"Gegenseitig niedergetrampelt": Tourist spricht über tödliche Schweizer Silvesternacht

Crans-Montana (Schweiz) - Nach dem Silvester-Horror im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana mit Dutzenden Toten und rund 100 Schwerverletzten spricht nun ein Tourist über die verheerende Partynacht. Seinen Angaben zufolge brach Panik aus.

Ein Augenzeuge des tödlichen Feuers im schweizerischen Crans-Montana berichtet von dramatischen Szenen.  © News5

Der Mann war mit mehreren Freunden verreist, die sich zum Zeitpunkt der Verpuffung in der Bar "Le Constellation" aufgehalten hatten, sagt er gegenüber "News5".

Eine Person aus der Gruppe habe das Feuer sofort bemerkt, sei nach draußen geflüchtet und habe die Türsteher informiert. "Die Bodyguards sind nach innen gegangen, und die Leute draußen in der Schlange haben gesehen, dass keine Sicherheit mehr da war und sind hineingegangen", schildert der Italiener.

Was folgte, war offenbar eine Kettenreaktion: "Dann haben sie [die Leute, Anm. d. Red.] das Feuer gesehen und sind alle wieder rausgerannt, aber dabei haben sie sich wohl gegenseitig niedergetrampelt", so der Augenzeuge weiter.

Unglück Zugunglück an Weltwunder: Lokführer tot, mehrere Touristen verletzt

Die zwei Bar-Besucher Emma und Albane erzählen gegenüber dem Sender "BFMTV" von schreienden Menschen. "Jemand schlug ein Fenster ein, damit die Leute rauskamen." Laut der Französinnen ging die Tragödie von einer Geburtstagskerze aus, die Kellnerinnen auf eine Champagnerflasche gestellt hatten. Der Generalstaatsanwalt des Kantons Wallis sprach diesbezüglich von einer "bevorzugten Theorie", jedoch ohne weitere Details zu nennen.

Anzeige
Die Ermittlungen vor Ort laufen auf Hochtouren.  © Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dpa

Deutschlands Außenminister Wadephul zeigt sich zutiefst erschüttert

Bundesaußenminister Johann Wadephul (62, CDU) hat sich zu dem schockierenden Vorfall geäußert.  © Annette Riedl/dpa

Das schlimme Unglück sorgt bei Anwohnern, Touristen und Politikern für Erschütterung. Der Präsident der Regierung im Kanton Wallis, Mathias Reynard (38), erklärte: "Dieser Abend sollte eigentlich ein Fest sein, doch er wurde zu einem Albtraum."

Der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin (66) drückte seine Bestürzung aus: "Was ein Moment der Freude sein sollte, verwandelte sich am Neujahrstag in Crans-Montana in eine Trauer, die das ganze Land und weit darüber hinaus erfasst hat", schrieb er in den sozialen Netzwerken.

Auch Deutschlands Außenminister Johann Wadephul (62, CDU) hat sich zu Wort gemeldet: "Ich bin zutiefst erschüttert über den tödlichen Brand in Crans-Montana in der Silvesternacht", so seine Nachricht auf X.

Unglück Untersee-Kabel in Ostsee beschädigt: Finnland setzt verdächtiges Schiff fest

Noch ist unklar, wie viele Menschen konkret bei dem Brand ums Leben gekommen sind.

Italiens Außenminister Antonio Tajani (72) spricht von 47 Todesopfern. Diese Zahl bestätigt die Kantonspolizei bislang nicht. Auch zur Identität der Opfer gibt es noch keine Angaben.

Mehr zum Thema Unglück: