Negombo (Sri Lanka) - Es brodelte schon stundenlang hinter den Mauern des Gefängnisses von Negombo auf Sri Lanka. Als das Fass dann zum Überlaufen gebracht wurde, entfesselte sich eine Welle an Gewalt, die 26 Menschen das Leben kostete.
Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur "AP" waren die Unruhen im Gefängnis von Negombo, im Norden der Landeshauptstadt, bereits am vergangenen Sonntag zu spüren.
Am Montag eskalierte die Lage dann völlig. Es entbrannte eine wilde Schlägerei, zunächst zwischen den Insassen, dann mischten auch noch die Gefängniswärter mit. Berichten zufolge sollen die Häftlinge sogar versucht haben, das Haupttor der Strafanstalt zu durchbrechen, woran sie jedoch scheiterten.
Doch die blutige Auseinandersetzung forderte ihren Tribut. So starben infolge des Unglücks 26 Menschen, unter ihnen befinden sich auch sechs Gefängniswärter. Derzeit befinden sich weitere 77 Personen – 23 Beamte und 54 Häftlinge – im Krankenhaus. Einige von ihnen befinden sich noch immer in einem kritischen Zustand, sodass die Zahl der Todesopfer in den nächsten Tagen noch weiter ansteigen könnte.
Der sri-lankische Justizminister Harshana Nanayakkara (54) möchte der Presse derzeit noch keine Auskunft über die Todesursache oder die Art der Verletzungen geben. Jedoch betont er, dass drei verschiedene Untersuchungen laufen, die klären sollen, "ob es Sicherheitslücken gab oder ob die Überbelegung der Gefängnisse die Ursache war".
Ziel der Untersuchungen sei es, Auseinandersetzungen wie diese in Zukunft zu verhindern.
War ein Krieg außerhalb der Gefängnismauern der Auslöser?
So sollen innerhalb des Gefängnisses an jenem Sonntag zwei rivalisierende Gangs aneinandergeraten sein. Beiden wird vorgeworfen, in großem Stil am Drogenhandel beteiligt zu sein. Nachdem der Streit geschlichtet werden konnte und die Toten und Verletzten abtransportiert wurden, brachten Einsatzkräfte die Unruhestifter in ein anderes Gefängnis.
Doch dass in dieser Justizvollzugsanstalt die Fäuste kalt bleiben, bleibt ungewiss. So sind die Gefängnisse des Landes, die eigentlich eine Gesamtkapazität von 10.000 Insassen haben, mit rund 39.000 Menschen vollkommen überlastet.