Ukraine-Krieg, Tag 2: Auch die USA verhängen Sanktionen gegen Putin

Kiew - In der Ukraine herrscht Krieg. Am Donnerstag (24. Februar) begannen die russischen Angriffe. Bei TAG24 lest Ihr, wie sich die Ereignisse entwickeln.

Russland Präsident Wladimir Putin (69) hat einen Militärschlag gegen die Ukraine begonnen.
Russland Präsident Wladimir Putin (69) hat einen Militärschlag gegen die Ukraine begonnen.  © Uncredited/Russian Presidential Press Service/dpa

In den Tagen zuvor hatte sich eine russische Attacke bereits angedeutet.

Russlands Präsident Wladimir Putin (69) hatte in einer Fernsehansprache begründet, dass die Angriffe notwendig seien, um die Zivilbevölkerung zu schützen. International wurde der russische Militärschlag jedoch massiv verurteilt.

In der Ukraine wurde am Donnerstag bereits eine allgemeine Mobilmachung verkündet, die die Einberufung von Wehrpflichtigen und Reservisten vorsieht.

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TAG24 berichtet im Liveticker über das aktuelle Geschehen am 2. Tag der Ereignisse. Wie die Krise am Samstag weiterging, lest Ihr im Liveblog zum 3. Tag.

Update, 22.20 Uhr: Russland kritisiert Sanktionen gegen Putin und Lawrow

Russland hat die Sanktionen des Westens gegen Präsident Wladimir Putin (69) und Außenminister Sergej Lawrow (71) kritisiert.

Das sei ein Beispiel für eine absolute außenpolitische Schwäche, sagte die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Freitagabend im Staatsfernsehen. "Mit wem werden Sie sprechen?", fragte sie und erinnerte daran, dass Russland eine Atommacht sei.

Update, 22.11 Uhr: Biden sichert Selenskyj in Telefonat erneut Unterstützung der USA zu

Inmitten des russischen Angriffs auf die Ukraine hat US-Präsident Joe Biden (79) dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (44) erneut Unterstützung der Vereinigten Staaten zugesichert.

Biden teilte am Freitag in einer schriftlichen Stellungnahme mit, er habe mit Selenskyj telefoniert und ihn über laufende wirtschaftliche, humanitäre und sicherheitspolitische Hilfen der USA informiert. Biden betonte auch: "Ich habe das mutige Handeln des ukrainischen Volkes gelobt, das für die Verteidigung seines Landes kämpft."

Update, 22.03 Uhr: US-Regierung nennt Moskaus Verhandlungsangebot "Diplomatie mit vorgehaltener Waffe"

Russlands Angebot für mögliche Friedensverhandlungen mit der Ukraine stellt nach Einschätzung des US-Außenministeriums kein wirkliches Bemühen um eine diplomatische Lösung des Konflikts dar.

"Diplomatie mit vorgehaltener Waffe ist keine wirkliche Diplomatie, das ist erzwungene Diplomatie, das ist Erpressung unter dem Anschein diplomatischer Nettigkeiten", sagte der Sprecher des Ministeriums, Ned Price, am Freitag in Washington. Damit werde sich der Konflikt nicht lösen lassen. Russland habe seit Wochen nur vorgetäuscht, mit der internationalen Gemeinschaft verhandeln zu wollen, während der Einmarsch in die Ukraine vorbereitet worden sei.

US-Präsident Joe Biden (79) positioniert sich klar auf der Seite der Ukraine.
US-Präsident Joe Biden (79) positioniert sich klar auf der Seite der Ukraine.  © Alex Brandon/AP/dpa

Update, 21.50 Uhr: Nach der EU will auch die US-Regierung Sanktionen gegen Putin verhängen

Nach der Europäischen Union und Großbritannien will auch die US-Regierung Sanktionen gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin (69) und Außenminister Sergej Lawrow (71) verhängen.

Auch weitere Mitglieder der russischen Führung würden betroffen sein, sagte US-Präsident Joe Bidens (79) Sprecherin, Jen Psaki, am Freitag. Die Entscheidung sei in enger Abstimmung mit den Verbündeten in der EU gefallen, sagte Psaki im Weißen Haus. Einzelheiten zu den Sanktionen würden noch im Laufe des Nachmittags (Ortszeit) bekanntgegeben, sagte sie weiter. Bei den meisten US-Sanktionen, die sich auf bestimmte Personen oder Firmen beziehen, wird jeglicher möglicher Besitz in den USA eingefroren.

Update, 21.44 Uhr: Nato will Überschwappen des Ukraine-Kriegs verhindern

Mit dem Verlegen ihrer schnellen Einsatztruppe NRF in den Osten des Bündnisgebietes will die Nato nach Angaben von Generalsekretär Jens Stoltenberg ein "Überschwappen" des Krieges in der Ukraine verhindern.

Die Nato tue dies nicht, um den Konflikt zu provozieren, "sondern um ihn zu verhindern und sicherzustellen, dass Russland ganz klar versteht, dass wir nichts erlauben werden", sagte Stoltenberg am Freitag im "Heute Journal" des ZDF. "Russland muss verstehen, dass die Ukraine ein hoch geschätzter Partner ist, den wir unterstützen. Aber bei Bündnispartnern sieht es noch mal anders aus."

Update, 21.41 Uhr: Raketenbeschuss auf Regionen Odessa und Mykolajiw

Russische Soldaten haben nach ukrainischen Angaben die Region um die Hafenstadt Odessa an der Schwarzmeer-Küste mit Raketen beschossen.

Es seien am Freitag mehrere Raketen vom Meer aus auf Grenzschutzanlagen abgefeuert worden, teilte der Grenzschutz von Odessa mit. Betroffen sei auch Infrastruktur in der Region Mykolajiw. Mehrere Beobachtungsposten seien beschädigt worden. Befürchtet wird, dass russische Truppen nach Odessa vorrücken könnten - eine strategisch wichtige Stadt.

Update, 21.37 Uhr: Laut UNHCR sind bereits mehr als 50.000 Menschen aus der Ukraine geflohen

Aus der Ukraine sind innerhalb von 48 Stunden mehr als 50.000 Menschen über die Grenzen ins Ausland geflüchtet. Das berichtete der Chef des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR), Filippo Grandi, am Freitag auf Twitter.

Viele weitere Menschen seien auf dem Weg zu den Grenzen. Die Mehrheit sei nach Polen und Moldau geflohen. "Herzlichen Dank an die Regierungen und die Bevölkerung dieser Länder, dass sie ihre Grenzen offenhalten und Flüchtlinge aufnehmen", twitterte Grandi. Das UNHCR stellt sich nach vorläufigen Schätzungen auf bis zu vier Millionen Flüchtlinge aus der Ukraine ein, sollte die Lage sich nach dem russischen Einmarsch weiter verschlechtern. Zuvor hatten bereits die UN von Hunderttausenden auf der Flcht gesprochen.

Update, 21.29 Uhr: Laut Baerbock hätte ein Swift-Ausschluss Russlands massive Kollateralschäden

Ein Ausschluss Russlands aus dem Banken-Kommunikationsnetzwerk Swift hätte nach den Worten von Außenministerin Annalena Baerbock (41, Grüne) "massive Kollateralschäden" - und könnte auch die deutsche Energieversorgung gefährden.

Die Grünen-Politikerin sagte am Freitag in der ARD, im Falle eines Swift-Ausschlusses Russlands könnten auch Energieimporte nicht mehr finanziert werden. Baerbock sagte mit Blick auf den russischen Angriff der Ukraine: "Alles, was wir tun könnten, um diesen Wahn zu stoppen, würden wir tun. Aber ebenso müssen wir sehen, dass wir nicht Instrumente wählen, wo Putin am Ende drüber lacht, weil sie uns viel härter treffen."

Update, 21.20 Uhr: Laut dem ukrainischen Außenminister will Russland die Ukrainer "entmenschlichen"

Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba hat Russland eine geplante "Entmenschlichung" der Ukraine vorgeworfen.

"Nach Geheimdienstinformationen plant Russland eine massive Operation unter falscher Flagge, um die Ukrainer zu "entmenschlichen" und die Ukraine angeblicher unmenschlicher Handlungen zu beschuldigen", schrieb Kuleba am Freitagabend auf Twitter. Einmal mehr warf er zudem Russland vor, Zivilisten und Kindergärten anzugreifen. Diese Informationen konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.

Update, 21.12 Uhr: Funke Mediengruppe registriert Internetangriffe auf Zeitungswebseiten

Die Funke Mediengruppe hat Internetangriffe auf ihre Webseiten registriert.

Im Live-Blog der zur Gruppe gehörenden "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ), in dem Nachrichten rund um den russischen Angriff auf die Ukraine stehen, hieß es am Freitagabend: "Die Webseiten der Tageszeitungen, Magazine und Reichweitenportale der Funke Mediengruppe werden seit dem Morgen in mehreren Wellen von sogenannten Bots angegriffen."

Auch auf den Seiten der Marken in Sozialen Netzwerken gebe es eine erhöhte Bot-Aktivität. Leserinnen und Leser müssten sich hierauf einstellen: "Durch die Angriffe kann die Aktualisierung unserer Seiten teilweise verzögert werden." Weiter hieß es von der Mediengruppe, dass man Maßnahmen zur Abwehr weiterer Angriffe eingeleitet habe. Nähere Angaben zu den möglichen Hintergründen wurden nicht gemacht.

Titelfoto: Alex Brandon/AP/dpa

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