Vom Aussterben bedroht: Wieso 85 Feldhamster ums Überleben kämpfen

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Von Volker Danisch 

Pulheim - Der Start in die gefahrenreiche Freiheit wird den jungen Feldhamstern mit etwas Hirse oder Papageienfutter versüßt: In Pulheim bei Köln sind in den vergangenen Tagen und Wochen insgesamt 85 Tiere ausgewildert worden. Sie kommen aus dem Artenschutzzentrum in Metelen im Münsterland. 

Feldhamster sind vom Aussterben bedroht.
Feldhamster sind vom Aussterben bedroht.  © Henning Kaiser/dpa

Im Kornfeld heißt es, schnell Schutz vor Fressfeinden und auch Hitze zu finden. Deshalb bohren Mitarbeiter einer Biologischen Station zuerst etwa 1,5 Meter tiefe Löcher schräg in die Erde. Futter kommt dort hinein. Nach ihrer Ankunft können die Feldhamster dann direkt in diese künstlichen Eingänge schlüpfen. 

Bei der jüngsten Auswilderung sind 24 Feldhamster angekommen. Sie sind hier nicht die Ersten ihrer Art. Die Population in Pulheim sei im Frühjahr auf 250 bis 300 Tiere geschätzt worden, sagt Projektleiterin Anika Hirz. Baue seien auf dieser Auswilderungsfläche, einer weiteren sowie im Umfeld kartiert worden.

Das Artenschutzzentrum in Metelen ist der Dreh- und Angelpunkt der Bemühungen, den Feldhamster in Nordrhein-Westfalen vor dem Aussterben zu bewahren.

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Dort werden Feldhamster in Großboxen für die Nachzucht gehalten. Bei der Verpaarung im Frühjahr ist genetische Vielfalt ein wichtiges Kriterium. 

Wo ist der Feldhamster bereits verschwunden?

In Pulheim wurden jetzt 85 Tiere ausgesetzt.
In Pulheim wurden jetzt 85 Tiere ausgesetzt.  © Henning Kaiser/dpa

Aus der Nachzucht in Metelen sind in diesem Jahr 168 Feldhamster ausgewildert worden. In den Vorjahren waren es mit jeweils mindestens 200 mehr Tiere. In Nordrhein-Westfalen gab es drei Auswilderungen in Pulheim mit den 85 Tieren. In die Niederlande kamen 83 Tiere ebenfalls an drei Terminen.

Der Feldhamster galt in Nordrhein-Westfalen kurzzeitig als ausgestorben, wie das Bundesamt für Naturschutz berichtete. Er komme nun dank Nachzucht und Wiederansiedlung wieder vor. In vielen Bundesländern sei er vom Aussterben bedroht. In mehreren Bundesländern sei die Art schon länger ausgestorben. 

Laut des Landesamtes für Natur, Umwelt und Klima NRW stellen Verträge mit Landwirten sicher, dass auf den Auswilderungsflächen auf Ernten verzichtet wird. Getreide werde erst im Oktober abgemäht und erst dann der Boden für die Einsaat bereitet. Es gebe auch Schutzzäune um Auswilderungsflächen. 

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Der Feldhamster steht auf dem Speiseplan vieler Tiere von Rotmilan über Eule bis zu Fuchs und Wiesel. Wo es ihm gut geht, finden auch andere Lebewesen Unterschlupf oder Nahrung - vom Rebhuhn bis zu Insekten. Der Feldhamster ist lange Zeit wegen seines Fells gejagt und als Schädling bekämpft worden.

Titelfoto: Henning Kaiser/dpa

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