sie die Sicht und die Atmung der Tiere massiv einschränkt.

Dr. Yvonne Würz, Fachreferentin bei PETA, spricht von einem "strukturellen Problem der Showproduktion". Die Organisation kritisiert zudem den Einsatz von Spezialeffekten wie Feuer und grellem Licht, die für die Pferde als Fluchttiere erheblichen Stress bedeuten würden.

Verkehrsrowdy auf vier Pfoten: Störrischer Biber leistet Widerstand gegen das Gesetz
Tiere Verkehrsrowdy auf vier Pfoten: Störrischer Biber leistet Widerstand gegen das Gesetz

Iris Heider von CAVALLUNA äußerte gegenüber TAG24: "CAVALLUNA lehnt jedwede tierschutzwidrige Praktik ab, wozu die Rollkur unweigerlich zählt. Kurze Videoausschnitte oder Fotos können nie das komplette Bild einer Situation widerspiegeln, da der Kontext fehlt." Auch beim Einsatz von Effekten stünde die Sicherheit und Stressvermeidung der Tiere im Vordergrund.

"Wir bekommen regelmäßig Feedback von Kunden, die positiv überrascht die ruhige Atmosphäre backstage loben. Das Training besonderer Nummern wie Feuer wird über Jahre sorgfältig aufgebaut und die Tiere sehr langsam daran gewöhnt", so Heider.

Bereits im Mai 2025 hatte PETA Strafanzeige gegen die Verantwortlichen der "Apassionata World GmbH" bei der Staatsanwaltschaft Berlin erstattet. Dieses Verfahren ist nach Angaben der Organisation weiterhin anhängig.

Verbindungen zur Stierkampfszene

Laut PETA sollen die Pferde bei der Show "Cavalluna" vor den Augen des Publikums leiden.
Laut PETA sollen die Pferde bei der Show "Cavalluna" vor den Augen des Publikums leiden.  © PETA Deutschland e.V.

Ein weiterer Kritikpunkt der Tierschützer betrifft die Herkunft einiger Equipen. Laut PETA-Recherchen stehen zwei der engagierten Mitglieder in direktem Zusammenhang mit der spanischen und französischen Stierkampfszene. Die Organisation bemängelt, dass Reiter, die sonst in Arenen auftreten, bei der familienfreundlichen Show als Stars gefeiert werden.

"Dieser lebensverachtenden Praxis fallen nicht nur Stiere zum Opfer. Auch Pferde werden häufig verletzt, verängstigt, ausgebeutet und sterben teils in der Arena", erklärte die Organisation in einer Mitteilung.

"Die Pferde gehören nicht CAVALLUNA, sondern den Reitern und Equipen selbst und werden über viele Jahre mit viel Herzblut, Arbeit und finanziellem Einsatz ausgebildet", stellte Heider von CAVALLUNA klar. Es liege allen am Herzen, die Tiere so lange wie möglich gesund und zufrieden zu erhalten.

Katzenopa Rudi hofft auf sein Happy End: Trotz gesundheitlicher Probleme
Tiere Katzenopa Rudi hofft auf sein Happy End: Trotz gesundheitlicher Probleme

PETA appelliert an das Stuttgarter Publikum, die Aufführungen nicht zu besuchen. Die Show "Tor zur Anderswelt" startet ab diesem Wochenende in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle in Stuttgart und lockt jährlich Tausende Besucher an.

Die Tierschützer kündigten an, ihre Kritik auch weiterhin öffentlichkeitswirksam zu begleiten.

Titelfoto: Bildmontage: PETA Deutschland e.V.

Mehr zum Thema Tiere: