Wagenknecht empört auf Twitter: "Wahnsinniger Krieg gegen Russland"

Berlin - Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht (53) hat mit einer Aussage zum Ukraine-Krieg für deutliche Empörung gesorgt. Sie schrieb auf Twitter: Der "wahnsinnige Krieg gegen Russland" habe derzeit für die Grünen Top-Priorität.

Mit diesem Tweet auf Twitter sorgt Sahra Wagenknecht (53, Linke) derzeit für Empörung.
Mit diesem Tweet auf Twitter sorgt Sahra Wagenknecht (53, Linke) derzeit für Empörung.  © Martin Schutt/dpa/twitter

Der Tweet von Montagnachmittag stößt viele vor den Kopf, sie bekommt harschen Gegenwind.

Zusätzlich kritisiert sie die vermehrte Kohleverstromung in Deutschland. Das zeige, dass der Klimawandel für die Grünen-Partei "gestern wichtig" gewesen sei.

Unzählige Twitter-User trauten ihren Augen nicht, als sie diesen Tweet lasen: "Wiederinbetriebnahme der Kohlekraftwerke zeigt: #Klimawandel war für Grüne gestern wichtig. Heute hat wahnsinniger Krieg gegen Russland für frühere Ökopartei Top-Priorität & sogar einzig vernünftige Konfliktlösung (Diplomatie/Verhandlungen) wird abgelehnt." Wagenknecht teilte mit diesen Worten einen ZDF-Beitrag zum Thema Klimawandel.

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Was folgt, ist ein Shitstorm, wie er im Twitter-Buche steht. Denn: Wagenknecht ist nicht dafür bekannt, "sich in der Wortwahl vertan" zu haben. Sie setzt ihre "Kritik" stets wortgewandt ein.

Aber welchen "Krieg GEGEN Russland" sie meint, bleibt wohl ihr Geheimnis. Bisher erfolgte keine Relativierung ihrerseits (Stand: 10 Uhr).

Shitstorm gegen Wagenknecht

Ende Mai in der ZDF-Talkshow bei Markus Lanz (53) provozierte Sahra Wagenknecht (53, Linke) mit den Worten "Butscha ist kein Grund, Verhandlungen abzubrechen" und erntete ebenfalls einen Shitstorm.
Ende Mai in der ZDF-Talkshow bei Markus Lanz (53) provozierte Sahra Wagenknecht (53, Linke) mit den Worten "Butscha ist kein Grund, Verhandlungen abzubrechen" und erntete ebenfalls einen Shitstorm.  © ZDF

Gegenwind bekommt sie auch aus den eigenen linken Reihen: "'wahnsinniger Krieg gegen Russland' - Mit solchen politischen Ungenießbarkeiten ist meine Partei zum Scheitern verurteilt. Jeder weitere Burgfrieden mit dieser Irrlichterei macht es nur noch schlimmer. Es reicht", schreibt Robert Fietzke. (Rechtschreibung in allen Zitaten übernommen).

Viele andere User sind ebenfalls empört:

  • "Sahra #Wagenknecht behauptet, Russland sei das Opfer der russischen Invasion der Ukraine. Sie ist weiterhin Mitglied der LINKE. Die LINKE hat erst im Mai explizit entschieden, sie nicht aus der Partei auszuschließen."
  • "Die 'Pute von Putin' konfrontiert uns immer wieder aufs Neue mit russischer Kriegspropaganda."
  • "Wer einen "wahnsinnigen Krieg gegen Russland" wittert, ist komplett wahnsinnig. #Wagenknecht"
  • "Einer muss es Sahra mal öffentlich sagen! Das ist NIEMALS linke Politik, sondern offensichtliche Beschädigung linker Politik. Gegen jede Vernunft! #Wagenknecht"
  • "Wagenknecht ist lost..."

Der gestrige Beitrag ist nicht das erste Mal, dass Wagenknecht sich mit Blick auf den russischen Krieg in der Ukraine und die entsprechende Politik der westlichen Verbündeten des angegriffenen Landes kritisch äußert. Parteigenosse Gregor Gysi fand deutliche Worte in einem offenen Brief. Selbst gegen die eigene Partei wendete sich der Unmut der Linken-Politikerin oft. Jüngst verteidigte sie Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, der das "Einfrieren des Krieges" forderte.

Update, 2. August, 12.30 Uhr: Wagenknecht reagiert auf Twitter

Wagenknecht relativierte ihren Beitrag (etwas) und schrieb: Selbstverständlich sei der Konflikt "durch einen zu verurteilenden & völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands ausgelöst". "Aber: Es ist irre & gefährlich zu glauben, dass dieser durch Waffenlieferungen & Wirtschaftskrieg beizulegen wäre."

Titelfoto: Martin Schutt/dpa/twitter

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