Ukraine-Krieg: Ukraine kauft US-Artillerieraketen in der Türkei

Ukraine - Attacke auf Belgorod: Drohnen schlagen ein, Wohnblocks brennen. Was steckt hinter den Angriffen auf den russischen Versorgungsknoten?

Belgorod wird immer Ziel von Angriffen, so wie hier im März 2024.  © Uncredited/AP/dpa

Vier Wohnblocks seien beschädigt worden, teilte der Gouverneur der Region, Alexander Schuwajew, auf Telegram mit. Bilder in sozialen Netzwerken ließen auf mehrere Brände in der Stadt schließen, die etwa 30 Kilometer von der Grenze zur Ukraineentfernt liegt.

Belgorod ist der logistische Knotenpunkt zur Versorgung der russischen Truppen, die die ukrainische Großstadt Charkiw beschießen und im Industriegebiet Donbass angreifen. Deshalb wird Belgorod immer wieder angegriffen, was auch die Energieversorgung und andere zivile Objekte in Mitleidenschaft zieht. 

Russische Behörden meldeten außerdem ukrainische Drohnenangriffe auf Noworossijsk und Gelendschik am Schwarzen Meer.

Ukraine Ukraine-Krieg: US-Senatoren stellen Gesetz für neue Russland-Sanktionen vor

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9. August, 13.01 Uhr: Ukraine kauft US-Artillerieraketen in der Türkei

Die Ukraine kauft in der Türkei ein größeres Paket mit US-produzierten Artilleriewaffen, das auch 70 Raketen des Typs ATACMS umfasst.

Zu dem Geschäft gehören weiter 12 Mehrfachraketenwerfer M270, mehr als 2.500 Artillerieraketen vom Kaliber 227 Millimeter mit Streumunition sowie 47.000 Artilleriegranaten 203 Millimeter mit Streumunition, wie das ukrainische Militärportal "Militarnyj" berichtet.

Es stützt sich dabei auf die offizielle Mitteilung des US-Außenministeriums an den Kongress zu dem geplanten Weiterverkauf. Demnach befürwortet die US-Regierung das Geschäft im Umfang von 283 Millionen US-Dollar (245 Millionen Euro).

Es gilt als genehmigt, wenn die Parlamentskammern Senat und Repräsentantenhaus nicht binnen 30 Tagen widersprechen. Die Türkei wolle Waffen älterer Bauart verkaufen, hieß es. Die Ukraine wiederum könne ihre Feuerkraft bei der Abwehr des russischen Angriffskrieges damit verstärken. 

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Eine Artillerie-Kurzstreckenrakete vom Typ ATACMS. (Archivbild)  © -/yonhap/dpa

9. August, 8.39 Uhr: Verletzte und Tote bei Angriff auf russische Grenzstadt Belgorod

Durch einen ukrainischen Drohnenangriff auf die grenznahe russische Großstadt Belgorod sind nach Behördenangaben mindestens 3 Menschen getötet und 25 verletzt worden.

Mehrere Wohnblocks, ein Verwaltungsgebäude sowie Geschäfte seien beschädigt worden, teilte der Gouverneur der Region, Alexander Schuwajew, auf Telegram mit. Bilder in sozialen Netzwerken ließen auf mehrere Brände in der Stadt schließen, die etwa 30 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt liegt.

Angaben zu den militärischen Zielen des Angriffs gab es nicht. Belgorod ist allerdings der logistische Knotenpunkt zur Versorgung der russischen Truppen, die die ukrainische Großstadt Charkiw beschießen und im Industriegebiet Donbass angreifen. Deshalb wird Belgorod immer wieder angegriffen, was auch die Energieversorgung und andere zivile Objekte in Mitleidenschaft zieht. 

8. August, 22.27 Uhr: Tote und Verletzte bei russischen Angriffen

Bei einer Serie von russischen Angriffen auf ukrainische Regionen sind mehrere Menschen getötet und verletzt worden. In der Region Dnipro kamen nach Angaben der Behörden mindestens zwei Menschen ums Leben, zwei weitere Personen wurden verletzt.

Russische Militärs hatten die Oblast mit Artillerie und Fliegerbomben angegriffen, teilte der regionale Militärverwalter Olexander Ganscha auf Telegram mit. In der ostukrainischen Großstadt Charkiw wurde ein 68-Jähriger nach Angaben der Behörden durch eine Drohne getötet, eine 46-jährige Frau wurde bei der Explosion einer Angriffsdrohne schwer verletzt.

Am Abend wurden in der ostukrainischen Stadt Pawlohrad mehrere Menschen bei russischen Angriffen verletzt. Ganscha berichtete auf Telegram von neun Verletzten, unter ihnen vier Kinder, im Alter zwischen drei Monaten und sechs Jahren. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig geprüft werden.

8. August, 21.43 Uhr: Putin will laut Selenskyj Hunderttausende heimlich mobilisieren

Kremlchef Wladimir Putin ist nach Ansicht des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bereit zu einer weiteren Steigerung seines Angriffskriegs gegen das Nachbarland. Mit einer möglichen neuen Massen-Mobilmachung sollte eventuell auch Europa unter Druck gesetzt werden, sagte Selenskyj in einem Interview mit ukrainischen Sendern.

Nach einer versteckten Einberufung von hunderttausenden Russen zum Militärdienst könnten diese Streitkräfte nicht nur für den Krieg in der Ukraine, sondern auch zur psychologischen Beeinflussung europäischer Länder vorgesehen sein. "Wozu? Um zu zeigen, dass ich im Herbst eine halbe Million Menschen mobilisieren werde. Und diese halbe Million werde ich nicht unbedingt nur in der Ukraine einsetzen", erläuterte Selenskyj.

Putin zeige weiterhin keine Bereitschaft, den Krieg zu gerechten Bedingungen zu beenden. "Stattdessen versucht er, zumindest symbolische Erfolge zu erzielen, mit denen er die enormen Verluste vor dem eigenen Volk rechtfertigen könnte", sagte Selenskyj. 

8. August, 17.04 Uhr: Russland will ukrainische Häfen getroffen haben

Das russische Militär will nach eigener Darstellung verschiedene Ziele in und vor ukrainischen Häfen angegriffen und beschädigt haben.

Wie das Verteidigungsministerium in Moskau nach Angaben der Staatsagentur Tass mitteilte, seien unter anderem die Häfen von Odessa und Mykolajiw mit Präzisionswaffen der Luftwaffe sowie mit Kampfdrohnen attackiert worden. Dabei sei unter anderem bei Mykolajiw ein Frachter mit militärischer Ladung getroffen worden, während in Odessa eine Anlage zur elektronischen Aufklärung beschädigt worden sei. Ein weiterer Frachter mit militärischen Gütern sei vor der ukrainischen Küste angegriffen worden.

Die russischen Angaben konnten nicht unabhängig bestätigt werden. Von ukrainischer Seite gab es zu den Berichten des Verteidigungsministeriums in Moskau keine Reaktion. Russland versucht seit einiger Zeit, die ukrainische Schifffahrt in der Region Odessa sowie zu den verschiedenen Binnenhäfen an der Donau und am Bug zu stören.

Russland greift immer wieder die Häfen der Ukraine an. Der Export von Getreide und auch die Einfuhr von Waffen soll nachhaltig gestört werden. (Symbolbild)  © Kay Nietfeld/dpa

8. August, 15.21 Uhr: Selenskyj und Vucic - Kooperation trotz Moskau-Nähe Belgrads

Serbiens Regierung gilt als moskautreu, die Ukraine wird von Russland mit Krieg überzogen - trotzdem möchten beide Länder enger zusammenarbeiten.

Darüber sprach der serbische Präsident Alexander Vucic mit seinem ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenskyj, der erstmals Belgrad besuchte. Es ging auch um den künftigen Weg beider Länder in die EU.

Eine militärische Zusammenarbeit mit der Ukraine war kein Thema, wie Vucic bei einer Pressekonferenz betonte. Er verneinte, dass Serbien zusammen mit der Ukraine Drohnen bauen wolle. Eine derartige Kooperation sei allerdings mit Israel geplant, sagte Vucic.

Vertreter der beider Länder unterzeichneten eine Absichtserklärung zur Kooperation in Landwirtschaft und Lebensmittelsicherheit.

8. August, 12.16 Uhr: Drohne dringt im Luftraum eines Nato-Staats ein

Im Luftraum des Nato- und EU-Mitgliedstaates Bulgarien ist eine Drohne eingedrungen.

Das Flugobjekt sei auf bulgarischem Staatsgebiet in einer Entfernung von 100 Metern von der rumänischen Grenze explodiert, sagte Ministerpräsident Rumen Radew nach einer Sitzung des Sicherheitsrates bei der Regierung in Sofia. Die Drohne hatte demnach eine Großmenge Sprengstoff.

Teams der bulgarischen Grenzpolizei und des Verteidigungsministeriums des Landes seien dabei, die Herkunft der Drohne festzustellen, sagte Radew weiter. Es gebe keine Verletzten und auch keine Sachschäden.

In Bulgarien wurde eine Drohne voller Sprengstoff gesichtet. (Symbolfoto)  © Michael Bahlo/dpa

8. August, 11.03 Uhr: Drohnenangriffe treffen zwei russische Raffinerien

Das russische Militär meldet aus der Nacht einen groß angelegten Drohnenangriff der Ukraine.

Bis zum Morgen seien knapp 400 Drohnen abgefangen worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Bis in die Vormittagsstunden seien weitere mehr als 80 feindliche Fluggeräte geortet und unschädlich gemacht worden.

Berichten russischer und ukrainischer Telegramkanäle zufolge wurde die Ölraffinerie von Sysran an der Wolga im Gebiet Samara getroffen. Die Gebietsverwaltung bestätigte nur einen Brand in einem nicht genannten Industriebetrieb.

Die Raffinerie von Sysran, Luftlinie mehr als 900 Kilometer von der Ukraine entfernt, ist schon mehrmals angegriffen und beschädigt worden. Einen zweiten Treffer gab es demnach auf die Raffinerie von Ilski im südrussischen Gebiet Krasnodar.

Mehr als 400 Drohnen hat Russland laut eigenen Angaben abgewehrt – doch zwei Raffinerien brennen. (Symbolfoto)  © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

8. August, 10.26 Uhr: Moskau spricht von Treffer auf Rüstungsfabrik Fire Point

Das russische Militär spricht nach dem nächtlichen Luftangriff auf Kiew von einem Schlag gegen den ukrainischen Rüstungshersteller Fire Point.

Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, es sei eine Produktionsstätte getroffen worden, die Teile und Sprengköpfe für den ukrainischen Marschflugkörper FP-5 Flamingo herstelle. Außerdem sei ein Treibstofflager vernichtet worden, das die ukrainische Armee beliefere.

Belege für diese Darstellung lieferte die russische Seite nicht. Der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko schrieb auf Telegram von Berichten über brennende Öltanks im Stadtteil Obolon. Schwerpunkt des Luftangriffs mit Raketen und Kampfdrohnen war nach ukrainischen Angaben wie schon am Donnerstag der Vorort Browary mit seinen Logistikzentren.

8. August, 7.14 Uhr: Drei Tote bei Luftangriffen auf Vorort von Kiew

Bei neuen russischen Luftangriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew und deren Umgebung sind nach Behördenangaben mindestens drei Menschen getötet und mehrere verletzt worden.

Unter den drei Todesopfern im östlichen Vorort Browary sei auch ein Kind, schrieb das Nachrichtenportal "The Kyiv Independent" unter Berufung auf Kiews Militärgouverneur Tymur Tkatschenko. Bei der Attacke seien auch zwei Erwachsene und ein Kind verletzt worden. 

Zudem wurden dem Bericht zufolge ein Wohnhaus, mehrere andere Gebäude und auch Autos beschädigt. Bei der nächtlichen Welle von Angriffen auf ukrainische Städte kamen demnach neben ballistischen Raketen auch Drohnen und Gleitbomben zum Einsatz.

Die jüngsten Angriffswellen Russlands legen die Schutzlosigkeit der Ukraine gegenüber ballistischen Raketen einmal mehr offen.  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

7. August, 19.29 Uhr: US-Senat stimmt für Gesetz zu Russland-Sanktionen

Der US-Senat hat nach langem Tauziehen für ein Sanktionsgesetz gestimmt, mit dem Russland wegen des Ukraine-Kriegs stärker unter Druck gesetzt werden soll.

Die Senatoren votierten mit einer deutlichen Mehrheit von 86 zu 11 Stimmen für das Gesetz, das noch das Repräsentantenhaus als zweite Kongresskammer passieren muss.

Der US-Senat hat nach langem Tauziehen für ein Sanktionsgesetz gestimmt.  © Tom Brenner/AP/dpa

7. August, 18.58 Uhr: Tote nach Raketenwerferbeschuss in Region Charkiw

Durch russischen Raketenbeschuss sind zwei Menschen in der Stadt Isjum in der Ostukraine getötet worden. Vier weitere seien verletzt worden, teilte der Gouverneur des Gebiets Charkiw, Oleh Synjehubow, bei Telegram mit.

Ein ausgebrochener Brand auf 400 Quadratmetern werde gelöscht. Das russische Militär setzte nach Angaben der Militärverwaltung von Isjum Mehrfachraketenwerfer mit der für Zivilisten besonders gefährlichen Streumunition ein.

Isjum ist etwa 30 Kilometer von der Frontlinie entfernt. Die Stadt stand 2022 nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine für mehrere Monate unter russischer Kontrolle und wurde im September 2022 befreit. Im benachbarten Gebiet Sumy wurden bei einem Drohnenangriff auf einen Markt zehn Menschen verletzt.

Auf diesem vom ukrainischen Katastrophenschutz zur Verfügung gestellten Foto beseitigen Rettungskräfte die Trümmer eines Gebäudes, das durch einen russischen Angriff schwer beschädigt wurde.  © Ukrainian Emergency Service/Ukrainian Emergency Service/AP/dpa

7. August, 10.38 Uhr: Wildberries evakuiert Mitarbeiter – Logistikzentrum brennt

Ein ukrainischer Drohnenangriff hat in Jekaterinburg ein Logistikzentrum des größten russischen Versandhändlers Wildberries in Brand gesetzt. Aufgrund der Attacke sei ein Feuer ausgebrochen, teilte das Unternehmen mit. Mitarbeiter seien rechtzeitig evakuiert worden.

Drei Drohnen stürzten laut dem Gouverneur des Gebiets Swerdlowsk, Denis Pasler, auf das Dach eines Logistikzentrums, das aus Sicherheitsgründen geräumt worden sei. Feuerwehrleute seien zur Brandbekämpfung im Einsatz. Verletzte gebe es nicht.

In sozialen Medien kursierten nicht überprüfbare Fotos und Videos, die den Angriff und Rauchsäulen über einer Lagerhalle zeigen sollen. Bereits Ende Juli hatte die Ukraine ein Wildberries-Logistikzentrum in Jekaterinburg angegriffen.

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