Ukraine-Krieg: EU beginnt Verhandlungen mit Ukraine um Beitritt

Ukraine - Während einer neuen Welle russischer Luftangriffe auf die Ukraine ist auch die Hauptkirche des zum Weltkulturerbe zählenden Höhlenklosters in Kiew in Brand geraten.

Das zum Weltkulturerbe zählende Höhlenkloster in Kiew ist infolge russischer Luftangriffe in Brand geraten.  © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

"Nach operativen Informationen gibt es ernsthafte Schäden auf dem Gelände des Höhlenklosters", schrieb der Militärgouverneur der Dreimillionenstadt, Tymur Tkatschenko, bei Telegram.

Landesweit gab es ukrainischen Behördenangaben zufolge mindestens neun Tote und Dutzende Verletzte. Medienberichten zufolge setzten die russischen Angreifer ersten Erkenntnissen zufolge mehr als 50 Raketen und rund 500 Drohnen ein.

Bilder der Schäden am jahrhundertealten Höhlenkloster in Kiew machten in sozialen Netzwerken schnell die Runde - wobei unklar blieb, ob die weltberühmte Pilgerstätte wegen direkter Einschläge russischer Geschosse oder durch herabfallende Trümmer nach dem Einsatz der Flugabwehr in Brand geraten war.

Ukraine Ukraine-Krieg: US-Außenminister bezichtigt Selenskyj der Lüge

Flammen züngelten aus dem Dach unter den vergoldeten Kuppeln der Mariä-Entschlafens-Kathedrale. Die Klosteranlage auf den Hügeln am Fluss Dnipro steht unter dem Schutz der UN-Kulturorganisation Unesco und gehört seit 1990 zum Weltkulturerbe. Ihre Ursprünge reichen bis ins 11. Jahrhundert zurück.

Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

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15. Juni, 22.01 Uhr: EU-Beitrittsverhandlungen haben laut Selenskyj Signalwirkung

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Beginn der Beitrittsverhandlungen zur EU gelobt.

"Die Eröffnung des ersten Clusters in den EU-Beitrittsverhandlungen Moldaus und der Ukraine senden das klare Signal, dass Europas Fortschritt nicht gestoppt werden kann", sagte Selenskyj in einem auf seinen sozialen Netzwerken verbreiteten Video.

Beide Länder hätten hart daraufhin gearbeitet, kooperierten miteinander und würden den Beitritt am Ende auch gemeinsam schaffen, sagte der Ukrainer bei einem Zwischenstopp in der moldauischen Hauptstadt Chisinau kurz vor seinem Abflug zum G7-Gipfel.

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15. Juni, 19.43 Uhr: EU beginnt Beitrittsverhandlungen mit Ukraine

Die EU hat die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine begonnen. Vertreter beider Seiten starteten am Abend in Luxemburg offiziell die Aufnahme von Gesprächen zum ersten Themenblock, wie ein Sprecher des Rates der Mitgliedstaaten der Nachrichtenagentur dpa sagte.

Mit dem ersten Verhandlungsabschnitt werden Gespräche über Themen wie das Justizsystem, den Grundwerteschutz und Sicherheit begonnen. Kandidatenländer müssen dabei unter anderem nachweisen, dass ihre Rechtssysteme, der Grenzschutz und die Polizei den EU-Standards entsprechen.

Der Schritt der Eröffnung des ersten Verhandlungsabschnitts gilt nach einer zweijährigen Hängepartie wegen einer Blockade Ungarns als wichtiges Zeichen an die Ukraine, dass sich ihre Reformanstrengungen lohnen. Das von Russland angegriffene Land wird nun im Zuge der vermutlich jahrelangen Verhandlungen zeigen müssen, dass es reif für einen EU-Beitritt ist. Dafür sind auch noch zahlreiche weitere Reformen zum Beispiel im Bereich der Korruptionsbekämpfung erforderlich.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa geben sich nach einer Pressekonferenz die Hände.  © Ansgar Haase/dpa

15. Juni, 19.23 Uhr: Russischer Mittelstreckenbomber über Sibirien abgestürzt

Ein Mittelstreckenbomber der russischen Luftwaffe ist offiziellen Angaben nach bei einem Trainingsflug in Sibirien abgestürzt.

Die Besatzung der Tu-22M3 habe sich per Schleudersitz retten können, teilte das Verteidigungsministerium russischen Nachrichtenagenturen zufolge mit. "Gefahr für Leib und Leben der Piloten besteht nicht. Am Boden gibt es keine Zerstörungen", heißt es in der Mitteilung. Der Bomber war demnach ohne Raketen unterwegs.

Den offiziellen Angaben nach stürzte die Maschine beim Landeversuch nahe der Ortschaft Kamenka im Baikalgebiet Irkutsk ab.

Die Tupolew Tu-22M3 gehört zu den strategischen Luftstreitkräften Russlands und kann theoretisch auch Raketen mit Atomsprengköpfen abfeuern.

15. Juni, 19.21 Uhr: Selenskyj wollte Treffen mit Putin bei G7

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach eigenen Angaben ein Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin beim G7-Gipfel in Frankreich vorgeschlagen, aus Moskau aber eine Absage erhalten.

"Vor Beginn des G7-Gipfels haben wir zu verstehen gegeben, dass wir bereit sind, uns während des G7-Gipfels mit Putin zu treffen, da dort (US-Präsident Donald) Trump und (Frankreichs Präsident Emmanuel) Macron anwesend sind", sagte Selenskyj vor Journalisten in Kiew. Er sah sich dort die Schäden an der Hauptkathedrale des orthodoxen Höhlenklosters nach einem schweren russischen Luftangriff an.

"Die Europäer plus Amerika – das ist eine sehr gute Gelegenheit, sich gemeinsam zu treffen, und genau deshalb könnten wir Russland einladen", zitierte die Nachrichtenagentur Interfax Ukraina den Präsidenten.

Demnach hätten sowohl die USA als auch die europäischen Länder in der Siebenergruppe demokratischer Wirtschaftsmächte (G7) zugestimmt. Russland habe aber "erneut gezeigt, dass es nicht bereit ist, darüber zu reden".

Der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj (48).  © Michael Kappeler/dpa POOL/dpa

15. Juni, 16.17 Uhr: EU verschärft Sanktionen gegen Russlands Kriegswirtschaft

Die Außenminister der EU-Staaten haben neue Sanktionen gegen Unternehmen und Personen von Russlands Rüstungsindustrie sowie mit Verbindungen zur sogenannten Schattenflotte beschlossen.

Wie der Rat der Mitgliedsstaaten mitteilte, wurden bei einem Treffen der Ressortchefs in Luxemburg zudem Strafmaßnahmen gegen 15 Menschen und eine Organisation beschlossen, die mit dem Tod des Kremlgegners Alexej Nawalny 2024 in einem russischen Straflager in Verbindung gebracht werden.

Mit den Strafmaßnahmen soll der Druck auf Russland erhöht werden, sagte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas. Jede Maßnahme schränke Russlands Handlungsspielraum weiter ein. Die westlichen Sanktionen hätten Russland bereits schätzungsweise 1 bis 1,3 Billionen Euro gekostet, so Kallas weiter. "Stein für Stein zerstören wir die Grundlagen der russischen Kriegswirtschaft."

15. Juni, 14.50 Uhr: Neue russische Exilpartei fordert Abzug aus der Ukraine

Der Kremlgegner Ilja Jaschin hat in Berlin eine politische Partei als Auffangbecken für die zersplitterte russische Opposition im Exil gegründet. Die Organisation gab sich bei ihrem Gründungsparteitag den Namen Friedliches Russland, wie Jaschin auf dem Portal X berichtete.

Die Partei wolle - im Unterschied zur Führung von Kremlchef Wladimir Putin - die "wahren Interessen Russlands" vertreten. "Unter diesen Interessen verstehen wir einen Abzug der Truppen aus der Ukraine und eine Absage an den Imperialismus, eine Garantie der Menschen- und Freiheitsrechte und einen gerechten Aufbau der Gesellschaft", hieß es.

Jaschin wurde zum Vorsitzenden von Friedliches Russland gewählt. Vize wurde Olga Podolskaja, eine frühere Abgeordnete aus dem Gebiet Tula. Jaschin hatte in Russland in Haft gesessen, war aber 2024 bei einem großen Gefangenenaustausch zwischen Russland und dem Westen freigekommen.

15. Juni, 13.44 Uhr: Bundesregierung kritisiert Angriffe auf Kloster scharf

Die Bundesregierung reagiert mit deutlicher Kritik auf eine Welle russischer Luftangriffe auf die Ukraine, bei denen auch die Hauptkirche des zum Weltkulturerbe zählenden Höhlenklosters in Kiew in Brand geraten ist.

"Die Angriffe auf das Kloster verurteilen wir auf das Schärfste", sagte der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille in Berlin. "Es zeigt, wie wenig ausgeprägt die Bereitschaft auf russischer Seite ist, irgendetwas in Richtung einer Beruhigung und einer Befriedung dieses Konfliktes zu tun."

Angesprochen auf mögliche Ansatzpunkte und Gelegenheiten für Gespräche mit Russland sagte der Sprecher: "Die Voraussetzung dafür ist, dass der Druck auf Russland aufrechterhalten bleibt, dass wir klar und fest bleiben in der Unterstützung der Ukraine."

Dies dürfte beim G7-Gipfel und aller Voraussicht nach auch beim anstehenden EU-Gipfel noch einmal klar betont werden.

15. Juni, 10.12 Uhr: Selenskyj fordert von G7 Reaktion auf Russlands Angriff

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Gruppe der sieben großen Industrienationen (G7) zu einer entschlossenen Antwort auf die russischen Angriffe in Kiew und anderen Städten aufgerufen.

Es brauche mehr Druck auf den Aggressor, mehr Unterstützung für die Luftverteidigung der Ukraine – vor allem zum Schutz vor Angriffen mit ballistischen Raketen, teilte Selenskyj bei Telegram mit. Er wird am Abend beim G7-Gipfel im französischen Évian erwartet.

Russland habe allein die Hauptstadt Kiew mit mehr als 60 Raketen und Marschflugkörpern angegriffen, sagte Selenskyj. Insgesamt seien gegen die Ukraine in der Nacht 611 Drohnen sowie 70 Raketen und Marschflugkörper eingesetzt worden. Mindestens neun Menschen starben im Land. Allein in Kiew meldeten die Behörden zudem 28 Verletzte.

Selenskyj sprach nach einem Brand in der Hauptkirche des weltberühmten Höhlenklosters in Kiew, das zum Weltkulturerbe der Unesco gehört, von einem der "größten russischen Verbrechen gegen die christliche Kultur". Das Feuer in der Mariä-Entschlafens-Kathedrale, deren Geschichte im 11. Jahrhundert begonnen habe, sei inzwischen gelöscht, sagte Selenskyj.

Nach dem russischen Angriff unter anderem auf das Höhlenkloster in Kiew fordert der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj von den G7 eine harte Reaktion.  © Ludovic Marin/POOL AFP/dpa

15. Juni, 10.09 Uhr: Ikonen des Höhlenklosters vor Brand gerettet

Nach dem Brand auf dem Gelände des weltberühmten Höhlenklosters in Kiew sind die alten Ikonen und anderen Heiligtümer des orthodoxen Christentums nach Kirchenangaben in Sicherheit.

Es sei eine rasche Rettung liturgischer Gegenstände und der Reliquien organisiert worden, teilte Metropolit Awraamij auf Facebook mit. Sie hätten "nicht nur kirchlichen, sondern auch nationalen und universellen Wert", sagte der von der staatlich anerkannten Orthodoxen Kirche der Ukraine eingesetzte Vorsteher.

Der Geistliche dankte allen Klosterbrüdern und den anderen Beteiligten der Rettungsaktion für die Erhaltung der Kirchenschätze. Die Beseitigung der Folgen des Angriffs dauere an, sagte er.

Der Brand im Höhlenkloster konnte den alten Ikonen und anderen Heiligtümern des orthodoxen Christentums offenbar nichts anhaben.  © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

15. Juni, 6.14 Uhr: Russland greift Kiew mit Raketen an

Die russische Armee hat die ukrainische Hauptstadt Kiew mit Raketen angegriffen.

In der Innenstadt waren in der Nacht zum Montag knapp zwei Dutzend Explosionen mutmaßlich von der Flugabwehr zu hören, wie ein Korrespondent der Deutschen Presse-Agentur berichtete. Bürgermeister Vitali Klitschko zufolge gab es in drei Stadtteilen Einschläge. Es kam demnach zu Stromausfällen. Zudem seien Brände ausgebrochen.

Laut Klitschko gab es 23 Verletzte. Militärgouverneur Tkatschenko sprach von mehr als 40 Einschlägen in der Hauptstadt. Bislang gebe es vier Todesopfer, schrieb er am frühen Morgen.

Auch aus anderen ukrainische Regionen wurde heftiger Beschuss gemeldet. Allein in Charkiw seien fünf Rettungskräfte infolge der Luftangriffe getötet und vier weitere Menschen verletzt worden, berichtete das Nachrichtenportal "The Kyiv Independent" unter Berufung auf Gouverneur Oleh Synjehubow. In Dnipro habe es mindestens einen Verletzten gegeben, hieß es.

Russland überzog die ukrainische Hauptstadt Kiew in der Nacht zu Montag erneut mit Drohnenangriffen.  © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

14. Juni, 22.01 Uhr: Selenskyj gratuliert Trump zum 80. Geburtstag

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hat seinem US-Kollegen Donald Trump zu dessen 80. Geburtstag gratuliert.

"Es gab nicht nur die Gratulationen, sondern auch viele Schlüsselthemen: über den Krieg, dessen Wurzeln, diplomatische Möglichkeiten und die Positionen unserer Partner", sagte Selenskyj in einer Videobotschaft.

Es sei ein langes und detailliertes Telefonat gewesen. Dabei sei ein Treffen beim am Montag im französischen Évian startenden G7-Gipfel vereinbart worden. Zuvor hatte Selenskyjs Berater Dmytro Lytwyn Journalisten gegenüber von einer Gesprächsdauer von rund 30 Minuten gesprochen.

Wolodymyr Selenskyj (48, l.) hat Donald Trump zu seinem 80. Geburtstag gratuliert.  © Ukraine Presidency/Ukrainian Pre/Planet Pix via ZUMA Press Wire/dpa

14. Juni, 19.23 Uhr: EU startet Beitrittsverhandlungen mit Ukraine und Moldau

Die EU beginnt am Montag am Rande eines Außenministertreffens in Luxemburg die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine und Moldau.

Der Schritt gilt nach einer zweijährigen Hängepartie wegen einer Blockade Ungarns als wichtiges Zeichen an die beiden Länder, dass sich ihre Reformanstrengungen lohnen. Die Ukraine und Moldau werden nun im Zuge der vermutlich jahrelangen Verhandlungen zeigen müssen, dass sie reif für einen EU-Beitritt sind. Dafür sind auch noch zahlreiche weitere Reformen erforderlich.

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