Ukraine-Krieg: Häfen blockiert – Export von Eisenerz stockt

Ukraine - Die Ukraine ist in der Nacht wieder zur Zielscheibe einer massiven Angriffswelle des russischen Militärs geworden.

Russland hat in der Nacht zu Donnerstag eine massive Angriffswelle auf die Ukraine durchgeführt. (Archivbild)  © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

Städte bis im weit von der Grenze entfernten Westen des Landes seien mit Dutzenden Raketen und Marschflugkörpern sowie Hunderten Drohnen attackiert worden, berichteten ukrainische Medien am Morgen. Es gebe mindestens acht Tote und mehr als ein Dutzend Verletzte.

In der Stadt Krywyj Rih wurde nach einem Bericht des "Kyiv Independent" das Wohnhaus einer Großfamilie von einer Rakete getroffen. Allein dort habe es sechs Tote gegeben, darunter zwei Kinder im Alter von 5 und 12 Jahren, sowie acht Verletzte.

Aus der Hauptstadt Kiew und dem Gebiet Poltawa wurden zwei weitere Todesopfer gemeldet. In Lwiw gebe es fünf Verletzte, hieß es unter Verweis auf Behördenangaben. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Das genaue Ausmaß der Schäden war bei Tagesanbruch noch unklar.

Ukraine Ukraine-Krieg: Selenskyj warnt sein Volk vor russischen Raketenschlag

Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

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30. Juli, 22.16 Uhr: Ukrainische Häfen blockiert – Export von Eisenerz stockt

Wichtige Eisenerz-Exporteure der Ukraine müssen wegen der Blockade der Schwarzmeerhäfen vorübergehend den Betrieb einschränken.

Der Chef des Bergbaukombinats Poltawa, Viktor Lotous, kündigte Medienberichten zufolge im Parlament einen Stillstand der Förderung von 10 bis 20 Tagen an. Drei von vier Schiffen mit Eisenerzkonzentrat könnten nicht auslaufen. Überdies sei eins der Schiffe von einer russischen Drohne beschädigt worden, dabei sei ein Matrose ums Leben gekommen.

Auch das große Bergbaukombinat von Krywyj Rih hat wegen der russischen Angriffe auf die ukrainischen Häfen die Eisenerzförderung in seinem Tagebau eingeschränkt.

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Wichtige Eisenerz-Exporteure der Ukraine müssen wegen der Blockade der Schwarzmeerhäfen vorübergehend den Betrieb einschränken.  © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

30. Juli, 22.14 Uhr: Selenskyj - Russen schossen mit nordkoreanischer Rakete

Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hat Russland bei seinem schweren Luftangriff erstmals seit längerer Zeit wieder eine Rakete aus Nordkorea eingesetzt.

Gerade diese Rakete habe das Wohnhaus einer Großfamilie in Raduschne bei Krywyj Rih getroffen, sagte Selenskyj in einer Videoansprache aus Kiew. "Natürlich wird es noch Untersuchungen geben, alles wird überprüft werden, aber nach derzeitigem Stand handelt es sich um eine nordkoreanische ballistische Rakete."

Selenskyj warf Moskau vor, sich mit dem "wahnsinnigen Regime in Nordkorea" zu verbünden, um Waffen und Soldaten zu bekommen. In Raduschne wurden nach vorläufigen Angaben sechs Mitglieder einer Familie getötet, wobei in dem völlig zerstörten Haus zehn Menschen wohnten.

30. Juli, 20.29 Uhr: Betrug beim Drohnenbau? Moskauer Mayo-Milliardär festgenommen

Wegen Betrugsverdachts beim Drohnenbau hat die russische Justiz Medienberichten zufolge den Milliardär Jewgeni Kustow festgenommen.

Mit Kustow sei auch der Generaldirektor seines Lebensmittelkonzerns Efko, Jewgeni Ljaschenko, in Gewahrsam genommen worden, berichtete das Internetportal RBK. Die Vorwürfe drehen sich demnach um einen Staatsauftrag zum Bau von Drohnen, die Russland auch in seinem Angriffskrieg verwendet.

Dem unabhängigen Internetportal "Agentstwo" zufolge geht es um die schwere Transportdrohne C-80, die das russische Militär zur Versorgung seiner Soldaten an der Front im Ukraine-Krieg nutzt. An der Drohne gibt es scharfe Kritik aus Armeekreisen.

30. Juli, 16.18 Uhr: Zehn Tote bei Angriffswelle - Brände in Russland

Bei neuen massiven Raketen- und Drohnenschlägen gegen ukrainische Städte hat Russland Tod und Zerstörung über das Land gebracht.

Landesweit gab es in der Ukraine laut Behörden mindestens zehn Tote und Dutzende Verletzte. Auch die Stadt Lwiw (früher Lemberg) im Westen des Landes nahe der polnischen Grenze beklagte schwere Zerstörungen. Ein mutmaßlich von Russland abgefeuerter Marschflugkörper drang zudem in den polnischen Luftraum ein und stürzte in Polen ab, wie die Regierung in Warschau mitteilte. Damit verletzte Moskau den Angaben nach wie bei ähnlichen Fällen in der Vergangenheit einmal mehr den Luftraum eines Nato-Mitgliedstaates.

Moskau attackiert ukrainische Städte massiv mit Raketen. Die Flugabwehr ist überlastet, wie auch Präsident Selenskyj beklagt. Kiews Gegenschläge treffen Russland hart.  © Mykola Tys/AP/dpa

30. Juli, 16.15 Uhr: EU erschwert Ukrainern Flucht vor Krieg - Was ändert sich?

Fast 4,4 Millionen Menschen aus der Ukraine haben bisher in der Europäischen Union Schutz gefunden.

Doch die EU erschwert ukrainischen Männern nun die Flucht vor dem Krieg gegen Russland: Wehrfähige Ukrainer profitieren in Deutschland und anderen EU-Staaten künftig nicht mehr von vereinfachten Aufnahmeregeln, wie ein Sprecher nach einem entsprechenden Beschluss des Rates der Mitgliedstaaten sagte. Die Verordnung wird demnach in Kürze im EU-Amtsblatt veröffentlicht, einen Tag später treten die neuen Regeln in Kraft. 

30. Juli, 12.45 Uhr: Polens Führung äußert sich zur Herkunft des eingedrungenen Flugobjekts

Das in Polen abgestürzte Flugobjekt ist nach Einschätzung der Regierung in Warschau wahrscheinlich eine russische Rakete.

"Alles deutet darauf hin, dass es sich um einen russischen Marschflugkörper vom Typ CH-101 handelt, aber wir wollen den Ergebnissen einer genauen Untersuchung nicht vorgreifen", sagte Polens Regierungschef Donald Tusk (69) in Lublin. "Wir waren bereit, die Rakete abzuschießen, wenn sie weitergeflogen wäre."

Am frühen Morgen war während schwerer russischer Luftangriffe auf die Ukraine ein Flugobjekt in Polens Luftraum eingedrungen und abgestürzt. Der Absturzort nahe dem Ort Tarnawa Kolonia liegt südlich von Lublin und 90 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt. Das polnische Fernsehen zeigte Bilder von einem riesigen Krater in einem Feld, Anwohner berichteten von einem lauten Knall. Verletzt wurde niemand. 

Die Absturzstelle des Flugobjekts wird seit Donnerstagvormittag untersucht.  © Wojtek Jargilo/PAP/dpa

30. Juli, 12.35 Uhr: Fedorow weiter bereit für Verteidigungsministerium

Auch zwei Wochen nach seiner Entlassung ist der ukrainische Ex-Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow (35) eigenen Angaben nach weiter zur Rückkehr ins Amt bereit.

"Zu 100 Prozent", erklärte Fedorow in einem Interview für das Internetportal "Ukrajinska Prawda". Das sage er vor allem der "aktiven Gesellschaft". Für seine Wiedereinsetzung finden täglich kleinere Demonstrationen in Kiew und anderen Städten statt. Dem Ex-Minister seien zwar mehrere neue Positionen angeboten worden, doch werde er keinen "dekorativen Posten" bekleiden, sagte er.

Den konkreten Anlass für seine Entlassung kennt Fedorow eigenem Bekunden nach nicht. Mit dem nach ihm entlassenen Armeechef Olexander Syrskyj (61) habe er keinen persönlichen Streit gehabt. "Das war mehr ein weltanschaulicher Konflikt", sagte der Ex-Minister. Er habe auch keine Entscheidungen des Generalstabes blockiert.

Der ukrainische Ex-Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow (35) würde noch immer in sein Amt zurückkehren.  © Kay Nietfeld/dpa

30. Juli, 9.12 Uhr: Angriffsgefahr - Polen lässt Kampfjets aufsteigen

Aufgrund einer Angriffsgefahr hat Polen in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag sowohl Kampfjets als auch ein Frühwarnflugzeug aufsteigen lassen. Dies teilte das operative Kommando der Streitkräfte via X mit.

Der Einsatz sei eine Reaktion auf russische Luftaktivitäten in der Ukraine nahe der Grenze zu Polen gewesen, heißt es. So hätten die Radarsysteme "mindestens ein Dutzend Geschosse" beobachtet, die aufgrund ihrer Flugrichtung eine potenzielle Bedrohung für den polnischen Luftraum gewesen seien.

"Um 3.40 Uhr wurde im polnischen Luftraum ein nicht identifiziertes Objekt festgestellt, das sich in westlicher Richtung bewegte. Zur Identifizierung und Abfangnahme wurde ein Bereitschaftsjäger F-16 in die Region entsandt", so das Statement. Das Objekt sei jedoch um 3.46 Uhr vom Radar verschwunden. "Die Besatzung eines Hubschraubers Mi-24 lokalisierte den wahrscheinlichen Absturzort des Objekts in einem unbebauten Gelände in der Nähe des Ortes Tarnawa-Kolonia in der Woiwodschaft Lublin."

Am Ort des Vorfalls würden nun Ermittlungen laufen.

In der Nacht auf Donnerstag wurden polnische Kampfjets wegen einer russischen Angriffsgefahr zur Sicherung des polnischen Luftraums losgeschickt. (Symbolfoto)  © Roman Koziel/ZUMA Press Wire/dpa

30. Juli, 7.10 Uhr: Erneuter ukrainischer Angriff auf russischen Online-Händler

Erneut hat das ukrainische Militär den russischen Online-Händler Wildberries angegriffen.

Durch Drohnenbeschuss wurde in der Nacht ein großes Lager des Unternehmens in der russischen Region Pensa in Brand gesetzt, wie der Gouverneur der Region, Oleg Melnitschenko, nach Angaben der staatlichen Agentur Tass mitteilte. Dabei habe es mindestens einen Verletzten gegeben. Rund 200 Mitarbeiter seien evakuiert worden. 

Seit diesem Monat attackiert die Ukraine immer wieder Logistikzentren des größten russischen Versandhauses. Die symbolträchtigen und weithin sichtbaren Angriffe auf Wildberries verursachen große Schäden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) wirft der Firma vor, mit Material zu handeln, das für den 2022 begonnenen Angriffskrieg gegen sein Land verwendet werde. Der Kreml weist das kategorisch zurück.

29. Juli, 23.30 Uhr: Selenskyj warnt vor neuem russischem Luftschlag

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hat vor einem angeblich unmittelbar bevorstehenden neuen schweren russischen Angriff aus der Luft gewarnt.

Russland habe erst vor wenigen Tagen die Ukraine attackiert "und die Wahrscheinlichkeit ist hoch", dass ein solcher Schlag auch in der Nacht zu Donnerstag ausgeführt werde, schrieb Selenskyj auf sozialen Netzwerken. Er berief sich dabei auf einen Lagebericht des ukrainischen Luftwaffenchefs Anatolij Krywonoschko.

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