Aufstand und Geiseln: Häftlinge erobern Knast und halten 40 Wärter in Gefangenschaft

Von Denis Düttmann

Escuintla (Guatemala) - Bei Meutereien in drei Gefängnissen in Guatemala haben Häftlinge rund 40 Wärter als Geiseln genommen. Vermummte Gefangene zeigten sich auf den Wachtürmen und forderten verbesserte Haftbedingungen, wie in einem Video der Zeitung "Prensa Libre" zu sehen ist.

Einige Insassen verbarrikadierten sich auf den Gefängnistürmen, um die bewaffneten Einsatzkräfte zu beobachten.
Einige Insassen verbarrikadierten sich auf den Gefängnistürmen, um die bewaffneten Einsatzkräfte zu beobachten.  © Fotomontage/TikTok/prensalibregt

Polizei und Militär umstellten die Gefängnisse in Guatemala-Stadt, Escuintla und Quetzaltenango. Eine schwangere Justizvollzugsbeamtin ließen die Häftlinge frei.

Die Aufstände seien eine Folge der Entscheidung der Behörden, den inhaftierten Anführern krimineller Banden ihre Privilegien zu entziehen, hieß es in einer Stellungnahme des Innenministeriums.

So seien bei Razzien in den Haftanstalten zuletzt Mobiltelefone, Waffen sowie Drogen sichergestellt und illegale Bauten in den Gefängnissen zerstört worden, teilte die Gefängnisverwaltung des mittelamerikanischen Landes mit.

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"Ich werde mich nicht erpressen lassen und werde ihnen ihre Privilegien nicht zurückgeben", sagte Innenminister Marco Antonio Villeda (55). "Wenn es nötig ist, staatliche Gewalt anzuwenden, um die Kontrolle über diese Haftanstalten wiederzuerlangen, dann werden wir das tun."

Während sich rund 40 Geiseln in dem Gefängnis aufhielten, versammelten sich zahlreiche Polizisten vor der Anlage.
Während sich rund 40 Geiseln in dem Gefängnis aufhielten, versammelten sich zahlreiche Polizisten vor der Anlage.  © Fotomontage/TikTok/prensalibregt
Einige Aufsässige vermummten sich den Einsatzkräften gegenüber - andere wiederum zeigten ihr Gesicht.
Einige Aufsässige vermummten sich den Einsatzkräften gegenüber - andere wiederum zeigten ihr Gesicht.  © Fotomontage/TikTok/prensalibregt

In Mittelamerika kontrollieren mächtige Jugendgangs - die sogenannten Maras - ganze Stadtviertel und sind in Schutzgelderpressungen sowie Drogenhandel verwickelt.

Die inhaftierten Bandenchefs steuern ihre kriminellen Geschäfte oft weiterhin aus dem Gefängnis heraus.

Titelfoto: Fotomontage/TikTok/prensalibregt

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