Ukraine-Krieg: Ballistische Raketen aus Russland treffen Kiew - neun Tote, über 30 Verletzte

Ukraine - Erneut hat Russland die ukrainische Hauptstadt Kiew in der Nacht mit ballistischen Raketen angegriffen und dabei viele Menschen getötet und verletzt. Der Bürgermeister der Millionenstadt, Vitali Klitschko, schrieb bei Telegram von mindestens 9 Toten und mehr als 30 Verletzten, darunter vier Minderjährige.

Ballistische Raketen aus Russland treffen die ukrainische Hauptstadt - erneut mit verheerenden Folgen.  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

Der Bürgermeister der Millionenstadt, Vitali Klitschko, berichtete auf der Plattform Telegram, in mehreren Bezirken seien Wohnhäuser und Gewerbegebäude beschädigt worden sowie Autos in Brand geraten. 

Ein fünfstöckiges Wohnhaus sei durch herabstürzende Raketentrümmer beschädigt worden, in ihm seien Menschen eingeschlossen, schrieb Klitschko. 

Zuvor hatte er von Explosionen in der Stadt berichtet und mitgeteilt, Kiew werde mit ballistischen Raketen angegriffen. Die Menschen sollten in Schutzräumen bleiben. Erneut verbrachten viele Bewohner die Nacht in U-Bahnstationen oder im Freien. Das genaue Ausmaß der Schäden war zunächst noch unklar.

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1. August, 10.57 Uhr: Ballistische Raketen aus Russland treffen die ukrainische Hauptstadt

Russland griff die Ukraine laut Präsident Wolodymyr Selenskyj mit 35 Raketen und Marschflugkörpern, darunter 27 ballistische Raketen, sowie 185 Drohnen an.

Nur eine ballistische Rakete sei abgefangen worden, einfach weil es keine Raketen für Patriot-Systeme gebe, schrieb er in sozialen Medien und appellierte an die Partner seines Landes. Mittel zur Flugabwehr würden nicht in Lagern für hypothetische Szenarien gebraucht, sondern jetzt in der Ukraine. Dazu veröffentlichte er Fotos und einen Videozusammenschnitt, die Einsatzkräfte und Zerstörungen an Wohnhäusern zeigen.

Beschädigt wurden ihm zufolge 18 Häuser, eine Schule, die litauische Botschaft und Infrastruktureinrichtungen in Kiew.

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Ballistische Raketen aus Russland treffen die ukrainische Hauptstadt – erneut mit verheerenden Folgen.  © Dan Bashakov/AP/dpa

31. Juli, 17.01 Uhr: Kiew greift Lagerhaus und Raffinerie in Wolgograd an

Ukrainische Drohnen haben in der russischen Millionenstadt Wolgograd ein weiteres Lagerhaus des Online-Händlers Wildberries und eine Ölraffinerie in Brand gesetzt.

Gouverneur Andrej Botscharow bestätigte die Einschläge und schrieb auf dem Telegramkanal der Gebietsverwaltung von fünf Verletzten durch die Angriffe. Neben den Industrieobjekten seien in der Stadt, die früher Stalingrad hieß, auch ein Wohnblock und ein privates Wohnhaus beschädigt worden, schrieb er. Später teilten die Behörden mit, dass wegen der Größe des Feuers zusätzliche Einheiten zu den Löscharbeiten ausgerückt seien. Auch Wildberries selbst bestätigte den Treffer in seinem Lagerhaus.

31. Juli, 12.46 Uhr: Russische Marschflugrakete über Polen abgestürzt

Polen hat bestätigt, dass es sich bei einem Geschoss, das nahe der Grenze zur Ukraine abgestürzt ist, um eine russische Marschflugrakete handelte.

"Ich habe mit dem Einsatzleiter gesprochen und wir können mit absoluter Sicherheit bestätigen, dass es sich um eine russische Kh-101-Rakete handelt", sagte der stellvertretende Verteidigungsminister Cezary Tomczyk am Donnerstagabend.

Er erklärte, die Rakete sei potenziell sehr gefährlich und könne auch Atomsprengköpfe tragen.

Das Objekt stürzte in einem unbewohnten Gebiet in der Nähe des Dorfes Tarnawa Kolonia, etwa 90 Kilometer südlich von Lublin, ab, wo am frühen Morgen Alarm ausgelöst wurde.

Polizisten, Soldaten und Feuerwehrleute sind in der Nähe des Dorfes Tarnawa-Kolonia im Osten Polens im Einsatz.  © Wojtek Jargilo/PAP/dpa

31. Juli, 9.38 Uhr: Trump ist "nicht sicher" über Patriot-Lizenzen für die Ukraine

US-Präsident Donald Trump ist einem Bericht der britischen "Financial Times" zufolge "nicht sicher", ob die US-Regierung der Ukraine Lizenzen für den Bau von Patriot-Luftabwehrraketen erteilen wird.

"Wir prüfen das", sagte Trump der "Financial Times", wie die Tageszeitung am Donnerstag berichtete. "Es ist eine sehr außergewöhnliche Waffe, und wir müssen ein wenig vorsichtig sein, wem wir eine Lizenz erteilen", fügte er hinzu.

Nach Angaben der UNO hatte Russland mit ballistischen Raketen im Juni die meisten ukrainischen Zivilisten in einem Monat seit April 2022 getötet. Diese Raketen kann die ukrainische Luftabwehr nur mit Patriot-Systemen aus den USA abfangen, an denen es jedoch mangelt. Diese Situation hat sich seit dem Beginn des Iran-Krieges im Februar noch weiter verschärft.

31. Juli, 8.54 Uhr: Kiew greift Lagerhaus und Raffinerie in Wolgograd an

Ukrainische Drohnen haben in der russischen Millionenstadt Wolgograd ein weiteres Lagerhaus des Online-Händlers Wildberries und eine Ölraffinerie in Brand gesetzt.

Gouverneur Andrej Botscharow bestätigte die Einschläge und schrieb auf dem Telegramkanal der Gebietsverwaltung von fünf Verletzten durch die Angriffe. Neben den Industrieobjekten seien in der Stadt, die früher Stalingrad hieß, auch ein Wohnblock und ein privates Wohnhaus beschädigt worden, schrieb er.

Später teilten die Behörden mit, dass wegen der Größe des Feuers zusätzliche Einheiten zu den Löscharbeiten ausgerückt seien. Auch Wildberries selbst bestätigte den Treffer in seinem Lagerhaus.

Ukrainische Drohnen sind bei einem Angriff auf die russische Stadt Wolgograd zum Einsatz gekommen.  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

31. Juli, 6.12 Uhr: Selenskyj erhebt Vorwürfe gegen Verbündete

Kampfflugzeuge konnten nach Darstellung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj eine beträchtliche Anzahl von russischen Marschflugkörpern abschießen. Zugleich verwies der Präsident erneut auf den "kritischen Mangel" an Patriot-Raketen für die Luftabwehr.

Er forderte die Verbündeten – wie zuletzt immer wieder – zur Lieferung der Waffen auf. "Verspätete Hilfe und Verzögerungen bei der Lieferung von Raketenabwehrsystemen führen genau zu solchen Zerstörungen und genau zu solchen Opfern, wie wir sie heute leider erleben."

Überraschend kamen die Angriffe indes nicht: Selenskyj hatte am Mittwoch vor einer unmittelbar bevorstehenden schweren Attacke Russlands aus der Luft gewarnt. Er berief sich dabei auf einen Lagebericht des ukrainischen Luftwaffenchefs. 

Präsident Selenskyj beklagt eine überlastete Flugabwehr.  © Teresa Suarez/POOL EPA/AP/dpa

30. Juli, 22.16 Uhr: Ukrainische Häfen blockiert – Export von Eisenerz stockt

Wichtige Eisenerz-Exporteure der Ukraine müssen wegen der Blockade der Schwarzmeerhäfen vorübergehend den Betrieb einschränken.

Der Chef des Bergbaukombinats Poltawa, Viktor Lotous, kündigte Medienberichten zufolge im Parlament einen Stillstand der Förderung von 10 bis 20 Tagen an. Drei von vier Schiffen mit Eisenerzkonzentrat könnten nicht auslaufen. Überdies sei eins der Schiffe von einer russischen Drohne beschädigt worden, dabei sei ein Matrose ums Leben gekommen.

Auch das große Bergbaukombinat von Krywyj Rih hat wegen der russischen Angriffe auf die ukrainischen Häfen die Eisenerzförderung in seinem Tagebau eingeschränkt.

Wichtige Eisenerz-Exporteure der Ukraine müssen wegen der Blockade der Schwarzmeerhäfen vorübergehend den Betrieb einschränken.  © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

30. Juli, 22.14 Uhr: Selenskyj - Russen schossen mit nordkoreanischer Rakete

Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hat Russland bei seinem schweren Luftangriff erstmals seit längerer Zeit wieder eine Rakete aus Nordkorea eingesetzt.

Gerade diese Rakete habe das Wohnhaus einer Großfamilie in Raduschne bei Krywyj Rih getroffen, sagte Selenskyj in einer Videoansprache aus Kiew. "Natürlich wird es noch Untersuchungen geben, alles wird überprüft werden, aber nach derzeitigem Stand handelt es sich um eine nordkoreanische ballistische Rakete."

Selenskyj warf Moskau vor, sich mit dem "wahnsinnigen Regime in Nordkorea" zu verbünden, um Waffen und Soldaten zu bekommen. In Raduschne wurden nach vorläufigen Angaben sechs Mitglieder einer Familie getötet, wobei in dem völlig zerstörten Haus zehn Menschen wohnten.

30. Juli, 20.29 Uhr: Betrug beim Drohnenbau? Moskauer Mayo-Milliardär festgenommen

Wegen Betrugsverdachts beim Drohnenbau hat die russische Justiz Medienberichten zufolge den Milliardär Jewgeni Kustow festgenommen.

Mit Kustow sei auch der Generaldirektor seines Lebensmittelkonzerns Efko, Jewgeni Ljaschenko, in Gewahrsam genommen worden, berichtete das Internetportal RBK. Die Vorwürfe drehen sich demnach um einen Staatsauftrag zum Bau von Drohnen, die Russland auch in seinem Angriffskrieg verwendet.

Dem unabhängigen Internetportal "Agentstwo" zufolge geht es um die schwere Transportdrohne C-80, die das russische Militär zur Versorgung seiner Soldaten an der Front im Ukraine-Krieg nutzt. An der Drohne gibt es scharfe Kritik aus Armeekreisen.

30. Juli, 16.18 Uhr: Zehn Tote bei Angriffswelle - Brände in Russland

Bei neuen massiven Raketen- und Drohnenschlägen gegen ukrainische Städte hat Russland Tod und Zerstörung über das Land gebracht.

Landesweit gab es in der Ukraine laut Behörden mindestens zehn Tote und Dutzende Verletzte. Auch die Stadt Lwiw (früher Lemberg) im Westen des Landes nahe der polnischen Grenze beklagte schwere Zerstörungen. Ein mutmaßlich von Russland abgefeuerter Marschflugkörper drang zudem in den polnischen Luftraum ein und stürzte in Polen ab, wie die Regierung in Warschau mitteilte. Damit verletzte Moskau den Angaben nach wie bei ähnlichen Fällen in der Vergangenheit einmal mehr den Luftraum eines Nato-Mitgliedstaates.

Moskau attackiert ukrainische Städte massiv mit Raketen. Die Flugabwehr ist überlastet, wie auch Präsident Selenskyj beklagt. Kiews Gegenschläge treffen Russland hart.  © Mykola Tys/AP/dpa

30. Juli, 16.15 Uhr: EU erschwert Ukrainern Flucht vor Krieg - Was ändert sich?

Fast 4,4 Millionen Menschen aus der Ukraine haben bisher in der Europäischen Union Schutz gefunden.

Doch die EU erschwert ukrainischen Männern nun die Flucht vor dem Krieg gegen Russland: Wehrfähige Ukrainer profitieren in Deutschland und anderen EU-Staaten künftig nicht mehr von vereinfachten Aufnahmeregeln, wie ein Sprecher nach einem entsprechenden Beschluss des Rates der Mitgliedstaaten sagte. Die Verordnung wird demnach in Kürze im EU-Amtsblatt veröffentlicht, einen Tag später treten die neuen Regeln in Kraft. 

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