Ukraine-Krieg: Selenskyj empfängt neuen deutschen Botschafter in Kiew

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Ukraine - Russland führt weiter Krieg gegen ukrainische Städte. Dabei gibt es erneut Tote und Verletzte unter der Zivilbevölkerung.

Die ukrainische Stadt Saporischschja wurde bereits am 10. August angegriffen. Rettungskräfte versuchten, einen Brand in einem Wohnhaus und brennende Autos zu löschen, nachdem eine russische Luft-Boden-Bombe eingeschlagen ist.
Die ukrainische Stadt Saporischschja wurde bereits am 10. August angegriffen. Rettungskräfte versuchten, einen Brand in einem Wohnhaus und brennende Autos zu löschen, nachdem eine russische Luft-Boden-Bombe eingeschlagen ist.  © Kateryna Klochko/AP/dpa

In Saporischschja starben ein Mann und eine Frau bei einem Drohnenangriff auf eine Kleingartenanlage, wie der regionale Militärverwalter Iwan Fedorow auf Telegram mitteilte.

Aus der südukrainischen Hafenstadt Odessa meldeten die Behörden mindestens neun Verletzte durch russische Angriffe. "Der Feind setzt den Terror gegen die Zivilbevölkerung in der Region Odessa fort", schrieb der regionale Militärverwalter Oleh Kiper auf Telegram.

Das russische Militär, das seit knapp viereinhalb Jahren einen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt, attackiert zuletzt verstärkt zivile Ziele im Nachbarland.

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Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

18. August, 21.56 Uhr: Selenskyj empfängt neuen deutschen Botschafter in Kiew

Der neue deutsche Botschafter in der Ukraine, Boris Ruge, hat nach seinem Dienstantritt Präsident Wolodymyr Selenskyj sein Beglaubigungsschreiben überreicht.

"Wir sind sehr stolz darauf, so starke Freunde zu haben", sagte der Staatschef gemäß einer Mitteilung. Selenskyj dankte dabei Deutschland für die gewährte Hilfe. "Ihre Unterstützung ist die größte in Europa. Wir wissen das und erinnern uns daran", sagte das Staatsoberhaupt.

Bei dem Empfang in der historischen Sophienkathedrale in der ukrainischen Hauptstadt Kiew sei auch der Ausbau der gemeinsamen Rüstungsproduktion besprochen worden.

Boris Ruge ist neuer deutscher Botschafter in Kiew.
Boris Ruge ist neuer deutscher Botschafter in Kiew.  © Kay Nietfeld/dpa

18. August, 17.08 Uhr: Personal von AKW Saporischschja von Drohne getötet und verletzt

Eine Drohne hat in der Ukraine mehr als ein Dutzend Mitarbeiter des von Russland besetzten Kernkraftwerks Saporischschja angegriffen.

Wie die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien unter Berufung auf die von Moskau eingesetzte AKW-Leitung mitteilte, wurde eine Person getötet, 15 weitere Menschen wurden teils schwer verletzt. Sämtliche Opfer seien AKW-Angestellte und Mitarbeiter von Subunternehmen, hieß es.

Die Drohne explodierte demnach am Morgen bei einer Bushaltestelle, die von den AKW-Mitarbeitern auf dem Weg zur Arbeit genutzt wird. Zuvor hatten die russischen Besatzungsbehörden den Angriff gemeldet und machte Kiew dafür verantwortlich. In Moskau teilte das zentrale Ermittlungskomitee mit, dass Strafverfahren wegen der Terroranschläge im Gebiet Saporischschja und in der Hauptstadtregion eingeleitet worden seien. Von ukrainischer Seite gab es zunächst keine Reaktion. 

Die Drohne hat mehrere Menschen getroffen, die auf dem Weg zur Arbeit in das AKW Saporischschja waren. (Archivfoto)
Die Drohne hat mehrere Menschen getroffen, die auf dem Weg zur Arbeit in das AKW Saporischschja waren. (Archivfoto)  © -/AP/dpa

18. August, 12.32 Uhr: Britische Drohnen gegen Russland? Moskau droht mit Folgen

Nach einem Medienbericht über den Einsatz britischer Drohnen durch die Ukraine für Angriffe in Russland droht Moskau Großbritannien mit Konsequenzen.

Der Bericht bestätige, dass London bewusst auf eine Eskalation des Ukraine-Kriegs setze, während es "heuchlerisch einen Wunsch nach Frieden" bekunde, teilte die russische Botschaft in dem Nato-Land mit.

"Londons Vorgehen wird zwangsläufig Konsequenzen haben, für die das Land zur Rechenschaft gezogen werden muss", hieß es weiter in der russischen Stellungnahme. "Je tiefer seine Verstrickung in den Konflikt" sei, desto höher werde der Preis sein, den es dafür zahlen müsse.

Als Reaktion sagte ein Sprecher des britischen Verteidigungsministeriums der BBC, Großbritannien stehe "Schulter an Schulter" mit der Ukraine. Kiew wehrt sich seit mehr als vier Jahren mit Hilfe westlicher Waffenlieferungen gegen den russischen Angriffskrieg.

18. August, 11.32 Uhr: Bundesumweltminister sichert Ukraine Hilfe zu: Tschernobyl-Hülle muss repariert werden

Bundesumweltminister Carsten Schneider (50) hat der von Russland angegriffenen Ukraine bei einem Besuch in Kiew Hilfe bei der Beseitigung der Schäden an der Schutzhülle der Atomruine Tschernobyl zugesichert.

"Deutschland steht fest an der Seite der Ukraine", sagte der SPD-Politiker, der am Dienstagmorgen in der ukrainischen Hauptstadt mit dem Zug eintraf. Er will auch die Sperrzone mit dem 1986 havarierten Atomkraftwerk Tschernobyl besuchen. Dort gibt es Schäden nach einem Drohnenangriff an dem Stahlbogen der Atomruine.

"Die beschädigte Schutzhülle über dem zerstörten Reaktor muss repariert werden", sagte Schneider. Die Abschirmfunktion der Stahlkonstruktion, die mit Milliardenkosten über einen zuvor gebauten Betonsarkophag gezogen wurde, ist laut Experten nun nicht mehr gewährleistet. Die Reparaturkosten werden nach Angaben der Kraftwerksleitung auf rund 500 Millionen Euro geschätzt.

Die Reparatur sei hochkomplex, sagte Schneider einer Mitteilung des Ministeriums zufolge; "und es wird gemeinsamer internationaler Anstrengung bedürfen, um diese zeitnah ermöglichen zu können. Unter den G7-Staaten ist dazu bereits ein Prozess angelaufen."

Bundesumweltminister Carsten Schneider (50) besucht Kiew und sichert dem Land deutsche Hilfe zu.
Bundesumweltminister Carsten Schneider (50) besucht Kiew und sichert dem Land deutsche Hilfe zu.  © Fotomontage/Handout / Berlin/Deutsche Botschaft Ukraine/dpa

18. August, 10.39 Uhr: Zehn Tote nach russischem Raketenangriff

Bei einem russischen Raketenangriff sind nach ukrainischen Behördenangaben im östlichen Gebiet Charkiw mindestens zehn Menschen getötet worden.

Bei dem Luftschlag in Petschenihy rund 55 Kilometer östlich von Charkiw seien auch acht Menschen verletzt worden, teilte der Gebietsgouverneur Oleh Synjehubow bei Telegram mit. Es sei zivile Infrastruktur beschädigt worden, darunter zehn Privathäuser, ein Café und Geschäfte.

Die gegenseitigen Luftangriffe im Ukraine-Krieg werden immer heftiger: Im Gebiet Charkiw starben bei einem russischen Raketenschlag zahlreiche Menschen.
Die gegenseitigen Luftangriffe im Ukraine-Krieg werden immer heftiger: Im Gebiet Charkiw starben bei einem russischen Raketenschlag zahlreiche Menschen.  © Andrii Marienko/AP/dpa

18. August, 6.57 Uhr: Bürgermeister: Moskau mit Hunderten Drohnen attackiert

Die russische Millionenmetropole Moskau und die umliegende Hauptstadtregion sind in der Nacht zum Ziel einer Angriffswelle mit ukrainischen Drohnen geworden. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Tass handelte es sich um die heftigste derartige Attacke seit zwei Jahren. 

Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin teilte demnach mit, von Montagabend bis Dienstagmorgen seien 620 Drohnen in Richtung der Hauptstadtregion geflogen. Die meisten habe die Luftabwehr schon im Anflug abgewehrt, weitere 180 Drohnen seien dann im Raum Moskau vom Himmel geholt worden. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Über mögliche Opfer oder Schäden wurde zunächst nichts bekannt.

Die ukrainische Luftwaffe fliegt nahezu täglich große Angriffswellen gegen die russische Hauptstadtregion. Schon in der Nacht zu Sonntag wurde das Moskauer Gebiet laut Sobjanin von ungefähr 600 Drohnen attackiert – demnach gab es neben einem Todesopfer auch mehrere Verletzte.

18. August, 6.30 Uhr: Tote und Verletzte bei russischen Angriffen

Bei russischen Angriffen sind am Abend in der Ukraine mehrere Menschen getötet und verletzt worden.

In Saporischschja starben ein Mann und eine Frau bei einem Drohnenangriff auf eine Kleingartenanlage, wie der regionale Militärverwalter Iwan Fedorow auf Telegram mitteilte. Bei weiteren Drohneneinschlägen sei in einer Gemeinde von Saporischschja der Strom ausgefallen.

Aus der südukrainischen Hafenstadt Odessa meldeten die Behörden mindestens neun Verletzte durch russische Angriffe. "Der Feind setzt den Terror gegen die Zivilbevölkerung in der Region Odessa fort", schrieb der regionale Militärverwalter Oleh Kiper auf Telegram. Nach Angaben der Agentur Ukrinform wurden bei den russischen Drohnenangriffen ein Restaurant und mehrere Privathäuser getroffen.

17. August, 18.26 Uhr: Mutmaßlich russische Drohne in Moldau zerschellt

Eine vermutlich russische Drohne ist in den Luftraum von Moldau eingedrungen und auf einem Acker explodiert.

Das unbekannte Fluggerät sei im Gebiet Stefan Voda im äußersten Südosten des Landes zerschellt und habe einen kleinen Brand ausgelöst, teilte die moldauische Polizei auf Telegram mit. Personen seien nicht zu Schaden gekommen.

Experten untersuchten den Absturzort. Nach Darstellung ukrainischer Medien war eine russische Drohne vom Typ "Banderol" beim Anflug auf den Hafen von Odessa vom Kurs abgekommen und über die Grenze nach Moldau geflogen.

Wohl eine russische Drohne soll bei Odessa vom Kurs abgekommen und nach Moldau geflogen sein. (Archivfoto)
Wohl eine russische Drohne soll bei Odessa vom Kurs abgekommen und nach Moldau geflogen sein. (Archivfoto)  © Andreas Stein/dpa

17. August, 18.24 Uhr: Zwei Frachter mit Waffen getroffen

Das russische Militär will nach eigener Darstellung im Süden der Ukraine zwei Frachtschiffe mit militärischer Ausrüstung angegriffen haben.

Ein Frachter sei im Hafen von Odessa getroffen worden, das zweite Schiff sei in Mykolajiw angegriffen worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau nach Angaben der Staatsagentur Tass mit. Beide Schiffe hätten Waffen und militärische Ausrüstung geladen.

Über das Ausmaß der Schäden wurden keine Angaben gemacht. Die Darstellung konnte nicht unabhängig geprüft werden, die ukrainischen Behörden äußerten sich dazu nicht.

17. August, 17.28 Uhr: Viele Jahre Straflager für Kriegsgegner Schlosberg

Ein russisches Gericht hat den prominenten russischen Kriegsgegner und Oppositionellen Lew Schlosberg in einem umstrittenen Verfahren zu elf Jahren und einem Monat Haft im Straflager verurteilt.

Richterin Viktoria Maljamowa befand den Vizechef der liberalen Oppositionspartei Jabloko unter anderem der Verunglimpfung der russischen Streitkräfte für schuldig.

Maljamowa blieb damit leicht hinter dem Strafantrag der Staatsanwaltschaft, die am Freitag auf zwölf Jahre und einen Monat plädiert hatte. Der 63 Jahre alte Politiker wird das Urteil anfechten, wie Schlosbergs liberale Partei Jabloko mitteilte. Schlosberg kritisiert immer wieder offen den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Der prominente russische Oppositionelle Lew Schlosberg wurde zu mehreren Jahren Haft in einem Straflager verurteilt.
Der prominente russische Oppositionelle Lew Schlosberg wurde zu mehreren Jahren Haft in einem Straflager verurteilt.  © Uncredited/AP/dpa

17. August, 12.47 Uhr: Vier Seeleute auf zivilem Schiff verletzt

Bei einem russischen Angriff auf die südukrainische Region Odessa sind nach ukrainischen Angaben vier Besatzungsmitglieder eines zivilen Schiffes verletzt worden.

Das Schiff fahre unter der Flagge von Togo, teilte der Militärgouverneur der Region, Oleh Kiper, bei Telegram mit. Drei der Verletzten seien in ein Krankenhaus gebracht worden. Durch den Angriff ausgelöste Brände seien inzwischen gelöscht. 

Den genauen Ort des Angriffs und den eingesetzten Waffentyp nannte Kiper nicht. Die ukrainische Luftwaffe hatte zuvor vor russischen Drohnen gewarnt.

Das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigte unterdessen Angriffe auf Ziele in der Region. Demnach wurden der Donauhafen Ismajil und der Schwarzmeerhafen Odessa angegriffen. In Ismajil seien eine Anlegestelle und Lagerhallen mit "westlicher Militärtechnik" und Seedrohnen das Ziel gewesen. In Odessa wiederum galt der Angriff demnach einem Patrouillenboot und Treibstofftanks. Die Angaben beider Kriegsparteien ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Das Gebäude der ukrainischen Donauschifffahrtsgesellschaft weist Schäden auf, die den Angaben zufolge durch den russischen Drohnenangriff entstanden sind. (Archivbild)
Das Gebäude der ukrainischen Donauschifffahrtsgesellschaft weist Schäden auf, die den Angaben zufolge durch den russischen Drohnenangriff entstanden sind. (Archivbild)  © -/Ukrinform/dpa

17. August, 9.24 Uhr: Die EU will Russland-Sanktionen deutlich ausweiten

Die EU will die Sanktionen gegen Russland nach den Worten der Außenbeauftragten Kaja Kallas in den kommenden Monaten deutlich ausweiten.

"Im Herbst werde ich die weitreichendste Sanktionsliste seit Beginn des Krieges vorlegen. Sollte sie beschlossen werden, wird sich die Zahl der sanktionierten russischen Personen, Unternehmen und Organisationen sofort um ein Drittel erhöhen", sagte Kallas der Zeitung "Welt" vom Montag.

Die Sanktionen richten sich nach Angaben der EU-Kommission derzeit gegen fast 3000 Menschen und Einrichtungen. "Der Druck muss verstärkt werden, bis Russland den Krieg beendet", fuhr Kallas fort.

Kallas äußerte zugleich die Hoffnung, dass die USA und Europa mit Blick auf die Sanktionen wieder "näher zusammenrücken". Die bisherigen 21 Sanktionspakete seit Kriegsbeginn im Februar 2022 bezeichnete Kallas als Erfolg. "Für die EU-Sanktionen hat Russland bis heute teuer bezahlt, sie haben Russlands Kriegsmaschine schon über eine Billion Euro gekostet", sagte sie.

Zugleich warf Kallas Moskau "systematischen Terror" vor. "Moskaus Armee gewinnt nicht auf dem Schlachtfeld und richtet die Raketen daher zunehmend gegen ukrainische Zivilisten und Infrastruktur. Das ist systematischer Terror", sagte Kallas. "Russland will die ukrainischen Städte unbewohnbar machen."

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa

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