Ukraine-Krieg: Gestohlenes Getreide - Ukraine droht Israel mit Sanktionen

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Ukraine - In der südrussischen Hafenstadt Tuapse ist nach einem ukrainischen Drohnenangriff Behörden zufolge erneut ein großes Feuer in einer Ölraffinerie ausgebrochen.

In einer Ölraffinerie in der südrussischen Hafenstadt Tuapse ist erneut ein Feuer ausgebrochen. (Archivbild)
In einer Ölraffinerie in der südrussischen Hafenstadt Tuapse ist erneut ein Feuer ausgebrochen. (Archivbild)  © Uncredited/Russian Emergency Ministry Press Service/AP/dpa

Gebietsgouverneur Weniamin Kondratjew sprach von einer ernsthaften Notfallsituation. Menschen, die in den Straßen nahe der Raffinerie leben, werden nach Angaben von Bürgermeister Sergej Bojko wegen der Gefahr, dass das Feuer sich ausbreitet, evakuiert.

Ölanlagen der Stadt waren schon mehrfach Ziel ukrainischer Angriffe. Seit Wochen kommt es deswegen zu Bränden und auch zu schweren Umweltschäden.

Grenzwerte für Benzol, Xylol und Ruß in der Luft wurden selbst nach offiziellen Angaben um das Doppelte bis Dreifache überschritten. Als es regnete, schlugen sich die Ölpartikel in der Luft in schwarzen, schmierigen Flecken nieder, die Häuser und Autos verschmutzten - auch Menschen und Tiere litten darunter. Ölprodukte gelangten auch ins Schwarze Meer.

Ukraine-Krieg: Selenskyj bezweifelt starke russische Frühjahr-Offensive
Ukraine Ukraine-Krieg: Selenskyj bezweifelt starke russische Frühjahr-Offensive

Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

28. April, 15.16 Uhr: Gestohlenes Getreide - Ukraine droht Israel mit Sanktionen

Die Ukraine verschärft den Tonfall gegen Israel im Streit über russische Lieferungen von Getreide aus besetzten ukrainischen Gebieten.

Präsident Wolodymyr Selenskyj drohte mit Sanktionen gegen alle Beteiligten an dem Handel. "In jedem normalen Land ist der Kauf von gestohlenem Gut eine Straftat. Das gilt insbesondere für Getreide, das Russland gestohlen hat", schrieb Selenskyj in sozialen Netzwerken. "Wir erwarten, dass Israel die Ukraine respektiert und alles unterlässt, was unsere bilateralen Beziehungen untergräbt."

Nach Selenskyjs Angaben hat in diesem Jahr zum zweiten Mal ein Frachter Getreide aus den besetzten ukrainischen Gebieten nach Israel transportiert. Das Schiff soll im Hafen Haifa entladen werden. Am Montag bestellte das ukrainische Außenministerium in Kiew deshalb den israelischen Botschafter Michael Brodsky ein. Israels Außenminister Gideon Saar forderte, Kiew solle Beweise für seine Vorwürfe vorlegen.

Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) drohte mit Sanktionen gegen alle Beteiligten an dem Handel.
Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) drohte mit Sanktionen gegen alle Beteiligten an dem Handel.  © Michael Kappeler/dpa

28. April, 12.43 Uhr: Tote nach Angriffen - Sonnenblumenöl im Meer

Bei russischen Angriffen sind in der Ukraine nach Behördenangaben drei Menschen getötet und zahlreiche verletzt worden.

In der Region Dnipropetrowsk kam ein 40 Jahre alter Mann im Kreis Krywyj Rih ums Leben, wie Gouverneur Olexander Hanscha mitteilte. Fünf weitere Männer zwischen 31 und 57 Jahren seien verletzt worden. Russland habe mit Drohnen und Artillerie angegriffen.

Im ostukrainischen Gebiet Charkiw kam nach Angaben der regionalen Staatsanwaltschaft ein 70 Jahre alter Mann bei einer Drohnenattacke auf die Stadt Tschuhujiw ums Leben. Ein weiterer Mann erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen. Die Drohne sei in der Nähe eines Wohngebiets eingeschlagen.

Nach russischem Beschuss auf die Hafenstadt Tschornomorsk am Schwarzen Meer bereits am Sonntag kam es zu einer Verschmutzung mit Sonnenblumenöl im Hafengebiet, wie die staatliche Umweltinspektion des Bezirks Südwest mitteilte. Durch einen Brand sei ein Tank mit 6000 Tonnen Sonnenblumenöl beschädigt worden und Öl im Hafengebiet ausgetreten.

28. April, 9.34 Uhr: Drei Tote in Grenzregion Belgorod

Im russischen Gebiet Belgorod an der Grenze zur Ukraine wurden Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow zufolge bei ukrainischen Drohnenangriffen drei Menschen getötet.

Demnach erlag ein Mann im Dorf Wosnessenowka bei einem Einschlag in ein Auto seinen Verletzungen. Im Dorf Bobrawa seien eine Frau und ein Mann ebenfalls bei einem Einschlag in ein Auto ums Leben gekommen, ihr 16-jähriger Sohn, der demnach auch in dem Fahrzeug saß, sei ins Krankenhaus gebracht worden. Bei einem anderen Einschlag seien zwei Menschen verletzt worden.

Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte am Morgen mit, dass in der Nacht 186 ukrainische Drohnen abgewehrt worden seien - auch über den Gebieten Krasnodar und Belgorod. Zu Schäden macht das Ministerium keine Angaben.

27. April, 22.25 Uhr: Kiew bestellt Israels Botschafter wegen Getreideschiff ein

Das ukrainische Außenministerium in Kiew hat den israelischen Botschafter Michael Brodsky einbestellt. Hintergrund ist der Vorwurf, Getreide aus russisch besetzten Gebieten der Ukraine zu beziehen.

"Die freundschaftlichen Beziehungen zwischen der Ukraine und Israel bergen das Potenzial, beiden Ländern zugutekommen, und Russlands illegaler Handel mit gestohlenem ukrainischem Getreide sollte diese nicht untergraben", schrieb Außenminister Andrij Sybiha aufder Plattform X.

Es sei trotz ukrainischer Warnungen bereits ein zweites Schiff mit "gestohlenen Waren" im israelischen Hafen Haifa eingetroffen. "Wir warnen Israel erneut davor, das gestohlene Getreide anzunehmen und damit unseren Beziehungen zu schaden", fügte Sybiha hinzu.

27. April, 13.32 Uhr: Russisches Ministerium bestellt Botschafter Lambsdorff ein

Der deutsche Botschafter Alexander Graf Lambsdorff (59) ist am Morgen ins russische Außenministerium einbestellt worden.

Lambsdorff sollte sich dort wegen angeblicher Kontakte von deutschen Politikern zu Terrororganisationen einfinden, wie seine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur in Moskau sagte. Als Hintergrund für die Einbestellung nannte das Ministerium in Moskau ein angebliches Treffen des CDU-Bundestagsabgeordneten Roderich Kiesewetter (62) in Kiew mit dem von Russland als Terrorist zur Fahndung ausgeschriebenen Tschetschenen Achmed Sakajew.

Kiesewetter hatte die Ukraine Mitte des Monats besucht. Nach Darstellung des russischen Außenministeriums soll er dort den Anführer der in Russland verbotenen Terrororganisation "Tschetschenische Republik Itschkeria" getroffen haben. Das sei ein Beweis dafür, dass sich Deutschland in die inneren Angelegenheiten Russlands einmische.

Lambsdorff hatte vor dem Termin im Ministerium seiner Sprecherin zufolge gesagt: "Der Einbestellung werde ich selbstverständlich Folge leisten. Ich halte es für unwahrscheinlich, dass die russische Seite ihre Vorwürfe belegen kann."

lAexander Graf Lambsdorff (59), Deutschlands Botschafter in Russland. (Archivbild)
lAexander Graf Lambsdorff (59), Deutschlands Botschafter in Russland. (Archivbild)  © Ulf Mauder/dpa

27. April, 12.26 Uhr: Merz sieht EU-Anbindung der Ukraine als Weg zum Frieden

Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) sieht eine stärkere Einbindung der Ukraine in die Europäische Union als wichtige Voraussetzung für ein Ende des russischen Angriffskriegs.

"Irgendwann wird es hoffentlich einen Friedensvertrag mit Russland geben. Dann wird möglicherweise ein Teil des Territoriums der Ukraine nicht mehr ukrainisch sein", sagte Merz bei einer Diskussion mit Schülern in Marsberg im Sauerland.

Damit der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dafür in einer Volksabstimmung eine Mehrheit bekomme, müsse er seiner Bevölkerung sagen können: "Aber ich habe den Weg nach Europa für euch geöffnet." Die EU müsse für die Ukraine Schritte einleiten, "die glaubwürdig sind, die irreversibel sind und die letztendlich in die Vollmitgliedschaft in der Europäischen Union führen", forderte Merz.

Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) bei seinem Besuch im Carolus-Magnus-Gymnasium.
Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) bei seinem Besuch im Carolus-Magnus-Gymnasium.  © Federico Gambarini/dpa

27. April, 9.58 Uhr: 13 Verletzte nach schwerem Drohnenangriff auf Odessa

Bei schweren russischen Drohnenangriffen in der Nacht auf die ukrainische Hafenstadt Odessa sind nach Behördenangaben mindestens 13 Menschen verletzt worden.

Getroffen worden seien ein Wohnhaus und mehrere zivile Objekte in der Stadt, schrieb der örtliche Leiter der Militärverwaltung, Serhij Lyssak, auf Telegram. Der Militärgouverneur der Region, Oleh Kiper, berichtete zudem von Schäden an der Hafeninfrastruktur.

In Odessa wurde unter anderem ein Wohnhaus getroffen.
In Odessa wurde unter anderem ein Wohnhaus getroffen.  © Michael Shtekel/AP/dpa

27. April, 6.54 Uhr: Nordkorea eröffnet Denkmal für eigene Soldaten im Ukraine-Krieg

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un (42) hat eine für die im Ukraine-Krieg gefallenen nordkoreanischen Soldaten eröffnete Gedenkstätte eingeweiht.

Während seiner Rede dazu, die er bereits am Sonntag in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang hielt, sprach Kim auch von der Notwendigkeit, die Beziehungen zwischen Pjöngjang und Moskau zu einem "mächtigen Bollwerk" zu stärken, wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA berichtete.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un (42) bei der Eröffnungszeremonie.
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un (42) bei der Eröffnungszeremonie.  © Uncredited/KCNA/KNS/dpa

27. April, 6 Uhr: Russland verstärkt Angriffe in der Ostukraine

Das russische Militär hat seine Angriffsbemühungen im Osten der Ukraine verstärkt.

Der Generalstab in Kiew teilte mit, dass im Tagesverlauf insgesamt 161 bewaffnete Zusammenstöße von den Frontlinien gemeldet worden seien. Die meisten Angriffe erfolgten demnach bei Pokrowsk, dort seien 39 russische Angriffe registriert worden.

26. April, 15.37 Uhr: Selenskyj fordert Ende von Moskaus "nuklearem Terrorismus"

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat zum 40. Jahrestag der Atomkatastrophe von Tschernobyl eine Beendigung des russischen "nuklearen Terrorismus" gefordert.

Mit seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine und Drohnenangriffen bringe Russland die Welt erneut an den Rand einer Katastrophe, teilte Selenskyj auf seinem Telegram-Kanal mit. Voriges Jahr wurde die Sicherheitshülle aus Stahl über dem Unglücksreaktor 4 des am 26. April 1986 havarierten Kraftwerks beschädigt.

Das Bauwerk solle den Strahlenaustritt und die Kontamination verhindern, seine Erhaltung liege im Interesse aller, sagte Selenskyj. Die Kosten für die Reparatur der Stahlkonstruktion werden mit einer halben Milliarde Euro veranschlagt. "Die Welt darf nicht zulassen, dass dieser nukleare Terrorismus weitergeht, und der beste Weg ist, Russland zu zwingen, seine wahnsinnigen Angriffe einzustellen", sagte Selenskyj.

Titelfoto: Michael Kappeler/dpa

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