Ukraine-Krieg: Moskau gegen Kiew - Eskalation statt Verhandlungen

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Ukraine - Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine stehen die Zeichen derzeit auf Eskalation.

Brände sind nach Drohnenangriffen im Gebiet St. Petersburg ausgebrochen. (Archivbild)
Brände sind nach Drohnenangriffen im Gebiet St. Petersburg ausgebrochen. (Archivbild)  © --/dpa

Verhandlungen sind nicht in Sicht. An der Front gibt es kaum Bewegung. Weder für Moskau noch für Kiew ist der Abnutzungskrieg zu gewinnen.

Zugleich haben beide Seiten ihren Luft- und Seekrieg intensiviert - mit empfindlichen Treffern im Hinterland.

Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

13. August, 6.15 Uhr: Welchen Einfluss hat Russlands Parlamentswahl auf den Krieg?

Bei der Abstimmung vom 18. bis 20. September sind nach dem Ausschluss der Anti-Kriegs-Partei Jabloko nur noch kremltreue Parteien zugelassen, die Russlands Invasion befürworten. Kremlchef Putin will mit dem von Oppositionellen als Farce kritisierten Urnengang zeigen, dass er anders als die Ukraine auch in Kriegszeiten Wahlen abhalten kann.

Erstmals dabei sind die von Russland besetzten Teile der vier annektierten ukrainischen Regionen Luhansk und Donezk, Cherson und Saporischschja.

Den absehbaren Sieg der regierenden Kremlpartei Geeintes Russland dürfte Putin als Legitimation nutzen, den Krieg fortzusetzen - und den Einsatz zu erhöhen. "Putin ist so sehr darauf fixiert, die Ukraine um jeden Preis in die Knie zu zwingen, dass dies alle innenpolitischen Probleme in den Hintergrund drängt", hält die Expertin Stanowaja in einer Analyse für die Denkfabrik Carnegie fest.

In Putins Logik werde auf wachsenden Druck - auch vom Westen - nur noch radikaler reagiert. "Der Krieg Russlands gegen die Ukraine tritt in eine neue Phase", meint sie. Die neue Qualität führe zu "einer allgemeinen Eskalation, einer geringeren Vorhersehbarkeit und wachsenden Risiken einer noch größeren geografischen Ausdehnung des Konflikts".

13. August, 6.12 Uhr: Erreicht die Ukraine ihre Ziele mit den Angriffen auf Russland?

Der Ukraine gelingt es, mit ihren Angriffen zusätzlich zu westlichen Sanktionen Russlands Kosten für seinen Krieg weiter in die Höhe zu treiben. Präsident Selenskyjs erklärtes Ziel ist es, den Krieg nach Russland zurückzutragen.

Das wirkt vor allem psychologisch bei den Menschen - auch weil es in den sozialen Netzwerken und anderen Medien eindrucksvolle Bilder von Großbränden in Russland gibt. Stärkere Auswirkungen auf die Logistik des russischen Militärs wurden aber nicht bekannt.

Selenskyj will auch durch weiteren militärischen Druck Kremlchef Putin an den Verhandlungstisch zwingen. Bisher aber ist nicht in Sicht, dass die Strategie aufgeht. Vielmehr registrierte das unabhängige russische Meinungsforschungszentrum Lewada zuletzt wieder eine steigende Zahl derer, die eine Fortsetzung des Krieges befürworten. Zugleich will laut Lewada aber weiter mehr als die Hälfte der Russen Friedensverhandlungen.

"Druck bewirkt keine Änderung der Position Putins", sagt die Politikexpertin Tatjana Stanowaja. Hoffnungen, dass innere Probleme in Russland Putin zur Einsicht von Fehlern bei seinen Kriegszielen bewegten, hätten sich nicht erfüllt.

Soldaten des ukrainischen Verteidigungsministeriums stellen an einem ungenannten Ort in der Ukraine Drohnen gegen Russland auf.
Soldaten des ukrainischen Verteidigungsministeriums stellen an einem ungenannten Ort in der Ukraine Drohnen gegen Russland auf.  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

13. August, 6.09 Uhr: Wie ist die Lage entlang der Frontlinie?

Entlang der über 1200 Kilometer langen Frontlinie gibt es seit Monaten nur wenig Bewegung zu verzeichnen.

Trotz des langsamen russischen Vormarsches räumten aber selbst dem ukrainischen Verteidigungsministerium nahestehende Militärbeobachter von DeepState seit Jahresbeginn Gebietsverluste von mehr als 700 Quadratkilometer ein. Dagegen hat Kiew nach Darstellung von Präsident Wolodymyr Selenskyj etwa die gleiche Fläche zurückerobert.

Das russische Militär konzentriert sich nach dem weitgehenden Erlangen der Kontrolle über die Stadt Kostjantyniwka vor allem auf die weiter unter ukrainischer Kontrolle verbliebenen Teile des Gebietes Donezk um die Städte Slowjansk, Kramatorsk und Druschkiwka. Große Frontdurchbrüche werden dabei weiterhin erfolgreich von den ukrainischen Drohnenpiloten verhindert.

Beim aktuellen Tempo hält der Militärexperte Dmitri Kusnez des kremlkritischen Onlineportals "Meduza" zwar keine vom Kreml geplante Eroberung des Donbass in diesem Jahr für möglich, wohl aber 2027.

Auf diesem vom ukrainischen Katastrophenschutzdienst zur Verfügung gestellten Foto sind Rettungskräfte dabei, nach einem russischen Raketenangriff in Odessa (Ukraine) einen Brand in Wohngebäuden zu löschen.
Auf diesem vom ukrainischen Katastrophenschutzdienst zur Verfügung gestellten Foto sind Rettungskräfte dabei, nach einem russischen Raketenangriff in Odessa (Ukraine) einen Brand in Wohngebäuden zu löschen.  © ---/Ukrainian Emergency Service/AP/dpa

13. August, 6.06 Uhr: Stromausfall auf der Krim nach ukrainischem Drohnenangriff

Die Hafenstadt Sewastopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim ist nach nächtlichen Drohnenangriffen der Ukraine erneut ohne Strom.

Die Stadt sei wegen eines massiven ukrainischen
Angriffs von der Stromversorgung abgeschnitten, teilte der von Moskau eingesetzte Gouverneur von Sewastopol, Michail Raswoschajew, laut staatlicher Nachrichtenagentur Tass mit. Die Armee wehre einen ukrainischen Angriff ab. Derzeit begutachteten Experten die Schäden.

Erneut wird die Krim-Stadt Sewastopol von ukrainischen Drohnen angegriffen. Der Gouverneur meldet einen Stromausfall.
Erneut wird die Krim-Stadt Sewastopol von ukrainischen Drohnen angegriffen. Der Gouverneur meldet einen Stromausfall.  © Ulf Mauder/dpa

12. August, 21.46 Uhr: Vier Monate ohne Ablösung an der Front - Soldaten bitten Armeechef um Hilfe

Eine Gruppe an der Front gegen Russland kämpfender ukrainischer Soldaten hat in einem Video die Armeeführung um Hilfe angerufen.

Der Kommandant des Zuges der 121. Territorialverteidigungsbrigade, Anatolij Saitschuk, beklagte in der Aufzeichnung, dass die Männer schon seit vier Monaten nicht mehr abgelöst worden seien und viele Tage ohne Essen oder Wasser auskommen müssten. Das am Dienstag veröffentlichte Video verbreitete sich schnell in Online-Netzwerken.

"Wir sind jetzt in einem Unterschlupf, den wir selbst gefunden haben, weil alle Stellungen zerstört wurden", sagte der Kommandant in dem Video, das sich direkt an Armeechef Mychailo Drapaty richtete. "Über Zeiträume von drei bis sieben Tagen sind wir nicht mit Lebensmitteln oder Trinkwasser versorgt worden." Seinen Angaben zufolge hatten die Soldaten sogar einmal zwölf Tage lang kein Wasser und hätten angefangen, ihren eigenen Urin zu trinken.

Ursprünglich hätte der Einsatz der Einheit demnach einen Monat dauern und die Versorgung mit Drohnen gewährleistet werden sollen. Saitschuk warf vorgesetzten Offizieren vor, die Familien der Soldaten angelogen und behauptet zu haben, die Männer seien "in vollem Umfang versorgt".

Ukrainische Soldaten bereiten eine Mittelstrecken-Drohne an der Startposition vor.
Ukrainische Soldaten bereiten eine Mittelstrecken-Drohne an der Startposition vor.  © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

12. August, 17.08 Uhr: Russland droht mit Angriffen auf "feindliche" Handelsschiffe

Russland droht nach dem Festsetzen mehrerer Schiffe seiner sogenannten Schattenflotte dem Westen mit "spiegelbildlichen Maßnahmen".

Es gehe nicht nur um Gewässer, in denen russische Schiffe überfallen würden, "sondern dort, wo wir es für notwendig und zielgerichtet erachten", sagte der russische Präsident Wladimir Putin (73). Er trat in Uniform auf einem Kriegsschiff bei einem Manöver der Pazifikflotte vor der Insel Sachalin auf. Moskau reagiere damit auf das Vorgehen der Europäischen Union.

Die Festsetzung seiner Schiffe ärgert Russland schon lange. Moskau spricht von Piraterie und hat auch schon wiederholt damit gedroht, seine Kriegsschiffe zum Schutz seiner Handelsschiffe einzusetzen.

Russlands Präsident Wladimir Putin (73) droht mit Angriffen auf "feindliche" Handelsschiffe.
Russlands Präsident Wladimir Putin (73) droht mit Angriffen auf "feindliche" Handelsschiffe.  © Alexander Kazakov/Russian Govern/Planet Pix via ZUMA Press Wire/dpa

12. August, 8.39 Uhr: Russische Schwarzmeerküste mit Drohnen-Angriffen überzogen

Die russische Schwarzmeerküste ist nach Behördenangaben in der Nacht massiv von ukrainischen Drohnen angegriffen worden.

Hauptziel war dabei die Hafenstadt Noworossijsk. Berichten zufolge kamen zwei Menschen ums Leben, darunter ein Kind. Zahlreiche Häuser wurden beschädigt.

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, es seien über Nacht 502 ukrainische Kampfdrohnen abgefangen worden.

Russische Luftangriffe trafen in der Nacht wiederum die südukrainische Stadt Saporischschja. Dort brach nach Angaben der regionalen Behörden ein Großbrand in einem Baumarkt aus. Es kam zu Stromausfällen.

11. August, 21.57 Uhr: Putin schmiedet laut Selenskyi Pläne für große Mobilisierung

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Kremlchef Wladimir Putin erneut vorgeworfen, eine groß angelegte Mobilisierung zu planen.

Die massenhafte Rekrutierung von Soldaten werde für den Herbst vorbereitet, gleich nach der Parlamentswahl im September, sagte Selenskyj in einer abendlichen Videobotschaft und berief sich auf Geheimdienstinformationen und russische Dokumente.

Bis zum Jahresende gehe es um mehrere Hunderttausend Russen und noch einmal ungefähr so viele für das nächste Jahr, behauptete er. Putin wolle den Anschein erwecken, dass die Russen den Krieg gegen sein Land angeblich unterstützen. Russland war vor mehr als vier Jahren in die Ukraine einmarschiert.

Wolodymyr Selenskyj geht davon aus, dass Putin eine große Mobilisierung plant.
Wolodymyr Selenskyj geht davon aus, dass Putin eine große Mobilisierung plant.  © Ludovic Marin/POOL AFP/dpa

11. August, 18.13 Uhr: Tote und Verletzte nach russischem Angriff bei Odessa

Infolge eines russischen Angriffs sind im südukrainischen Gebiet Odessa mindestens zwei Menschen getötet worden. Drei weitere seien verletzt worden, teilte der Militärgouverneur der Region, Oleh Kiper, bei Telegram mit.

Ein Tanklaster mit Ölresten und ein Auto seien in Brand geraten. Den Waffentyp nannte er nicht. Zuvor hatte die Luftwaffe jedoch wiederholt vor dem Anflug russischer Drohnen gewarnt.

11. August, 13.47 Uhr: Tote und Verletzte durch russische Angriffe in der Ukraine

Bei russischen Raketen- und Bombenangriffen sind in der südostukrainischen Stadt Saporischschja laut Präsident Wolodymyr Selenskyj mindestens sechs Menschen getötet worden.

"Ein brutaler Angriff, der darauf abzielte, der zivilen Infrastruktur maximalen Schaden zuzufügen", schrieb der Staatschef bei Telegram. Bei den nächtlichen Angriffen seien weitere 19 Menschen verletzt worden. Das russische Militär habe auch eine nordkoreanische ballistische Rakete eingesetzt.

Selenskyj zufolge gab es auch russische Angriffe auf Umspannwerke in den Städten Cherson und Charkiw. Es sei zu Stromausfällen gekommen.

Titelfoto: --/dpa

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