Ukraine-Krieg: Wildberries evakuiert Mitarbeiter – Logistikzentrum brennt

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Ukraine - Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen nimmt die Ukraine den Versandhändler Wildberries in Jekaterinburg ins Visier. Diesmal bricht ein Feuer aus.

Ein ukrainischer Soldat des Verteidigungsnachrichtendienstes bereitet den Start der Langstreckendrohne An-196 Ljutyj in der Ukraine vor. (Archivbild)
Ein ukrainischer Soldat des Verteidigungsnachrichtendienstes bereitet den Start der Langstreckendrohne An-196 Ljutyj in der Ukraine vor. (Archivbild)  © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

Drei Drohnen stürzten laut dem Gouverneur des Gebiets Swerdlowsk, Denis Pasler, auf das Dach eines Logistikzentrums, das aus Sicherheitsgründen geräumt worden sei.

Russland überzieht die Ukraine seit mehr als vier Jahren mit einem zerstörerischen Angriffskrieg. Kiew hat seine Gegenangriffe vor allem mit Drohnen in den vergangenen Monaten ausgeweitet. Seit Mitte Juli greift die Ukraine immer wieder Wildberries-Standorte an.

Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

7. August, 10.38 Uhr: Wildberries evakuiert Mitarbeiter – Logistikzentrum brennt

Ein ukrainischer Drohnenangriff hat in Jekaterinburg ein Logistikzentrum des größten russischen Versandhändlers Wildberries in Brand gesetzt. Aufgrund der Attacke sei ein Feuer ausgebrochen, teilte das Unternehmen mit. Mitarbeiter seien rechtzeitig evakuiert worden.

Drei Drohnen stürzten laut dem Gouverneur des Gebiets Swerdlowsk, Denis Pasler, auf das Dach eines Logistikzentrums, das aus Sicherheitsgründen geräumt worden sei. Feuerwehrleute seien zur Brandbekämpfung im Einsatz. Verletzte gebe es nicht.

In sozialen Medien kursierten nicht überprüfbare Fotos und Videos, die den Angriff und Rauchsäulen über einer Lagerhalle zeigen sollen. Bereits Ende Juli hatte die Ukraine ein Wildberries-Logistikzentrum in Jekaterinburg angegriffen.

6. August, 22.11 Uhr: Ukrainer haben wenig Vertrauen in Selenskyj

Der frühere ukrainische Armeechef Walerij Saluschnyj (53) ist in einer Umfrage zum vertrauenswürdigsten Politiker seines Landes gekürt worden.

Auf den Plätzen unmittelbar dahinter landeten der erst vor kurzem entlassene Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow (35) sowie der Kommandeur der ukrainischen Drohnen-Streitkräfte, Robert Browdy (50). Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) landete in der Umfrage des sozialen Umfrageinstituts Sozis nur auf dem sechsten Rang, noch hinter dem neuen Armeechef Mychajlo Drapatyj (43) und dem Leiter seiner Präsidialkanzlei, Kyryllo Budanow (40).

Die repräsentative Umfrage unter 2000 Ukrainern wurde nach Angaben von "Sozis" zwischen dem 28. Juli und 2. August durchgeführt.

Der frühere ukrainische Armeechef Walerij Saluschnyj (53) ist in einer Umfrage zum vertrauenswürdigsten Politiker seines Landes gekürt worden.
Der frühere ukrainische Armeechef Walerij Saluschnyj (53) ist in einer Umfrage zum vertrauenswürdigsten Politiker seines Landes gekürt worden.  © Uncredited/Ukrainian Presidential Press Office/AP/dpa

6. August, 19.09 Uhr: Selenskyj ordnet spezielle Einsätze gegen russische Rüstungsindustrie an

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hat bei einer Sitzung der militärischen und politischen Führung seines Landes spezielle Einsätze gegen Russlands Rüstungsindustrie angeordnet. Dabei gehe es um "bestimmte Unternehmen, die wir bereits identifiziert haben", teilte Selenskyj auf Facebook mit. Alle Anwesenden bei der Sitzung hätten klare Aufgaben erhalten. "Ich erwarte, dass sie vollständig erfüllt werden." Russlands Militärindustrie müsse "spürbar eingeschränkt" werden.

Details zu den bevorstehenden Einsätzen nannte Selenskyj nicht. Er beklagte, dass Moskau weiterhin Unterstützung sowie wichtige Komponenten für seine Kriegsführung aus dem Ausland erhalte. "Wir sehen, dass jede russische Rakete, jede Drohne und andere Waffen kritische Komponenten aus anderen Ländern enthalten, ohne die solche Waffen einfach nicht existieren könnten."

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) will die Russen härter treffen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) will die Russen härter treffen.  © Niall Carson/PA Wire/dpa

6. August, 15.56 Uhr: Selenskyj sieht Fortschritte bei eigenem Raketenabwehrsystem

Die Ukraine macht nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) Fortschritte bei der Entwicklung ihres eigenen Systems zur Abwehr ballistischer Raketen. "Wir können feststellen, dass auch unsere Waffenhersteller bereits das erforderliche Niveau erreicht haben", teilte Selenskyj nach einem Treffen mit Verteidigungs- und Sicherheitsexperten bei Telegram mit. "Wir gehen davon aus, dass die Ukraine im Zeitraum 2026-2027 die angestrebten Ergebnisse erzielen wird", sagte er.

Die Ukraine setzt auf ein eigenes Abwehrsystem mit dem Namen Freyja, weil sie den Angriffen durch russische ballistische Raketen beinahe schutzlos ausgeliefert ist. Selenskyj beklagt immer wieder, dass der Ukraine die wirksamen Patriot-Abwehrraketen fehlten. Er hat die Verbündeten wiederholt aufgefordert, eigene Bestände freizugeben. Parallel entwickelt das Land ein eigenes Abwehrsystem.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hofft auf das eigene Luftabwehrsystem der Ukraine.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hofft auf das eigene Luftabwehrsystem der Ukraine.  © Michael Kappeler/dpa

6. August, 15.49 Uhr: Tote und Verletzte in der Ostukraine

Durch russische Angriffe sind in den ukrainischen Gebieten Dnipropetrowsk und Charkiw mindestens acht Menschen getötet worden.

Mindestens drei Tote habe es bei einer Attacke auf die Industriestadt Pawlohrad gegeben, teilte der Militärgouverneur der südostukrainischen Region Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, bei Telegram mit. Sieben Menschen seien dazu verletzt worden. Einen weiteren russischen Luftangriff mit drei Toten und drei Verletzten gab es den Angaben nach auf die Gemeinde Wyschnewe rund 70 Kilometer westlich der Gebietshauptstadt Dnipro.

Die Angriffe der Russen nehmen kein Ende. (Archivbild)
Die Angriffe der Russen nehmen kein Ende. (Archivbild)  © Uncredited/Ukrainian Emergency Service via AP/dpa

6. August, 13.23 Uhr: Ukraine greift Ölanlagen im russischen Landesinneren an - mehrere Tote bei russischen Angriffen

Die ukrainische Armee hat erneut russische Ölanlagen hunderte Kilometer von der Front entfernt angegriffen. Raffinerien in den Regionen Baschkortostan und Jaroslawl seien getroffen worden, erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Donnerstag. Die russische Armee fing nach offiziellen Angaben mehr als 600 Drohnen ab. Bei russischen Angriffen auf die Ukraine wurden mindestens fünf Menschen getötet.

Die von der ukrainischen Armee getroffenen Raffinerien in den russischen Regionen Baschkortostan und Jaroslawl liegen rund 1300 und 700 Kilometer von der Front entfernt. Die Ukraine hat ihre Angriffe auf Russland zuletzt verstärkt und dabei Raffinerien, Öldepots und Frachtschiffe auch tief im Landesinneren ins Visier genommen, darunter in Jaroslawl.

Die jüngsten ukrainischen Angriffe stärkten die Verhandlungsposition Kiews, erklärte Selenskyj in Onlinediensten. Er fügte ein Video aus russischen Onlinediensten an, das schwarzen Rauch über einer Ölanlage zeigte. "Russland muss sich für den Frieden entscheiden", forderte der ukrainische Präsident.

6. August, 12.56 Uhr: Raketenangriff zerstört Lager von Ulmer Firma in Kiew

Bei einem russischen Raketenangriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew ist auch ein Lager des Ulmer Schmierstoffherstellers Liqui Moly getroffen worden. Es sei bei dem Angriff und einem anschließenden Brand niemand verletzt worden, sagte Unternehmenssprecher Sina Ataei.

Ein niedriger Millionenbetrag an Schaden sei entstanden. Das Team arbeite mit Hochdruck daran, die Lieferketten wiederherzustellen, schrieb die ukrainische Vertretung bereits am Mittwoch.

Rauch steigt nach einem russischen Raketenangriff auf ein Lager der Ulmer Firma Liqui Moly auf. Das Unternehmen arbeitet daran, die Lieferketten schnell wiederherzustellen.
Rauch steigt nach einem russischen Raketenangriff auf ein Lager der Ulmer Firma Liqui Moly auf. Das Unternehmen arbeitet daran, die Lieferketten schnell wiederherzustellen.  © Handout / Berlin/Liqui Moly/dpa

6. August, 12.45 Uhr: Russische Drohnen sollen deutschen Frachter attackiert haben

Nach Bild-Informationen wurde ein Frachter am Mittwoch rund 21 Seemeilen von der ukrainischen Stadt Odessa entfernt von mehreren Drohnen getroffen.

Kurz darauf sei ein Feuer an Bord ausgebrochen, was den Ausfall mehrerer technischer Systeme zur Folge gehabt habe. Die Crew sei evakuiert worden.

Der Massengutfrachter soll zwar unter der Flagge Liberias fahren, gehöre aber der deutschen Reederei Johann M. K. Blumenthal GmbH & Co. KG mit Sitz in Hamburg-Altona.

Ein deutsches Frachtschiff soll von russischen Drohnen getroffen worden sein. (Symbolbild)
Ein deutsches Frachtschiff soll von russischen Drohnen getroffen worden sein. (Symbolbild)  © Meysam Mirzadeh/Tasnim News Agency/AP/dpa

6. August, 8.27 Uhr: Russland schießt über Nacht 605 ukrainische Drohnen ab

Russland hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums in der Nacht 605 ukrainische Drohnen über russischem Staatsgebiet und der annektierten Krim abgeschossen.

"In der Nacht haben Luftabwehrsysteme 605 ukrainische Drohnen abgefangen und zerstört", teilte das Ministerium in einer Erklärung mit.

Das Ministerium meldete unter anderem Angriffe in der Region Twer, rund 180 Kilometer nordwestlich von Moskau. Dort berichteten die örtlichen Behörden, dass ein Logistikzentrum des Online-Handelsriesen Wildberries beschädigt worden sei.

Der Gouverneur der Region, Witali Koroljow, erklärte, die Luftabwehr habe den ukrainischen Angriff abgewehrt.

"Durch herabfallende Trümmer einer der Drohnen wurde die Fassade des Logistikzentrums von Wildberries leicht beschädigt", schrieb er auf Telegram. Verletzt worden sei niemand.

5. August, 20.25 Uhr: Putin ernennt neue Kommandeure für seinen Angriffskrieg

Russland will in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine schlagkräftiger werden durch eine Bündelung der Logistiktruppen und anderer Einheiten im Unterstützungsbereich.

Kremlchef Wladimir Putin gab die neue Struktur bei einem Treffen mit der Militärführung bekannt und ernannte Waleri Solodschuk zum Chef dieser rückwärtigen Dienste. Künftig sollten alle diese Dienste im Hinterland "in einer Hand" liegen, sagte Putin nach Kremlangaben. Unter den aktuellen Bedingungen sei das eine "Kampfaufgabe".

Der Präsident erklärte auch, dass Russland seine Streitkräfte ausgehend von den Kriegserfahrungen und Erfordernissen an der Front neu strukturiere.

Es handele sich um eine "Vervollkommnung der Strukturen des Verteidigungsministeriums". Zuletzt hatte er auch die Sollstärke der russischen Streitkräfte um 25.000 auf 2,426 Millionen erhöht, darunter 1,535 Millionen Soldaten.

Titelfoto: Evgeniy Maloletka/AP/dpa

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