Ukraine-Krieg: Putin bezieht Stellung zu Kiews Angriffen

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Ukraine - Bei einem russischen Drohnenangriff auf einen fahrenden Bus in der südukrainischen Stadt Cherson sind nach Behördenangaben mindestens vier Zivilisten getötet worden.

In der südukrainischen Stadt Cherson sind mindestens vier Zivilisten getötet worden. (Archivbild)
In der südukrainischen Stadt Cherson sind mindestens vier Zivilisten getötet worden. (Archivbild)  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

Vier weitere Menschen seien verletzt worden, erklärte die örtliche Staatsanwaltschaft am Mittwoch.

Der Gouverneur der Region Cherson, Oleksandr Prokudin, veröffentlichte Bilder, auf denen ein Kleinbus mit beschädigten Fensterscheiben und Blutspuren am Boden zu sehen sind.

Russland greift die Ukraine seit Beginn seines Angriffskriegs im Februar 2022 fast täglich mit Drohnen und Raketen an.

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Die Ukraine reagiert mit Angriffen auf russisches Gebiet. Cherson stand von März bis November 2022 unter russischer Kontrolle und liegt nahe der Front.

Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

19. August, 19.16 Uhr: Putin bezieht Stellung zu Kiews Angriffen

Kremlchef Wladimir Putin (73) hat eingeräumt, dass ukrainische Drohnenangriffe Russland schaden, aber keine kritischen Folgen hätten. Logistik- und Lagerkapazitäten müssten wiederhergestellt werden - auch unter Beteiligung des Staats, sagte er bei einer Sitzung des Rats für strategische Entwicklung und nationale Projekte und wies die Regierung an, ein entsprechendes Programm zum Wiederaufbau zu verabschieden.

Eine Reihe von Faktoren wirke sich auf das Wirtschaftstempo aus, darunter auch äußerer Druck und "Terrorangriffe auf Industrie- und Infrastrukturobjekte", sagte er. Die Dynamik der russischen Wirtschaft bezeichnete er als "bescheiden, aber positiv". Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts liege im Jahr 2026 bei etwa einem Prozent.

Kremlchef Wladimir Putin (73) gibt an, die Attacken von Kiew hätten keine kritischen Folgen.
Kremlchef Wladimir Putin (73) gibt an, die Attacken von Kiew hätten keine kritischen Folgen.  © Alexander Kazakov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

19. August, 15.13 Uhr: Präsident Selenskyj entlässt Vertraute nach Razzia in Kiew

Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj (48) hat nach einer neuen Razzia der Anti-Korruptionsbehörden in Kiew die Vizechefin des Präsidialbüros in Kiew entlassen. Das Dekret über die Entlassung von Iryna Mudra veröffentlichte er auf der Internetseite des Präsidialamts. Einen Grund nannte er aber nicht. Zuvor waren die Anti-Korruptionsbehörden des Landes, ohne Nennung von Namen, erneut mit Durchsuchungen gegen Verdächtige vorgegangen.

Die Spezialoperation diene dazu, "eine kriminelle Vereinigung aufzudecken, die unter der Leitung eines amtierenden und eines ehemaligen Abgeordneten des ukrainischen Parlaments tätig war", teilten das Nationale Anti-Korruptionsbüro der Ukraine (NABU) und die Spezialisierte Anti-Korruptionsstaatsanwaltschaft (SAP) in Kiew mit. Auch ranghohe Beamte des Präsidialamts der Ukraine sowie weitere Personen sollten demnach an den Verbrechen beteiligt sein.

Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj (48) hat weiterhin ein Problem mit Korruption in seinen Reihen.
Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj (48) hat weiterhin ein Problem mit Korruption in seinen Reihen.  © Niall Carson/PA Wire/dpa

19. August, 12.44 Uhr: Gefangenenaustausch - Kiew und Moskau übergeben Soldaten

Russland und die Ukraine haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau erneut Kriegsgefangene ausgetauscht.

Aus ukrainischer Gefangenschaft seien 103 russische Soldaten zurückgekehrt, teilte das Ministerium in Moskau mit. Russland habe im Gegenzug 103 ukrainischen Soldaten übergeben. Eine Bestätigung von ukrainischer Seite gab es zunächst nicht. Die Kriegsparteien haben bereits mehrfach Gefangene und die Leichen von Gefallenen ausgetauscht.

Die freigelassenen Russen seien derzeit im benachbarten Belarus, wo schon früher die medizinische und psychologische Erstversorgung ausgetauschter Soldaten erfolgte. Bei der humanitären Aktion seien die Vereinigten Arabischen Emirate erneut als Vermittler aufgetreten, gab das Ministerium in Moskau bekannt.

Die Ukraine und Russland haben in ihrem Krieg erneut Gefangene ausgetauscht. Insgesamt kamen nach russischen Angaben 206 Soldaten in Freiheit. (Archivbild)
Die Ukraine und Russland haben in ihrem Krieg erneut Gefangene ausgetauscht. Insgesamt kamen nach russischen Angaben 206 Soldaten in Freiheit. (Archivbild)  © Uncredited/Russian Defense Ministry Press S/dpa

19. August, 11.00 Uhr: Geschasster Verteidigungsminister drängt auf Wahlen

Der ukrainische Ex-Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow drängt knapp einen Monat nach seiner Entlassung trotz des laufenden Krieges mit Russland auf Wahlen.

"Die Demokratie darf keine Geisel Russlands sein. Wir kämpfen eben deswegen, weil wir ein freier europäischer Staat sein wollen", sagte Fedorow in einer mit harten Beats unterlegten Videobotschaft. Der Staat müsse einen "gesetzlichen, sicheren und realistischen Mechanismus" für einen Urnengang trotz des andauernden Krieges finden.

Fedorow wurde im Rahmen eines Regierungsumbaus nach knapp sechs Monaten als Verteidigungsminister entlassen. Zuvor leitete er das 2019 neu geschaffene Digitalisierungsministerium. Seine Entlassung zog Demonstrationen von vor allem jungen Leuten für seine Rückkehr ins Verteidigungsressort nach sich. Am Dienstag reichte Präsident Wolodymyr Selenskyj jedoch die Kandidatur des kommissarischen Verteidigungsministers Jewhenij Chmara für diesen Posten im Parlament ein. Fedorows Videobotschaft gilt als Reaktion auf diese Kandidatur.

Der ukrainische Ex-Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow (35).
Der ukrainische Ex-Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow (35).  © Hanna Arhirova/AP/dpa

18. August, 21.56 Uhr: Selenskyj empfängt neuen deutschen Botschafter in Kiew

Der neue deutsche Botschafter in der Ukraine, Boris Ruge, hat nach seinem Dienstantritt Präsident Wolodymyr Selenskyj sein Beglaubigungsschreiben überreicht.

"Wir sind sehr stolz darauf, so starke Freunde zu haben", sagte der Staatschef gemäß einer Mitteilung. Selenskyj dankte dabei Deutschland für die gewährte Hilfe. "Ihre Unterstützung ist die größte in Europa. Wir wissen das und erinnern uns daran", sagte das Staatsoberhaupt.

Bei dem Empfang in der historischen Sophienkathedrale in der ukrainischen Hauptstadt Kiew sei auch der Ausbau der gemeinsamen Rüstungsproduktion besprochen worden.

Boris Ruge ist neuer deutscher Botschafter in Kiew.
Boris Ruge ist neuer deutscher Botschafter in Kiew.  © Kay Nietfeld/dpa

18. August, 17.08 Uhr: Personal von AKW Saporischschja von Drohne getötet und verletzt

Eine Drohne hat in der Ukraine mehr als ein Dutzend Mitarbeiter des von Russland besetzten Kernkraftwerks Saporischschja angegriffen.

Wie die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien unter Berufung auf die von Moskau eingesetzte AKW-Leitung mitteilte, wurde eine Person getötet, 15 weitere Menschen wurden teils schwer verletzt. Sämtliche Opfer seien AKW-Angestellte und Mitarbeiter von Subunternehmen, hieß es.

Die Drohne explodierte demnach am Morgen bei einer Bushaltestelle, die von den AKW-Mitarbeitern auf dem Weg zur Arbeit genutzt wird. Zuvor hatten die russischen Besatzungsbehörden den Angriff gemeldet und machte Kiew dafür verantwortlich. In Moskau teilte das zentrale Ermittlungskomitee mit, dass Strafverfahren wegen der Terroranschläge im Gebiet Saporischschja und in der Hauptstadtregion eingeleitet worden seien. Von ukrainischer Seite gab es zunächst keine Reaktion.

Die Drohne hat mehrere Menschen getroffen, die auf dem Weg zur Arbeit in das AKW Saporischschja waren. (Archivfoto)
Die Drohne hat mehrere Menschen getroffen, die auf dem Weg zur Arbeit in das AKW Saporischschja waren. (Archivfoto)  © -/AP/dpa

18. August, 12.32 Uhr: Britische Drohnen gegen Russland? Moskau droht mit Folgen

Nach einem Medienbericht über den Einsatz britischer Drohnen durch die Ukraine für Angriffe in Russland droht Moskau Großbritannien mit Konsequenzen.

Der Bericht bestätige, dass London bewusst auf eine Eskalation des Ukraine-Kriegs setze, während es "heuchlerisch einen Wunsch nach Frieden" bekunde, teilte die russische Botschaft in dem Nato-Land mit.

"Londons Vorgehen wird zwangsläufig Konsequenzen haben, für die das Land zur Rechenschaft gezogen werden muss", hieß es weiter in der russischen Stellungnahme. "Je tiefer seine Verstrickung in den Konflikt" sei, desto höher werde der Preis sein, den es dafür zahlen müsse.

Als Reaktion sagte ein Sprecher des britischen Verteidigungsministeriums der BBC, Großbritannien stehe "Schulter an Schulter" mit der Ukraine. Kiew wehrt sich seit mehr als vier Jahren mit Hilfe westlicher Waffenlieferungen gegen den russischen Angriffskrieg.

18. August, 11.32 Uhr: Bundesumweltminister sichert Ukraine Hilfe zu: Tschernobyl-Hülle muss repariert werden

Bundesumweltminister Carsten Schneider (50) hat der von Russland angegriffenen Ukraine bei einem Besuch in Kiew Hilfe bei der Beseitigung der Schäden an der Schutzhülle der Atomruine Tschernobyl zugesichert.

"Deutschland steht fest an der Seite der Ukraine", sagte der SPD-Politiker, der am Dienstagmorgen in der ukrainischen Hauptstadt mit dem Zug eintraf. Er will auch die Sperrzone mit dem 1986 havarierten Atomkraftwerk Tschernobyl besuchen. Dort gibt es Schäden nach einem Drohnenangriff an dem Stahlbogen der Atomruine.

"Die beschädigte Schutzhülle über dem zerstörten Reaktor muss repariert werden", sagte Schneider. Die Abschirmfunktion der Stahlkonstruktion, die mit Milliardenkosten über einen zuvor gebauten Betonsarkophag gezogen wurde, ist laut Experten nun nicht mehr gewährleistet. Die Reparaturkosten werden nach Angaben der Kraftwerksleitung auf rund 500 Millionen Euro geschätzt.

Die Reparatur sei hochkomplex, sagte Schneider einer Mitteilung des Ministeriums zufolge; "und es wird gemeinsamer internationaler Anstrengung bedürfen, um diese zeitnah ermöglichen zu können. Unter den G7-Staaten ist dazu bereits ein Prozess angelaufen."

Bundesumweltminister Carsten Schneider (50) besucht Kiew und sichert dem Land deutsche Hilfe zu.
Bundesumweltminister Carsten Schneider (50) besucht Kiew und sichert dem Land deutsche Hilfe zu.  © Fotomontage/Handout / Berlin/Deutsche Botschaft Ukraine/dpa

18. August, 10.39 Uhr: Zehn Tote nach russischem Raketenangriff

Bei einem russischen Raketenangriff sind nach ukrainischen Behördenangaben im östlichen Gebiet Charkiw mindestens zehn Menschen getötet worden.

Bei dem Luftschlag in Petschenihy rund 55 Kilometer östlich von Charkiw seien auch acht Menschen verletzt worden, teilte der Gebietsgouverneur Oleh Synjehubow bei Telegram mit. Es sei zivile Infrastruktur beschädigt worden, darunter zehn Privathäuser, ein Café und Geschäfte.

Die gegenseitigen Luftangriffe im Ukraine-Krieg werden immer heftiger: Im Gebiet Charkiw starben bei einem russischen Raketenschlag zahlreiche Menschen.
Die gegenseitigen Luftangriffe im Ukraine-Krieg werden immer heftiger: Im Gebiet Charkiw starben bei einem russischen Raketenschlag zahlreiche Menschen.  © Andrii Marienko/AP/dpa

18. August, 6.57 Uhr: Bürgermeister: Moskau mit Hunderten Drohnen attackiert

Die russische Millionenmetropole Moskau und die umliegende Hauptstadtregion sind in der Nacht zum Ziel einer Angriffswelle mit ukrainischen Drohnen geworden. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Tass handelte es sich um die heftigste derartige Attacke seit zwei Jahren.

Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin teilte demnach mit, von Montagabend bis Dienstagmorgen seien 620 Drohnen in Richtung der Hauptstadtregion geflogen. Die meisten habe die Luftabwehr schon im Anflug abgewehrt, weitere 180 Drohnen seien dann im Raum Moskau vom Himmel geholt worden. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Über mögliche Opfer oder Schäden wurde zunächst nichts bekannt.

Die ukrainische Luftwaffe fliegt nahezu täglich große Angriffswellen gegen die russische Hauptstadtregion. Schon in der Nacht zu Sonntag wurde das Moskauer Gebiet laut Sobjanin von ungefähr 600 Drohnen attackiert – demnach gab es neben einem Todesopfer auch mehrere Verletzte.

Titelfoto: Alexander Kazakov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

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