Sie dachten, es ist ein Hund: Touristen finden niedliches Tier im Wald und nehmen es mit

Bielsko (Polen) - In den Beskiden in Polen haben Touristen mitten im Wald ein niedliches Tier gefunden. Weil sie dachten, dass es ein Hundewelpe ist, nahmen sie das kleine Wesen einfach mit. Das war keine gute Idee!

Diesen kleinen Wolfswelpen nahmen die Touristen aus dem Wald mit. Nun suchen Tierschützer sein Rudel - und seine Mutter.
Diesen kleinen Wolfswelpen nahmen die Touristen aus dem Wald mit. Nun suchen Tierschützer sein Rudel - und seine Mutter.  © Michał Figura, Stowarzyszenie dla Natury "Wilk"

Ihren eigenen Angaben zufolge hätten die Urlauber am Sonntag einen Hund gesehen, der einen Welpen im Maul trug und in der Nähe der Menschen plötzlich fallen ließ.

Den Gelegenheitstouristen in dieser Region sei in dem Moment nicht bewusst gewesen, dass sie das Tierbaby einfach in Ruhe lassen sollten. Stattdessen nahmen sie es mit, berichtet das polnische Nachrichtenportal "Polsat News". Am Ende landete der Kleine im Rehabilitationszentrum für Wildtiere in Bielsko.

Sabina Nowak, Leiterin der Vereinigung "Stowarzyszenie dla Natury 'Wilk'" (dt.: Verein für Natur "Wolf") erklärte, dass die Wanderer mitten am Tag offenbar auf eine Wölfin trafen, die vom frei umherlaufenden Hund der Leute aufgeschreckt wurde.

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Möglicherweise witterte die Wolfsmutter Gefahr und in ihrer Panik wollte sie ihr Junges in ihrem Maul wegtragen, um es in Sicherheit zu bringen.

"Der Hund näherte sich wahrscheinlich dem Ort, an dem sich das Weibchen und das Junge befanden", sagte Nowak weiter. "Die Situation muss sehr angespannt gewesen sein. Leider lassen viele Menschen ihre Hunde beim Wandern frei rumlaufen."

Doch dann passierte das Drama: Die Wölfin ließ ihren Nachwuchs fallen und die Touris nahmen den etwa zwei Wochen alten Wolfswelpen mit.

Menschen ließen der Wolfsmutter keine Chance, zu ihrem Jungen zurückzukehren

Wölfe stehen in Polen unter strengem Schutz.
Wölfe stehen in Polen unter strengem Schutz.  © 123rf.com/Piotr Krześlak

"Es ist schwer, den Leuten die Schuld zu geben. Sie hatten keine Ahnung, dass es ein Wolf war. Der Welpe sieht aus wie der eines Deutschen Schäferhundes. Sie wollten helfen. Das ist eine ganz natürliche Reaktion", sagte Nowak.

Und weiter: "Sie gaben dem Wolf keine Chance, für den Welpen zurückzukehren."

Nach einem kurzen Zwischenaufenthalt im städtischen Zoo in Żywiec wurde der kleine Wolf in das Wildtierzentrum in Bielsko gebracht. Doch er soll bald wieder in das Rudel und damit zu seiner Mutter zurückkehren!

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Aktuell sucht die Tierschutzorganisation nach der Familie des Mini-Wolfes, der in einem "ausgezeichneten Zustand" sei.

"Wir möchten uns bei allen bedanken, die uns geholfen haben, den Ort zu definieren, an dem der Wolfswelpe gefunden wurde. Diese Informationen werden uns bei unseren Bemühungen, ihn der Gruppe zurückzugeben, sehr helfen", schrieb der Naturverein auf Facebook und riet:

"Wenn jemand im Wald einen jungen Wolf oder einen unbeaufsichtigten Luchs trifft, berühren Sie ihn nicht, machen Sie ein paar Fotos, bestimmen Sie den GPS-Standort und senden Sie uns eine Nachricht."

Titelfoto: Michał Figura, Stowarzyszenie dla Natury "Wilk"

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