Von Birgitta von Gyldenfeldt
Flensburg - Normalerweise kann man beim "Whalewatching" in der Flensburger Förde nur Schweinswale beobachten.
Seit Anfang des Jahres lockt hier allerdings ein weitaus größerer Wal auch bei niedrigen Temperaturen Neugierige auf die Spazierwege, Molen und Uferpromenaden in und um Flensburg (Schleswig-Holstein). Der Meeressäuger wird immer wieder zwischen dem Flensburger Hafen und dem dänischen Kollund gesichtet.
Es sei auf jeden Fall ein Finnwal, sagte Judith Denkinger vom Deutschen Meeresmuseum in Stralsund der Deutschen Presse-Agentur. Sie habe am 7. Januar eine erste Meldung über eine Walsichtung bei Flensburg erhalten. Dass es sich dabei um dasselbe Tier handelt, sei an einer charakteristischen Kerbe an der Rückenfinne zu erkennen.
Dagmar Struß, die ehemalige Leiterin der NABU-Landesstelle Ostseeschutz freute sich über den seltenen Besuch. "Wir haben das große Glück, dass wir mal einen Finnwal sehen können in der Flensburger Förde", sagte sie.
Eigentlich sind ihr zufolge in der Ostsee nur die kleinen Schweinswale zu Hause. Es kommen aber auch immer wieder große Wale wie Buckel- und Finnwale in das Gewässer.
Sie folgen in der Regel Heringsschwärmen, wie Struß sagte. "Sie kommen also nicht aus Versehen, sondern schwimmen der Nahrung hinterher."
Der Wal sei an seiner Finne gut zu erkennen
An diesem Morgen konnte er erneut vor Flensburg-Fahrensodde beobachtet werden. Am besten ist das Tier zu sehen, wenn keine Wellen auf dem Wasser sind.
"Ich habe gar nicht so richtig damit gerechnet, ihn zu sehen", sagte eine neugierige Frau. "Es sind ja nur kurze Momente, aber es ist irgendwie einfach faszinierend."
Sie sei total verzaubert, sagte eine Spaziergängerin, die den Wal ebenfalls erblicken konnte. So etwas habe sie noch nie gesehen.
"Wunderschön, einfach traumhaft. Und gestern noch die Polarlichter am Abend bei uns. Was will man mehr."