Ukraine-Krieg: Viele Opfer nach russischem Angriff auf Einkaufszentrum in Ukraine

Ukraine - Die von Russland annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim ist immer wieder Ziel ukrainischer Gegenangriffe. Nach Angaben der von Moskau eingesetzten Behörden hatte das nun tödliche Folgen.

Der Chef der Schwarzmeer-Halbinsel Krim, Sergej Aksjonow.  © Ulf Mauder/dpa

Die Ukraine verteidigt sich seit knapp viereinhalb Jahren mit westlicher Hilfe gegen den russischen Angriffskrieg.

Russland hatte die Krim bereits 2014 annektiert und nutzt sie als Aufmarschgebiet und Nachschubbasis. Kiew greift daher immer wieder auch Ziele auf der Halbinsel an.

Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

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21. August, 18.02 Uhr: Viele Opfer nach russischem Angriff auf Einkaufszentrum in Ukraine

Bei russischen Drohnenangriffen sind in der südostukrainischen Großstadt Krywyj Rih mindestens fünf Menschen in einem belebten Einkaufszentrum getötet worden. Das berichtete der Militärgouverneur des Gebiets Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, auf der Nachrichtenplattform Telegram.

Die Zahl der Verletzten habe sich inzwischen auf 91 erhöht, teilte Hanscha am frühen Abend mit. 21 Personen hätten schwerste Verletzungen erlitten, unter ihnen ein Kind.

Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach in einem Beitrag auf Facebook von einem "absolut zynischen und hinterhältigen Angriff auf ein gewöhnliches Einkaufszentrum". Nach seinen Angaben griffen die Drohnen in zwei Wellen an. "Eine halbe Stunde nach dem ersten Treffer und dem Ausbruch eines Brandes folgte ein erneuter Angriff auf die Rettungskräfte", berichtete er.

"Solche Angriffe sind schlichtweg Terrorakte", betonte er. Die Welt müsse entsprechend darauf reagieren – mit echtem Druck auf den Aggressor. "Damit Frieden herrschen kann, muss Russland tatsächlich zur Verantwortung gezogen werden."

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Dieses von der ukrainischen Staatsanwaltschaft zur Verfügung gestellte Foto zeigt Trümmer und ein Feuer in einem Einkaufszentrum nach einem russischen Drohnenangriff.  © ---/Staatsanwaltschaft der Ukraine/dpa

21. August, 6.59 Uhr: Zwei Tote bei ukrainischem Angriff

Bei einem ukrainischen Angriff sind auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim nach Angaben der Besatzungsbehörden zwei Menschen getötet worden.

Weitere drei seien bei der Attacke im Umland der Stadt Simferopol verletzt worden, teilte der von Moskau eingesetzte Statthalter Sergej Aksjonow bei Telegram mit. Andernorts gebe es einen weiteren Verletzten. Details nannte Aksjonow nicht.

Die Ukraine verteidigt sich seit knapp viereinhalb Jahren mit westlicher Hilfe gegen den russischen Angriffskrieg. Russland hatte die Krim bereits 2014 annektiert und nutzt sie als Aufmarschgebiet und Nachschubbasis. Kiew greift daher immer wieder auch Ziele auf der Halbinsel an.

20. August, 21.14 Uhr: Brauchen Raketen für Patriot-Systeme

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hat nach massiven russischen Luftangriffen erneut auf den Mangel an Flugabwehrraketen hingewiesen und an die Partner seines Landes appelliert.

"Es sind Raketen für Patriots nötig, das können nur unsere Partner bereitstellen", sagte er in einer abendlichen Videoansprache. Es gehe nicht um Geschenke, sondern um die Bereitschaft der Ukraine, Waffen zu kaufen.

20. August, 16.48 Uhr: Abgeschossene Drohne stammte laut Lettland aus Ukraine

Bei der von Nato-Kampfjets über Lettland abgeschossenen Drohne handelt es sich nach Militärangaben um eine ukrainische Drohne.

Nähere Einzelheiten zur Art und Modell des unbemannten Flugobjekts machte die lettische Armee aus Rücksicht auf die "geplanten Verteidigungsaktivitäten und -fähigkeiten der ukrainischen Streitkräfte" in ihrer Mitteilung nicht.

Ein Nato-Kampfjet hatte die Drohne abgeschossen.  © Mindaugas Kulbis/AP/dpa

20. August, 14.45 Uhr: AKW Saporischschja erneut ohne externe Stromversorgung

Das von Russland besetzte ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja ist nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) erneut ohne externe Stromversorgung. Eine 330-Kilovolt-Leitung sei vermutlich am nördlichen Ufer des Dnipro beschädigt worden, teilte die IAEA auf der Plattform X mit. Ein Versuch, die Leitung wieder zuzuschalten, sei erfolglos geblieben. Wegen anhaltender militärischer Aktivitäten konnten Techniker die Ursache laut IAEA zunächst nicht feststellen.

Automatisch gestartete Dieselgeneratoren versorgten die wichtigen Sicherheitssysteme des Kraftwerks. Das IAEA-Team in dem Kraftwerk setze seine Lagebeurteilung fort, hieß es.

20. August, 12.51 Uhr: Tusk sieht Polens Ostgrenze sicherer denn je

Polen ist an seiner Ostgrenze nach den Worten von Regierungschef Donald Tusk (69) "sicherer als je zuvor".

In Krakau sagte der liberalkonservative Politiker, das Land bemühe sich zudem, seine Kapazitäten bei der Luftverteidigung zu erhöhen, meldete die polnische Nachrichtenagentur PAP.

Eine Schlüsselrolle spiele dabei das Programm "Östliches Schild", das durch den Ausbau von Befestigungen an der Grenze Polens zu Russland und Belarus die Sicherheit des Landes erhöhen soll, sagte Tusk. Dazu gehören Panzersperren und Betonhindernisse, aber auch Überwachungs- und Drohnenabwehrsysteme. Die Europäische Union beteiligt sich über ihr Verteidigungsprogramm "SAFE" an der Finanzierung des Projekts. Auch Pioniere der Bundeswehr unterstützen das NATO-Partnerland bei dem Programm.

Polens Regierungschef Donald Tusk (69) sieht die Ostgrenze seines Landes sicherer denn je.  © Andrzej Jackowski/PAP/dpa

20. August, 7.51 Uhr: Todesopfer bei russischem Angriff auf Kiew

Bei einem weiteren russischen Angriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew ist nach Behördenangaben mindestens eine Frau getötet worden.

In mehreren Stadtteilen seien Wohnhäuser und andere Gebäude beschädigt worden, die Fenster eines Kinderkrankenhauses seien geborsten, an verschiedenen Orten Brände ausgebrochen, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko (55) bei Telegram mit.

Zuvor hatte Klitschko auch von vier Verletzten gesprochen. Ob die Frau, deren Tod er später erwähnte, darin eingerechnet war, blieb zunächst unklar. Infolge der Luftangriffe seien mehrere Menschen in einem Schutzraum und andernorts in einem Wohnhaus eingeschlossen, schrieb der Bürgermeister weiter. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Kiew war in der vergangenen Nacht erneut einem russischen Angriff ausgesetzt.  © Francisco Seco/AP/dpa

19. August, 19.16 Uhr: Putin bezieht Stellung zu Kiews Angriffen

Kremlchef Wladimir Putin (73) hat eingeräumt, dass ukrainische Drohnenangriffe Russland schaden, aber keine kritischen Folgen hätten. Logistik- und Lagerkapazitäten müssten wiederhergestellt werden - auch unter Beteiligung des Staats, sagte er bei einer Sitzung des Rats für strategische Entwicklung und nationale Projekte und wies die Regierung an, ein entsprechendes Programm zum Wiederaufbau zu verabschieden.

Eine Reihe von Faktoren wirke sich auf das Wirtschaftstempo aus, darunter auch äußerer Druck und "Terrorangriffe auf Industrie- und Infrastrukturobjekte", sagte er. Die Dynamik der russischen Wirtschaft bezeichnete er als "bescheiden, aber positiv". Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts liege im Jahr 2026 bei etwa einem Prozent.

Kremlchef Wladimir Putin (73) gibt an, die Attacken von Kiew hätten keine kritischen Folgen.  © Alexander Kazakov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

19. August, 15.13 Uhr: Präsident Selenskyj entlässt Vertraute nach Razzia in Kiew

Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj (48) hat nach einer neuen Razzia der Anti-Korruptionsbehörden in Kiew die Vizechefin des Präsidialbüros in Kiew entlassen. Das Dekret über die Entlassung von Iryna Mudra veröffentlichte er auf der Internetseite des Präsidialamts. Einen Grund nannte er aber nicht. Zuvor waren die Anti-Korruptionsbehörden des Landes, ohne Nennung von Namen, erneut mit Durchsuchungen gegen Verdächtige vorgegangen.

Die Spezialoperation diene dazu, "eine kriminelle Vereinigung aufzudecken, die unter der Leitung eines amtierenden und eines ehemaligen Abgeordneten des ukrainischen Parlaments tätig war", teilten das Nationale Anti-Korruptionsbüro der Ukraine (NABU) und die Spezialisierte Anti-Korruptionsstaatsanwaltschaft (SAP) in Kiew mit. Auch ranghohe Beamte des Präsidialamts der Ukraine sowie weitere Personen sollten demnach an den Verbrechen beteiligt sein.

Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj (48) hat weiterhin ein Problem mit Korruption in seinen Reihen.  © Niall Carson/PA Wire/dpa

19. August, 12.44 Uhr: Gefangenenaustausch - Kiew und Moskau übergeben Soldaten

Russland und die Ukraine haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau erneut Kriegsgefangene ausgetauscht.

Aus ukrainischer Gefangenschaft seien 103 russische Soldaten zurückgekehrt, teilte das Ministerium in Moskau mit. Russland habe im Gegenzug 103 ukrainischen Soldaten übergeben. Eine Bestätigung von ukrainischer Seite gab es zunächst nicht. Die Kriegsparteien haben bereits mehrfach Gefangene und die Leichen von Gefallenen ausgetauscht.

Die freigelassenen Russen seien derzeit im benachbarten Belarus, wo schon früher die medizinische und psychologische Erstversorgung ausgetauschter Soldaten erfolgte. Bei der humanitären Aktion seien die Vereinigten Arabischen Emirate erneut als Vermittler aufgetreten, gab das Ministerium in Moskau bekannt.

Die Ukraine und Russland haben in ihrem Krieg erneut Gefangene ausgetauscht. Insgesamt kamen nach russischen Angaben 206 Soldaten in Freiheit. (Archivbild)  © Uncredited/Russian Defense Ministry Press S/dpa

19. August, 11.00 Uhr: Geschasster Verteidigungsminister drängt auf Wahlen

Der ukrainische Ex-Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow drängt knapp einen Monat nach seiner Entlassung trotz des laufenden Krieges mit Russland auf Wahlen.

"Die Demokratie darf keine Geisel Russlands sein. Wir kämpfen eben deswegen, weil wir ein freier europäischer Staat sein wollen", sagte Fedorow in einer mit harten Beats unterlegten Videobotschaft. Der Staat müsse einen "gesetzlichen, sicheren und realistischen Mechanismus" für einen Urnengang trotz des andauernden Krieges finden.

Fedorow wurde im Rahmen eines Regierungsumbaus nach knapp sechs Monaten als Verteidigungsminister entlassen. Zuvor leitete er das 2019 neu geschaffene Digitalisierungsministerium. Seine Entlassung zog Demonstrationen von vor allem jungen Leuten für seine Rückkehr ins Verteidigungsressort nach sich. Am Dienstag reichte Präsident Wolodymyr Selenskyj jedoch die Kandidatur des kommissarischen Verteidigungsministers Jewhenij Chmara für diesen Posten im Parlament ein. Fedorows Videobotschaft gilt als Reaktion auf diese Kandidatur.

Der ukrainische Ex-Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow (35).  © Hanna Arhirova/AP/dpa

18. August, 21.56 Uhr: Selenskyj empfängt neuen deutschen Botschafter in Kiew

Der neue deutsche Botschafter in der Ukraine, Boris Ruge, hat nach seinem Dienstantritt Präsident Wolodymyr Selenskyj sein Beglaubigungsschreiben überreicht.

"Wir sind sehr stolz darauf, so starke Freunde zu haben", sagte der Staatschef gemäß einer Mitteilung. Selenskyj dankte dabei Deutschland für die gewährte Hilfe. "Ihre Unterstützung ist die größte in Europa. Wir wissen das und erinnern uns daran", sagte das Staatsoberhaupt.

Bei dem Empfang in der historischen Sophienkathedrale in der ukrainischen Hauptstadt Kiew sei auch der Ausbau der gemeinsamen Rüstungsproduktion besprochen worden.

Boris Ruge ist neuer deutscher Botschafter in Kiew.  © Kay Nietfeld/dpa

18. August, 17.08 Uhr: Personal von AKW Saporischschja von Drohne getötet und verletzt

Eine Drohne hat in der Ukraine mehr als ein Dutzend Mitarbeiter des von Russland besetzten Kernkraftwerks Saporischschja angegriffen.

Wie die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien unter Berufung auf die von Moskau eingesetzte AKW-Leitung mitteilte, wurde eine Person getötet, 15 weitere Menschen wurden teils schwer verletzt. Sämtliche Opfer seien AKW-Angestellte und Mitarbeiter von Subunternehmen, hieß es.

Die Drohne explodierte demnach am Morgen bei einer Bushaltestelle, die von den AKW-Mitarbeitern auf dem Weg zur Arbeit genutzt wird. Zuvor hatten die russischen Besatzungsbehörden den Angriff gemeldet und machte Kiew dafür verantwortlich. In Moskau teilte das zentrale Ermittlungskomitee mit, dass Strafverfahren wegen der Terroranschläge im Gebiet Saporischschja und in der Hauptstadtregion eingeleitet worden seien. Von ukrainischer Seite gab es zunächst keine Reaktion.

Die Drohne hat mehrere Menschen getroffen, die auf dem Weg zur Arbeit in das AKW Saporischschja waren. (Archivfoto)  © -/AP/dpa

18. August, 12.32 Uhr: Britische Drohnen gegen Russland? Moskau droht mit Folgen

Nach einem Medienbericht über den Einsatz britischer Drohnen durch die Ukraine für Angriffe in Russland droht Moskau Großbritannien mit Konsequenzen.

Der Bericht bestätige, dass London bewusst auf eine Eskalation des Ukraine-Kriegs setze, während es "heuchlerisch einen Wunsch nach Frieden" bekunde, teilte die russische Botschaft in dem Nato-Land mit.

"Londons Vorgehen wird zwangsläufig Konsequenzen haben, für die das Land zur Rechenschaft gezogen werden muss", hieß es weiter in der russischen Stellungnahme. "Je tiefer seine Verstrickung in den Konflikt" sei, desto höher werde der Preis sein, den es dafür zahlen müsse.

Als Reaktion sagte ein Sprecher des britischen Verteidigungsministeriums der BBC, Großbritannien stehe "Schulter an Schulter" mit der Ukraine. Kiew wehrt sich seit mehr als vier Jahren mit Hilfe westlicher Waffenlieferungen gegen den russischen Angriffskrieg.

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