Illegale Tötungen? Wo sind Bayerns Wölfe?

Von Marco Hadem

München - Der Bund Naturschutz (BN) wirft der bayerischen Staatsregierung eine Verschleierungstaktik bei illegalen Wolfstötungen vor. Man beruft sich dabei auf die Antworten der beteiligten Ministerien auf eine Anfrage der Grünen im Landtag.

Werden heimlich Wölfe getötet: Eigene Erkenntnisse zu illegalen Abschüssen gibt die Staatsregierung nicht preis.  © Patrick Pleul/dpa

Hier wurden weder Fragen zum Verbleib von ganzen Wolfsrudeln noch Details zu möglichen Hinweisen auf illegale Tötungen beantwortet.

"Bei Nutztierrissen ist die Staatsregierung sofort zur Stelle und fordert ein schärferes Vorgehen gegen Wölfe", sagte die stellvertretende BN-Vorsitzende Beate Rutkowski.

"Doch wenn Wölfe illegal getötet werden, herrscht auffällige Zurückhaltung."

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Konkret heißt es etwa auf die Frage nach Erklärungen zum Verschwinden der Wolfsrudel am Staffelsee, im Altmühltal und im Grenzgebiet zu Tschechien, dass der Staatsregierung dazu "nähere Erkenntnisse" nicht vorlägen.

Weiter: "Das Monitoring zeigt, dass durchziehende Einzeltiere und abwandernde Jungtiere neue Territorien besiedeln."

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Verdächtig: Bayerische Wölfe fehlen in der Liste

Eigene Erkenntnisse zu illegalen Wolfstötungen gibt die Staatsregierung in ihrer Antwort in der Tat nicht preis, stattdessen verweist sie auf eine Liste der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes.

Der BN kritisierte, dass zwei bekannte illegale Tötungen aus dem Oktober und November 2025 in dieser Liste fehlten. Der Verdacht liegt nahe, dass es weitere Hinweise und Verdachtsfälle gibt, die von der Staatsregierung unter den Teppich gekehrt werden", sagte Rutkowski.

Das illegale Töten von Wölfen ist eine Straftat. Es drohen bis zu 50.000 Euro Strafe oder bis zu fünf Jahren Knast.

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